Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen

Quelle: shutterstock, PR

Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen

Die schweizerischen Gesetzgeber befürchten einen Exodus von Unternehmen. Als Grund wird vor allem der erschwerte Zugang zum Schweizer Bankensystem angeführt. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen sollen den Abzug der Blockchain-Firmen nun bremsen. 

Es waren vor allem Liechtensteiner Banken, die von der Kryptoskepsis der schweizerischen Finanzinstitute profitierte. Da letztere Unternehmen nur keinen oder einen sehr eingeschränkten Zugang zu Bankdienstleistungen gewährten, wickeln viele Blockchain-Firmen ihre Finanzangelegenheiten mittlerweile in dem Fürstentum ab. Andere Unternehmen liebäugeln mit einer Abwanderung in kryptofreundlichere Länder wie Malta oder Singapur.

Der Leitfaden für Blockchain-Konten

Dabei haben sich die schweizerischen Gesetzgeber bisher grundsätzlich wohlwollend gegenüber der Blockchain-Industrie geäußert. Bislang sahen Kritiker jedoch ein Gefälle zwischen Wunsch und tatsächlich erfolgten regulatorischen Maßnahmen. Bereits im Juli forderte Heinz Tännler, Finanzdirektor des schweizerischen „Crypto Valleys“ Zug, noch bis Ende des Jahres eine Lösung für den fehlenden Bankenzugang für Blockchain-Unternehmen zu finden. Tännler sprach sich angesichts der Kooperationsbereitschaft von Bundesregierung und Finanzaufsicht optimistisch aus.

Tännlers Optimismus war anscheinend nicht unbegründet. Wie die US-Nachrichtenagentur Reuters am 21. September berichtete, hat die Schweizerische Bankiersvereinigung (SBVg) einen „Leifaden für die Eröffnung von Firmenkonti für Blockchain-Unternehmen“ herausgegeben.

Der Leitfaden, der in Zusammenarbeit mit der Crypto Valley Association entstand, soll Licht in jenes regulatorische Dunkel zu bringen, das den Zugang zu Bankdienstleistungen für schweizerische Blockchain-Firmen bislang umgibt. Er ist an die Mitglieder der SBVg gerichtet und erhebt keinen Anspruch darauf, als branchenweiter Maßstab zu gelten.


Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Blockchain-Unternehmen sollen demnach den Banken detaillierte Informationen über ihr Geschäftsmodell sowie die erwarteten Einnahmen und Ausgaben liefern. So sei die Einreichung eines White Papers fester Bestandteil der Sorgfaltspflicht.

Regeln für ICOs

Auch für ICOs hat die SBVg ein Rahmenwerk erstellt. ICO-Organisatoren müssen den Banken ebenfalls detailliert über ihr Geschäftsmodell Auskunft geben. Bereits vor dem ICO-Start sollen die Organisatoren beweisen,

„dass das zu finanzierende Projekt existiert und die auf dem Konto eingehenden Mittel aus dem ICO stammen und in der Folge für den beworbenen Zweck eingesetzt werden.“

Ferner muss der ICO-Organisator der Bank die geplante Verteilung der ICO-Einnahmen auf Fiat- bzw. Kryptowährungen offenlegen. Die Umwandlung der ICO-Einnahmen in Fiatgeld muss über einen Drittanbieter laufen:

„Der ICO-Organisator veranlasst die Konvertierung von Kryptowährungen in Fiatwährung über einen nach Schweizer Recht oder äquivalent regulierten Exchange oder eine nach Schweizer Recht oder äquivalent regulierte Drittbank, und führt die entsprechenden Mittel dann der kontoführenden Bank zu.“

Um Geldwäsche vorzubeugen, dürfen ICO-Initiatoren außerdem in der Regel nicht selbst an dem Fundraising teilnehmen. Darüber hinaus ist die kontoführende Bank berechtigt, „für notwendige Abklärungen ihm Rahmen von KYC [Know Your Customer] und Due Diligence [Sorgfaltspflicht]“ das Bankgeheimnis zu missachten.

Die Nachricht könnte der Schweizer Angst vor einer massenhaften Krypto-Auswanderung entgegenwirken – man darf davon ausgehen, dass auch andere Bankgesellschaften mit eigenen Leitfäden nachziehen werden, um den Kryptokuchen nicht allein der SBVg zu überlassen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
BIZ ernennt Libra-Kritiker Benoît Cœuré zum Vorsitzenden ihrer neuen FinTech-Abteilung
Regulierung

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat den Weckruf von Libra erhört und bemüht sich nun, FinTech-Lösungen für die Verbesserung des globalen Finanzsystems zu untersuchen. Dazu hat die BIZ einen eigenen „Innovation Hub“ gegründet – und mit dem Zentralbanker Benoît Cœuré einen ausgemachten Libra-Skeptiker zum Chef der neuen Abteilung gemacht.

Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
Tunesiens Zentralbank gibt digitale Währung „E-Dinar“ heraus
Altcoins

Tunesiens Zentralbank hat die Einführung einer digitalen Währung bekannt gegeben. Die Blockchain-Plattform, auf der der E-Dinar gehandelt wird, wird vom russischen Unternehmen Universa bereitgestellt. Als erste digitale Währung wird der E-Dinar von einer Zentralbank herausgegeben. Andere Zentralbanken stehen jedoch bereits in den Startlöchern und könnten bald nachziehen. 

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
McDonalds, Nestlé und Co. testen Blockchain für Werbung
Blockchain

Die Blockchain Technologie hat schon in vielen Lebensbereichen für mehr Transparenz und Effizienz gesorgt. Kein Wunder also, dass die Technologie auch im Sektor der digitalen Werbung mit Mehrwert Verwendung findet. Die in Großbritannien ansässige, branchenübergreifende Organisation JICWEBS hat nun neue Teilnehmer an ihrem Blockchain-Pilotprojekt für digitale Werbung bekannt gegeben. Zu den großen Teilnehmern gehören beispielsweise Nestlé, O2 und McDonalds.

Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
Nach Libra: Facebook führt Zahlungssystem Facebook Pay ein
Unternehmen

Facebook führt ein eigenes Zahlungssystem ein. Mit Facebook Pay können Nutzer zukünftig Transaktionen über den Messenger-Dienst und über die eigene Social-Media-Plattform tätigen. Das Zahlungssystem wird zunächst in den USA eingeführt und soll bald auf weitere Länder und Plattformen wie Instagram & Co. übertragen werden.

Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
Südkorea: 16 Jahre Haft für Bitcoin-Börsenchef von Coinup
Sicherheit

Südkoreanische Behörden versuchen schon länger, die Krypto-Szene im eigenen Land unter Kontrolle zu bekommen. Nun hat ein Gericht mit hohen Haftstrafen gegen Führungskräfte der Bitcoin-Börse Coinup ein warnendes Beispiel gesetzt.

Blockchain, Schweiz: Fortschritt beim Bankzugang für Blockchain-Firmen
Anti-Bitcoin: Chinas Blockchain-Pläne im digitalen Wettrüsten
Kommentar

Eine Regionalzeitung in China titelt „Bitcoin – die erste erfolgreiche Anwendung der Blockchain-Technologie“. Was auf den ersten Blick wie ein Aufklärungs-Artikel zur dezentralen Kryptowährung wirkt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Propaganda-Werkzeug für den digitalen Yuan.

Angesagt

Blockchain sei Dank: Vietnam soll Smart City bekommen
Blockchain

Blockchain-Technologie für den Ausbau der smarten Stadt von Morgen zu nutzen, ist keine neue Idee. Ganze vorne mit dabei: Ho-Chi-Minh-Stadt. Dass allerdings ausgerechnet das krypto-skeptische Vietnam zu den Vorreitern in Sachen Blockchain-Anwendungen werden könnte, überrascht. 

Bitcoin-Optionen: Bakkt legt vor, CME zieht nach
Bitcoin

Die Chigagoer Börse CME hatte noch vor Bakkt angekündigt, Optionen auf ihre Bitcoin-Derivate anbieten zu wollen. Mittlerweile wurde CME dabei von dem neuen Player überholt. Nun hat die CME einen konkreten Starttermin für ihr Derivat bekannt gegeben.

Bitcoin-Kurs im Spannungsfeld – Die Lage am Mittwoch
Bitcoin

Der Blick auf den Bitcoin-Kurs und das Blockchain-Ökosystem eröffnet ein Spannungsfeld zwischen langfristiger Innovation und kurzfristiger Spekulation. Wie sind die Aussichten auf lange Sicht?

HTC: Neues Smartphone-Modell unterstützt Binance Chain (BNB)
Unternehmen

HTC gibt eine Sonderversion seines „Krypto-Phones“ Exodus 1 heraus. Der Tech-Riese kündigte an, dass ein EXODUS 1 Smartphone auf dem Markt erscheinen wird, das sich in die hauseigene Blockchain der Bitcoin-Börse Binance integrieren lässt und den dezentralen Handel mit Token unterstützt.