Russland: Uneinigkeit wegen Krypto-Rubel

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Der russische Präsident Wladimir Putin preschte unlängst in Richtung einer eigenen Digitalwährung vor. Sein Berater warnte bereits, dass bei dem Konzept kein Mining möglich sei. Auch die Zentralbank und das Finanzministerium in Moskau haben zwischenzeitlich ihre Skepsis geäußert.



Wie wir bereits berichtet haben, will Putin so bald wie möglich den Krypto-Rubel einführen, um die westlichen Sanktionen zu umgehen. Seit der Annektierung der Krim im Jahr 2014 wurden durch die Obama-Administration Gelder in erheblichem Umfang eingefroren. Dazu kommen umfangreiche Restriktionen, die die russischen Öl- und Technologiefirmen betreffen. Dies hat sich im Verlauf der letzten Jahre sehr negativ auf die Exporte und auch auf die wirtschaftliche Situation des Landes ausgewirkt. Putin soll bereits ein Team von Experten mit der Planung der Emission beauftragt haben.

Die Financial Times zitiert den Putin-Berater Sergey Glazyev mit der Aussage, die geplante Kryptowährung sei nach seiner Ansicht ein wirksames Instrument, um die US-Sanktionen zu umgehen. Laut Glazyev soll der Krypto-Rubel wie die herkömmliche Währung des Landes funktionieren. Einzig der Geldkreislauf soll eingeschränkt werden, um die staatliche Kontrolle zu gewährleisten.

Nachdem im Oktober ein Papier mit den technischen Details vom Minister für Telekommunikation, Nikolai Anatoljewitsch Nikiforow, präsentiert wurde, gab der stellvertretende Finanzminister Alexei Moiseev bekannt, der Name müsse Cyber-Rubel lauten. Es dürfe keine Kryptowährung im herkömmlichen Sinn sein, die demnächst von der russischen Regierung ausgegeben wird. Auch Putin-Berater Glazyev spricht von einer zentral kontrollierten Währung, die keinem sich selbst regulierenden System wie etwa dem Bitcoin entsprechen soll. Glazyev hebt hingegen die Vorteile von diskret durchgeführten Transaktionen hervor, womit alle Exportverbote umgangen werden können. Der Cyber- oder Krypto-Rubel schütze die Moskauer Regierung auch vor Diebstahl und Kriminalität. Zudem wird jede Transaktion dauerhaft nachvollziehbar sein.

Finanzministerium und Zentralbank lehnen die Pläne Putins ab. Es gebe so bald keinen Bedarf für einen eigenen Krypto-Rubel. Der russische Finanzminister Alexey Moiseev warnte kürzlich davor, für eine eigene Digitalwährung die Grundprinzipien der Zentralbanken über Bord zu werfen. Aus der Zentralbank wurden auch Stimmen laut, eine solche Währung sei für die Implementierung in die russische Volkswirtschaft ungeeignet. Nach Ansicht von Olga Skorobogatova, der stellvertretenden Präsidentin der Zentralbank, müsse dies länderübergreifend geschehen. Im Verbund mit den anderen BRICS-Staaten sei eine solche Einführung sehr viel aussichtsreicher, als wenn Russland dies im Alleingang versuchen sollte.

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Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen bei gulli.com als neue Schwerpunkte Netzpolitik und Urheberrecht dazu. Nachdem er bis Oktober 2012 dessen Redaktion leitete, arbeitet er nun bei verschiedenen Online-Magazinen auf freiberuflicher Basis und natürlich für sein eigenes Projekt, Tarnkappe.info. Außerdem bringt Lars Sobiraj an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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