Russland und Türkei: Bitcoin-Zahlung für Weizen-Fracht

Tobias Schmidt

von Tobias Schmidt

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Tobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Quelle: Bulk cargo ship under port crane bridge via Shutterstock

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Zwischen Russland und der Türkei hat der erste große zwischenstaatliche Handel stattgefunden, bei dem in Bitcoin gezahlt wurde. Bei dem Produkt handelt es sich um eine Fracht russischen Weizens, die im letzten Monat an die Türkei verkauft wurde. Damit sind Kryptowährungen als Zahlungsmittel auf dem nächsten Level angekommen.

Insgesamt 3.000 Tonnen Weizen wurden im Dezember aus der kaukasischen Hafenstadt Rostov am Don in die türkische Schwarzmeer-Metropole Samsun verschifft. Was zunächst als ein normaler Lebensmittelhandel zwischen den beiden EU-Nachbarstaaten erscheint, stellt auf den zweiten Blick eine fast schon revolutionäre Neuerung des transnationalen Handels dar: Die Zahlung der Schiffsladung wurde in Bitcoin getätigt. Sie zeigt somit eine Richtung auf, in die sich die Nutzung von Kryptowährungen im Bereich des Lebensmittelhandels bewegen könnte.


Durchgeführt wurde die Lieferung von der Prime Shipping Foundation, einem Blockchan-Projekt von Quorum Capital Ltd aus Gibraltar und dem ukrainischen Schifffahrtsunternehmen Interchart LLC. Der Schiffstransport ist allerdings nicht nur ein bloßer Austausch von Handelsgütern, sondern bedeutet für die Prime Shipping Foundation vor allem den Startschuss des eigenen Blockchain-Zahlungssystems für Massengüter. Dieses soll auf einer Distributed-Ledger-Technology-Lösung aufbauen und die Durchführung von Transaktionen in Echtzeit sowie die Umwandlung von Fiat in Kryptowährungen ermöglichen.

Darüber hinaus peilt das Projekt auf längere Sicht auch einen eigenen ICO an. Der PRIME-Token soll im Rahmen des Prime-Shipping-Ökosystems funktionieren und dem US-Dollar als Verkehrswährung im internationalen Schiffsfrachtverkehr Konkurrenz machen. Der Vorteil bei einer derartigen Lösung liegt in der Reduktion von Transaktionskosten, da die Adaptionsfähigkeit des Systems einen schnellen und möglichst gebührenfreien Handel zwischen verschiedenen Währungsräumen gewährleisten soll – sei es ein Fiat-Fiat- oder Fiat-Krypto-Tausch.

Grenzüberschreitender Handel, insbesondere jener, bei dem es um Rohstoffe oder Lebensmittel geht, könnte so in der Zukunft unter Verwendung einer Kryptowährung stattfinden. Dies vereinfacht nicht nur Kosten, Zeit und Kommunikation, sondern ermöglicht es auch Ländern, deren Zugriff auf den US-Dollar als internationale Leitwährung limitiert ist, am Seehandel teilzunehmen.

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