Russland: Sieben Jahre Haft für Ausgabe von Digitalwährungen

Der russische Präsident Vladimir Putin

Berichten zu Folge hat der russische Finanzminister vorgeschlagen die Strafen für Herausgeber von Ersatzwährungen, einschließlich Digitalwährungen, zu verschärfen.

Der Nachrichtenservice Interfax meldete, mit Bezug auf eine anonyme Quelle aus der russischen Regierung, dass Emittenten von Digitalwährungen für mindestens vier Jahre ins Gefängnis müssen. Handelt es sich dabei nicht um Privatpersonen, sondern um Geschäftsführer von Finanzunternehmen, die beabsichtigen ihre eigene Währung herauszugeben, so ist mit Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren zu rechnen.

Laut Interfax können die Geldstrafen dabei von 500.000 Rubel bis zu 1 Millionen Rubel liegen (von 7.000 US-Dollar bis 14.000 US-Dollar). Geschäftsführer von Finanzunternehmen müssen bis zu 2,5 Millionen Rubel (35.000 US-Dollar) an Strafe zahlen.

Bereits seit 2014 versucht Russland Restriktionen bzw. Sanktionen für die Herausgabe und Nutzung von Digitalwährungen zu formulieren. Es scheint nun als würden diese ziemlich konkret werden.

Erst im Februar ließ ein Berater Putins verkünden, dass das Akzeptieren von Bitcoin einer kriminellen Handlung gleich käme.

Jedoch gibt es ein Unternehmen, das sich dem entgegensetzt und eine Digitalwährung, namens BitRuble, plant. Das russische Finanzdienstleistungsunternehmen Qiwi gab kürzlich bekannt, dass es gemeinsam mit der russischen Zentralbank an einem Projekt arbeite. In der Vergangenheit hatte die Zentralbank Interesse an der Bitcoin-Technologie geäußert.

Qiwi`s Pläne mit der Digitalwährung BitRuble werden bereits stark unter Beschuss von einigen Regierungsmitgliedern genommen und mit einer Beruhigung ist nicht zu rechnen.

Mehr zum Thema:  Russland: keine Strafen mehr für Nutzer von Bitcoin

So berichtete der Qiwi-Kommunikationschef, Konstantin Koltsov:

,,Dieses Projekt könnte unserer Wirtschaft effektiv helfen, aber es gibt leider noch viele Missverständnisse bezüglich der Technologie und der regulatorischen Herangehensweise.“

Kommentar von Sven Wagenknecht, BTC-Echo:

Im Zuge der niedrigen Ölpreise schwinden Russlands Devisenreserven im Rekordtempo und die heimische Währung, der Rubel, gerät unter enormen Abwertungsdruck. Entsprechend vehement wird von der russischen Regierung alles, was den Rubel in Frage stellt und eine Alternative darstellt, bekämpft. Das aggressive Vorgehen und das Androhen von Gefängnisstrafen ist typisch für einen autoritären Staat wie Russland. Umso populärer Digitalwährungen werden, umso stärker wächst die Angst der Regierung, da sie neben dem Wertverlust des Rubels auch die Kontrolle ihrer Bevölkerung, insbesondere der Regimekritiker, fürchtet. Vereinfacht formuliert: Es besteht eine positive Korrelation zwischen der Höhe der Gefängnis- und Geldstrafen und der Bedeutung von Bitcoin &. Co.

BTC-Echo
Quelle: Originalfassung von Stan Higgins via Coindesk
Foto: Vladimir Putin von Global Panorama via Flickr (CC)


Bildquellen

  • 14601882594_50d2f7eb98_z: © Global Panorama, Flickr
  • Pingback: Russischer Gesetzgeber will Bitcoin als Fremdwährung()

  • Manuel Winkel

    „Das aggressive Vorgehen und das Androhen von Gefängnisstrafen ist typisch für einen autoritären Staat wie Russland.“
    Wie sieht es denn in Deutschland aus? Eine Wechselstube Lokal oder auch Online ist so gut wie unmöglich.
    Oder besser gesagt es wird so erschwert, das die meisten Projekte untergehen bevor Sie jemals die Welt erblickt haben.

    „Der aggressive Regulierungswahn und das Androhen von Strafen (wegen fehlender BaFin Lizenzen, Geldwäsche) ist typisch für einen freien, demokratischen Staat wie Deutschland.“

    lg aus Trier