Russland: Industrielle Mining Farmen in den Startlöchern

Russland: Industrielle Mining Farmen in den Startlöchern

Die Gouverneure von Kaliningrad und Leningrad wollen die „Bitcoin-Produktion“ in Russland vorantreiben. Die benötigten Ressourcen für groß angelegte Mining Farmen sind soweit gegeben, doch nun muss der Kreml die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen.



Auf dem russischen Investionsforum in Sotschi, das am 15. und 16. Februar stattfand, bekundete der Gouverneur der Oblast Kaliningrad, Anton Alihanow, dass viele Einwohner des kaliningrader Gebietes sich für Kryptowährungen interessieren würden. Das Interesse gehe auch in Richtung Mining. Aufgrund des fehlenden Know-hows würden es aber viele nicht wagen, selbst zu minen. Der Gouverneur gibt sich jedoch gegenüber RIA Novosti optimistisch, was die Zukunft Kaliningrads in der Kryptowelt anbelangt:

„Wenn Sie ein Miner sind, sind Sie an der richtigen Stelle. Wir können eine riesige Mining Farm werden.“

Es gäbe bereits ein „Mining-Hotel“, in dem gemint werden könne, während fachkundige Mitarbeiter mit dem notwendigen Wissen über Kühlungssysteme & Co. unterstützend zur Seite stehen.

Ganzjahres-Erdbeeren dank Mining-Wärme

Der Gouverneur zieht eine interessante Verbindung zwischen Krypto-Mining und Erdbeeren. Die Oblast Kaliningrad produziert nämlich tonnenweise Erdbeeren. Angesichts der lokalen Durchschnittstemperatur von 10,6 °C kann diese Massenproduktion schon verwundern. Doch die Region hat sich einen enormen Gewächshaussektor aufgebaut, der den ganzjährigen Erdbeeranbau ermöglicht. Da die Gewächshäuser die meiste Zeit des Jahres beheizt werden müssen, könnte die Wärme, die Mining Farms produzieren, mit dem Erdbeeranbau kostengünstig kombiniert werden.

Vom Investieren in Kryptowährungen nimmt Alihanov selbst jedoch Abstand. Er habe bereits Erfahrungen mit dem Aktienhandel gesammelt und wisse, dass aufgrund des einhergehenden Risikos Investitionen immer aus verzichtbaren Geldern getätigt werden sollten. Derzeit habe er aber keine Mittel, auf die er verzichten könne, und werde daher abwarten, bis sich die Kryptomärkte stabilisieren.

Mining Farmen in ehemaligem Kernkraftwerk

Auch die Oblast Leningrad, die an die Stadt Sankt Petersburg grenzt, beschäftigt sich mit der Förderung von Mining Farmen. So verriet der Gouverneur Alexandr Drozdenko RIA Nowosti, einen Technologiepark auf dem Gelände des Kernkraftwerks in Sosnowy Bor errichten zu wollen. Das Werk soll bis zum Jahre 2021 stillgelegt werden. Dann biete es nicht nur genügend Platz für Mining Farms:

„Was wir für das Mining brauchen, sind billige elektrische Energie, Kühlsysteme und ein zuverlässiges Übertragungsnetz. All das haben wir im Kernkraftwerk Leningrad“,

erläuterte Drozdenko.

Regulatorischer Rahmen gefordert

Sowohl das Gebiet von Kaliningrad als auch von Leningrad bieten also die benötigten Ressourcen, um Krypto-Mining industriell zu organisieren und ausländische Investoren ins Land zu locken. Der Leningrader Gouverneur hat sich zum Ziel gesetzt, russische Miner aus ihren Garagen zu holen und den Schürfprozess auf eine „ernste Ebene“ zu heben. Derzeit steht dem jedoch noch eine große Hürde im Weg: der Kreml. So fordern die Gouverneure schnellstmöglich eindeutige Regelungen, die ihren Vorhaben den Weg öffnen. Die Chancen stehen im Grunde nicht schlecht. So könnten die russischen Behörden ihren Wunsch nach Miner-Registrierung mit den groß angelegten industriellen Mining Farmen kombinieren.

BTC-ECHO

Über Tanja Giese

Tanja GieseTanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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