Russische Regierung zieht Blockchain für Zahlungssystem in Betracht

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Richterhammer und Gesetzbuch - Russland

Quelle: © Zerbor - Fotolia.com

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Die Duma, das Finanzministerium und die föderale Finanzaufsichtsbehörde in Russland setzen sich nun mit einem Gesetzesentwurf der russischen Finanzentwicklungsinstitution zusammen. Das nationale Zahlungssystem soll Ziel einer Verbesserung mit Blockchain werden.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

Ein Hauptaspekt dieses Vorschlags war es, eine Roadmap für die umfangreiche Nutzung der Blockchain-Technologie als unveränderliches und transparentes Nutzeridentifikationssystem zu erschaffen. Genau genommen, untersucht die russische Regierung vorsichtig die Blockchain, als Identifikationswerkzeug für das nationale Zahlungssystem.


PlusWord, eine russische Zeitschrift, berichtete:

“Neben der kurzfristigen Verbesserung der Transaktionen durch die vereinfachte Identifizierung der Nutzer, wird ein einziger Identifizierer (wahrscheinlich Blockchain-Technologie) untersucht und entwickelt.”

Mögliche Vor- und Nachteile der Blockchain

Für die russische Regierung ergeben sich einige Vorteile bei der Nutzung eines Blockchain-basierten Identifikationssystems für das Nationale Zahlungssystem. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit der Blockchain, Daten sicher und Transparent im Ökosystem zu speichern.

Da die Blockchain Informationen sicher und in Echtzeit überträgt, kann die Regierung selbst bei der Aktualisierung von Informationen Nutzer im Netzwerk identifizieren.

Zusätzlich verhindert die unveränderliche und dezentrale Natur der Blockchain, dass Hacking-Angriffe oder Datendiebstähle stattfinden. Diese könnten nämlich zu schwerwiegenden Veränderungen der Datenbank führen, die wiederum sensible finanzielle und persönliche Daten gefährden.

Probleme und Hürden im Implementierungsprozess

Wie jedes andere Zahlungs- bzw. Finanzsystem, wird die Regierung wahrscheinlich eine Authentisierungsplattform erstellen, die der Regierung und lokalen Behörden einen gewissen Grad an Kontrolle überlassen.

Und dennoch ist es an sich unmöglich, in einem unveränderlichen System verschiedene Grade an Authorität zu verteilen. Dies würde entgegen den Vorteilen eines dezentralen Netzwerks stehen.

In anderen Worten, würde eine Blockchain nicht zentralisiert werden können, ohne Sicherheitsrisiken hinzunehmen.

Die Roadmap und die Vision der russischen Regierung wurden durch die lokalen Medien klar dargestellt, doch ist es nun wichtig für die Regierung, dass sie berücksichtigt welche Probleme bei der Implementierung und dem Einsatz auftreten können.

Große kryptographische Netzwerke wie Ethereum haben trotz Open Source-Community Probleme mit großflächigen Angriffen gehabt. Von daher bedarf solch ein System der Unterstützung eines Consortiums oder einem erfahrenen Entwicklerteam, dass die Entwicklungsphase anführt.

Kommentar von Danny de Boer:

“Es gibt bereits Länder, die aktiv Blockchain in ihre Verwaltungssysteme eingebettet hat, in unserem Buch “Die Blockchain Bibel” erklären wir das am Beispiel von Estland und der digital Citizenship. Identitätsdienste werden in den nächsten Jahren immer weiter Fuß auf dem Markt fassen und an Wichtigkeit hinzu gewinnen.

Dass Russland über die Jahre hinweg nun eine 180 Grad Kehrtwende durchgeführt hat ist interessant, aber nicht abwegig. Ob ein solches System, wie es beschrieben wurde, unmöglich ist, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass sich Russland die Blockchain-Nutzung bei den estnischen Nachbarn, theoretisch, abgucken könnte.”

BTC-Echo

Englische Originalfassung von Joseph Young via cointelegraph

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