Rohrkrepierer: Reality Shares zieht Bitcoin-ETF-Antrag zurück

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: Shutterstock.com

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Der Investment-Anbieter Reality Shares rudert mit seinem Antrag für einen börsengehandelten Fonds (ETF), der auch Bitcoin Futures tracken soll, zurück. Damit will das Unternehmen einer Ablehnung der SEC zuvorkommen – diese zeigte sich von dem ETF-Gesuch wenig begeistert.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

In vorauseilendem Gehorsam hat die Investmentfirma Reality Shares ihren Antrag auf einen ETF bei der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC zurückgezogen. Der „Reality Shares Blockforce Global Currency Strategy ETF“ sollte unter anderem Bitcoin Futures von CBOE und CME abbilden. Allerdings war der Anteil dieser am Portfolio des ETF auf 15 Prozent gedeckelt. Reality erhoffte sich dadurch, dass die US-Regulatoren ein Argus-Auge zudrücken.

Diese Hoffnung hat sich nun – zumindest vorerst – in Luft aufgelöst. Am 12. Februar hat die Investment-Firma den Antrag für ihren Bitcoin-ETF „light“ formal zurückgezogen. Offenbar ging dem eine Empfehlung der SEC-Mitarbeiter voraus.

Der Antragsteller beantragt die Rücknahme der PEA [Post-Effective Amendment] Nr. 25 auf Antrag des Personals der U.S. Securities and Exchange Commission. Im Zusammenhang mit dem Angebot des Fonds wurden keine Wertpapiere verkauft.


Gegenüber Coindesk gab ein Anwalt von Reality Shares indes folgendes Statement zu dem Kalkül der Regulatoren ab:

Ich kann bestätigen, dass wir [den Antrag] zurückgezogen haben […], weil das [SEC-]Personal nach wie vor die Position einnimmt, dass es nicht angebracht ist, einen registrierten 40 Act Fonds mit Kryptowährungen zu diesem Zeitpunkt einzureichen.

Aus dieser Stellungnahme dringt deutlich die Krypto-Skepsis, die unter den US-Regulatoren – Ausnahmen bestätigen die Regel – noch weit verbreitet ist. Durch das Einreichen des Vorschlags unter dem Investment Company Act von 1940 hatte dieser Aussicht auf eine automatische Zulassung nach Ablauf einer Frist von 75 Tagen. Demzufolge war es vor allem dieser Umstand, an dem die SEC-Mitarbeiter Anstoß nahmen.

Trostpreis: BCLN

Die SEC-Mitarbeiter machen indes Dienst nach Vorschrift. Bereits in einem Schreiben vom 18. Januar 2018 warnte Dalia Blass, zuständig für Investment Management bei der SEC, Sponsoren von Fonds vor der Einreichung Krypto-gekoppelter ETF-Vorschläge:

Sollte ein Sponsor eine nachträgliche Änderung gemäß Regel 485(a) einreichen, um einen Fonds zu registrieren, der in erheblichem Umfang in Kryptowährungen oder verwandte Produkte investiert, würden wir diese Maßnahme für ungünstig halten und Maßnahmen zum Schutz von Main-Street-Investoren für notwendig […] halten, einschließlich der Empfehlung einer Stoppanordnung […]

Reality Shares hat offenbar darauf spekuliert, dass der Krypto-Anteil in ihrem ETF-Vorstoß gering genug ist, um nicht von dieser Weisung betroffen zu sein. Folglich müssen sich ihre Kunden mit dem Blockchain-Fonds BLCN begnügen, um zumindest im weiteren Sinne investorisch am Krypto-Geschehen teilnehmen zu können.


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