Rally, Einbruch und sofortige Erholung: Wie tickt der Markt der Kryptowährungen?

Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Sven Wagenknecht

Sven Wagenknecht ist Chefredakteur von BTC-ECHO. An der Blockchain-Technologie faszinieren ihn vor allem die langfristigen Implikationen auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

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Der noch nie da gewesenen Rally der letzten Wochen folgte ein massiver, zweistelliger Einbruch bei allen Kryptowährungen in den letzten drei Tagen. Schaut man sich hingegen heute die signifikanten, grünen Vorzeichen auf coinmarketcap.com an, so scheint die Korrektur vorbei und die Rally wieder im vollem Gange.

In den Nachrichten und sozialen Medien wurde die Frage, ob es sich um eine Kryptowährungsblase handelt oder nicht, heftig diskutiert. Wenn sich die Marktkapitalisierung einer Anlageklasse innerhalb weniger Tage verdoppelt, dann ist es naheliegend von einer Überhitzung des Marktes zu sprechen. Jeder massive Kursanstieg, sei er noch so berechtigt, wird in der Regel von Übertreibungen und Hype-Phasen begleitet.

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Entsprechend ist es zu begrüßen, wenn kleine Korrekturen den langfristigen Kursaufschwung unterbrechen und verhindern, dass es zu einer Blase kommt. Neben Gewinnmitnahmen, die dazu beitragen den enormen Nachfrageüberhang abzubauen, ist es vor allem die Signalwirkung für den Mainstream, die so wichtig ist. Durch Korrekturphasen werden insbesondere wenig versierte Anleger dafür geschützt, reaktionär ihre letzten Kapitalreserven, ohne Diversifikation und Money-Management, in eine Anlageklasse oder ein Anlagegut zu stecken.

Die Kurseinbrüche der letzten Tage können in diesem Sinne als eine Notbremse verstanden werden, auch wenn sie den fahrenden Zug nur kurz abgebremst haben.

Die Tendenz, dass der Zug wieder an Fahrt aufnimmt, zeigt sich zumindest heute morgen, am Sonntag den 27. Mai, 9:30 Uhr:

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Natürlich ist es noch viel zu früh zu bestimmen, ob es sich hierbei um eine kurze Gegenreaktion zur Korrektur handelt oder um die Fortsetzung der Kursrally. Beides ist möglich und kann gerne kontrovers und sachlich in unserem Slack-Channel diskutiert werden.

Welche Schlüsse können gezogen werden?

Fest steht, dass die Anlageklasse der Kryptowährungen noch in den Kinderschuhen steckt. Klares Indiz ist hier vor allem die Volatilität. Bei zweistelligen Kursgewinnen und Kurseinbrüchen ist diese zweifelsfrei enorm gewesen. Die gesunkene Volatilität in den letzten Monaten, hat sich in den letzten Wochen und vor allem Tagen massiv ins Gegenteil umgekehrt.

Zur Ausbildung einer nachhaltigen und für institutionelle Investoren interessanten Anlageklasse wäre es wichtig, dass sich Phasen des Aufschwungs und Phasen des Abschwungs respektive der Korrektur mehr Zeit lassen würden, ergo weniger Volatil wären. Das signifikante Auf und Ab schadet der Mainstream-Adaption und dem Ruf der Kryptowährungen. Insbesondere Kritikern der Anlageklasse der Kryptowährungen wird durch solch extreme Phasen Munition geliefert.

Hin zu kommt, dass der Kryptowährungs-Markt weniger reguliert und das gebundene Kapital viel flexibler ist als bei anderen Anlageklassen.  Im Gegensatz zu anderen Anlageklassen, wie Aktien oder Anleihen, gibt es keine Pensionskassen oder Versicherungen, die Kryptowährungen halten. Auch sind regulierte Investmentfonds noch nicht bei Kryptowährungen üblich.

Konkret bedeutet das, dass Kapital viel schneller rein und wieder raus fließen kann, da es keine bürokratischen, regulatorischen und institutionellen Hürden gibt. Ein Pensionsfonds könnte nicht spontan mal eben einfach alle Kryptowährungsbestände verkaufen, ein Privatanleger schon. Folglich führt die Struktur der Investoren bei Kryptowährungen dazu, dass das “Tempo” deutlich höher ist als bei anderen Anlageklassen und sich Zyklen schneller ausbilden können.

BTC-ECHO


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