R3 verteidigt sich – Blockchain-Forschung sei kein verschwendetes Geld

R3 verteidigt sich – Blockchain-Forschung sei kein verschwendetes Geld

Der Geschäftsführer des blockchain-nahen Startups R3 CEV musste sich starker Kritik entgegensetzen. Millionen von US-Dollar seien in den Augen der Kritiker verschwendet worden, da man bei R3 nie eine Blockchain nutzen werde.



In einer Präsentation über seine Corda Plattform via Twitter, hat R3 angegeben, dass sie keine Blockchain entwickeln werden, da „sie keine brauchen“.

Die Stellungnahme von R3 hat viel Spott aus der Krypto-Szene angezogen. Die Kritiker werfen dem Startup vor sein eigenes Geld zu verschwenden.

„Ich muss kein Super-Genie sein, aber ich brauchte keine 59 Mio. US-Dollar um herauszufinden, dass private Blockchains dumm & ineffizient sind. Offene, public Blockchains gewinnen (hier).“

In einer Stellungnahme von R3 Geschäftsführer Charley Cooper an Cointelegraph, versuchte er klar zu machen, dass es dem Startup nie darum ging direkt eine Blockchain-Technologie zu nutzen.

„Nur blöd dass aus dieser Geschichte keine Story gemacht wird“, sagte er. Weiterhin:

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass Corda zwar eine Distributed Ledger Plattform ist, aber keine traditionelle Blockchain Plattform und nie eine werden sollte.“

Seine Stellungnahme erinnert sehr an die des stellvertretenden Direktors Clemens Wan. Er soll auf einer Konferenz von R3 gesagt haben, dass sie kein Blockchain-Startup sind, sondern lediglich durch Blockchain „inspiriert“.

Cooper sagte weiterhin:

„[Blockchains] können nicht einfallslos auf den Markt geschmissen werden: es müssen Anpassungen vorgenommen werden, um regulatorische, datenschutzrechtliche und Probleme der Skalierbarkeit zu lösen. […] Cordas Distributed Ledger Technology ist von Anfang an dafür entworfen worden, um den Bedürfnissen der Finanzdienstleistungsindustrie gerecht zu werden.“

„Sie ist sehr stark durch Blockchain-Systeme inspiriert worden und fängt damit auch die größten Vorteile von Blockchains ein. Doch wir treffen Design-Entscheidungen die den Bedürfnissen der Finanzbehörden gerecht werden müssen.“

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von William Suberg via cointelegraph

Über Danny de Boer

Danny de BoerAls Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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