People’s Bank of China mahnt zu mehr Überwachung von Blockchain-Projekten

David Barkhausen

von David Barkhausen

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David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Die People’s Bank of China, die chinesische Zentralbank, warnt in ihrem jüngsten Arbeitspapier vor Problemen von Blockchain-Projekten. Zwar könnten die Technologien in einem weiten Feld Anwendung finden, dennoch gelte es vor allem, die Unzulänglichkeiten der Technologien abzuwägen. So mahnt das Finanzinstitut Gesetzgeber, es brauche mehr Überwachung und Kontrolle vor allem aufgrund von Geldwäsche und vorherrschender Preisschwankungen von Blockchain-Token. Damit bestätigt die Zentralbank erneut ihren kritischen Tenor gegenüber Kryptowährungen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

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„Was kann die Blockchain und was nicht“ – diese Frage stellt sich das jüngste Arbeitspapier der chinesischen Zentralbank. In ihrer Analyse findet die oberste Geldbehörde des Landes jedoch wenig Lob für dezentrale Technologien, sondern hebt vor allem deren Unzulänglichkeiten hervor.


So gibt das Papier unter anderem mangelnde Wirtschaftlichkeit im Bereich vom Blockchain-Mining, die derzeit eingeschränkte Leistungsstärke in der Bearbeitung großer Datensätze und Smart Contracts sowie grundsätzlich das kaum erreichte Ziel vollständiger Dezentralität zu bedenken. Diese würden den tatsächlichen Mehrwert der Technologieanwendung derzeit einschränken.

Aktuell gäbe es wenige Blockchain-Projekte, die „wirklich landen und soziale Vorteile generieren“. Deshalb gelte es in erster Linie, die Forschung und Entwicklung im Technologiesektor voranzutreiben. Unternehmen wiederum müssten Vernunft walten zu lassen, bevor sie sich für die Blockchain-Technologien entscheiden.

„[Demnach] sollten Blockchain-Anwendungen auf den tatsächlichen Bedingungen basieren und nicht durch zu idealisierte Zwecke eingeschränkt werden“,

mahnt das Papier zur strengen Prüfung, wie die Anwendung tatsächliche Vorteile schaffen könne.

Gewohnte Anklage: Krypto-Blase fordert mehr Überwachung

Die generelle Hinwendung Chinas zu Distributed-Ledger-Technologien (DLT) vor allem von staatlicher Seite sieht das Papier zudem durchaus kritisch. So sei es schwierig, Institutionen und Vertrauen durch Technologie zu ersetzen. Für viele Szenarien seien solche Vorstellungen gar „utopisch“, warnt die Behörde vor zu großer Euphorie gegenüber technischer Innovation.

Gewohnt strenge Worte finden die Zentralbänker darüber hinaus für den Bereich Token- und Kryptowährungen:

„Die derzeitige Blase im Investment- und Finanzierungssektor der Blockchain [ist] offensichtlich: Spekulation, Marktmanipulation und sogar illegale Verstöße. Solches Verhalten ist weit verbreitet, insbesondere bei Projekten, bei denen Token für öffentliche Angebote verwendet werden.“

Im Angesicht enormer Preisschwankungen sowie mangelnder Möglichkeiten von Anti-Geldwäsche- und Transparenz-Maßnahmen mahnt das Papier abschließend, relevante Regierungsabteilungen sollten die Aufsicht von Blockchain-Projekten verstärken. Finanzielle Risiken gelte es zu verhindern.

Blockchain-Boom im Reich der Mitte – trotz kritischer Stimmen

Neu sind diese Töne jedoch nicht. Mit dem Arbeitspapier bestätigt die Zentralbank abermals den bekannt kritischen Tenor gegenüber Kryptowährungen, denen Peking im vergangenen Jahr entschiedenen den regulatorischen Riegel vorgeschoben hatte.

Der aktuellen Warnung technologischer Mankos zum Trotz befindet sich das Reich der Mitte jedoch – vor allem unter besonderer Schirmherrschaft der Regierung – inmitten eines wahrlichen Blockchain-Booms. Scheinbar täglich sprießen neue Blockchain-Projekte aus dem Boden. Vor allem Banken wenden sich den Technologien zu. Im September etwa hatte der Bankenriese BoCom erstmals Wertpapiere über ein DLT-System herausgegeben.

Abseits mahnender Worte hat die People’s Bank hierüber jedoch wenig Handhabe. Als oberste Finanzbehörde verantwortet sie nur die Geld- und Währungspolitik des chinesischen Yuans. Damit hat das Geldinstitut ausschließlich im Bereich finanzieller Stabilität Entscheidungskraft. Die generellen Warnungen vor Blockchain-Problemen sind damit vor allem als innenpolitischer Hinweis etwa gegenüber dem Wirtschaftsministerium oder Unternehmen zu verstehen, bei der Anwendung von DLT genau hinzuschauen.

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