Online-Gambling: Bitcoin vs PayPal

Mark Preuss

von Mark Preuss

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Mark Preuss

Mark Preuss ist Gründer und Geschäftsführer von BTC-ECHO. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den Niederlanden und in China führten ihn verschiedene berufliche Stationen im Finanzwesen zunächst in die Schweiz und schließlich nach Düsseldorf. Schon früh begeisterte er sich für digitale Währungen und die Blockchain-Technologie. In Ermangelung einer Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum entschied sich Mark schließlich Ende 2013 dazu, mit BTC-ECHO eine eigene Medienplattform zu digitalen Währungen und Blockchain ins Leben zu rufen. Seither hat er BTC-ECHO zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Plattform für Kryptowährungen entwickelt.

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Quelle: © YariK, Fotolia

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Es ist mittlerweile keine Geheimnis mehr, dass sich das Geschäft vieler Unternehmensbranchen zunehmend digitalisiert. Unternehmen die diesem Trend nicht folgen, bleiben nicht selten langfristig auf der Strecke. Bestimmten Branchen kommt der digitale Trend ganz gelegen, dazu gehört u.a. auch die Glücksspiel Branche.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Mark Preuss

Hier können wir einen klaren digitalen Trend beobachten der aber auch mit Hinblick auf die Nutzerzufriedenheit auf schnelle und zuverlässige Zahlungsmethoden angewiesen ist. Bisher dominieren herkömmliche Zahlungsmethoden wie SEPA-Zahlungen, Kreditkarten und PayPal die Branche, eine ganz spezielle Währung scheint aber wie geschaffen für das Online-Glücksspiel: Bitcoin

Die Online-Glücksspielbranche erlebt derzeit einen starken Boom und löst das herkömmliche Glücksspiel in physischen Casinos zunehmend ab. Die Online-Spiele werden immer realer und ausgeklügelte Technologien sorgen für eine echte Casino-Atmosphäre im heimischen Wohnzimmer. Warum also ins Casino fahren wenn der Spieler 24/7 von der Couch aus in den Spielgenuss kommen kann? Die nachfolgende historische Grafik (Quelle Statista) belegt den aktuellen Trend der bereits im Jahr 2005 seinen Einzug fand:

Bitcoins Einzug in das Online-Glücksspiel

Bisher geht nur Bruchteil des Gesamtumsatz in der Online-Spielebranche auf das Konto von Bitcoin. Viele Online-Casinos setzten bisher noch auf herkömmliche Zahlungsmethoden wie Überweisungen, Kreditkartenzahlungen und PayPal. Gerade Einzahlungsmethoden wie PayPal sind immer noch weiterverbreitet und beliebt bei den Spielern, aber mit dem stetig wachsenden Interesse und der medialen Verbreitung von digitalen Währungen gewinnt auch Bitcoin zunehmend an Beliebtheit. Nicht zuletzt wegen der vielen Vorteile der bekanntesten Kryptowährung.

Bitcoin vs PayPal


PayPal

Bereits im Jahr 2002, als der Zahlungsgigant PayPal von eBay übernommen wurde war das Online-Glücksspiel ein wichtiger Umsatztreiber des Zahlungsdienstleisters. 2003 wurde die PayPal Zahlungsmethode jedoch aus den US-amerikanischen Online-Casinos verbannt. Grund dafür waren vor allem rechtliche und regulatorische Fragen, nach denen die Online-Casinos gegen den Patriot Act aus dem Jahr 2003 verstoßen haben sollen.

Jetzt im Jahr 2015 wurde das Online-Glückspiel in drei US-Bundesstaaten wieder legalisiert. Auf dem europäischen Markt ist PayPal bereits ein weit verbreitetes Zahlungsmittel und natürlich will der Zahlungsgigant auch ein Stück vom großen American Pie abhaben, gerade jetzt bei der teilweise neuen Gesetzgebung in Nevada, New Jersey und Delaware. Als sich PayPal aus Glücksspiel-Sites im Jahr 2003 zurückzog kamen rund 6% der PayPal-Einnahmen vom Online-Glücksspiel.

Bitcoin

Die Glücksspielbranche erneut zu dominieren wird für PayPal jedoch nicht all zu leicht. Bitcoin feiert bereits seinen Einzug in die Online-Casinos gestartet und erlangt zunehmend an Beliebtheit. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Es sind die vielen Vorteile, die die digitale Währung bietet:

Niedrige Gebühren

Die niedrigen Transaktionsgebühren sind meist das erste Argument für digitale Währungen. Und das zurecht: Auf reddit zeigte der Nutzer Carbone ein schönes Beispiel dafür. Er verkaufte 60 Teile zu je einem Euro auf Ebay und zahlte für einen Gesamtumsatz von 60,50 Euro sagenhafte 17,59 Euro Gebühren an PayPal.

Wäre hier Bitcoin als Zahlungsmittel zum Einsatz gekommen, hätten die Kosten pro Transaktion lediglich 0,00001 oder 0,003 Euro betragen. Insgesamt hätte der Nutzer also nur knapp 18 Cent an Transaktionskosten bezahlt. Zudem spielt es bei Bitcoin-Zahlungen keine Rolle welche Summe ein Nutzer transferieren will, die Transaktionsgebühr ist identisch.

Anonymität

Bitcoin Zahlungen können nahezu anonym transferiert werden. Um eine Bitcoin Zahlung zu verfolgen und den Sender ausfindig zu machen muss ein großer Aufwand betrieben werden. Zudem gibt es bereits eine Vielzahl von Tools die eine Transaktion 100% anonym und nicht trackbar machen. Stichwort: Bitcoin-Mixer.

Dezentralisiert

Durch die dezentrale Natur von Bitcoin gibt es kein staatliches Organ was den Geldfluss aufzeichnet und kontrolliert. PayPal Konten werden zentral kontrolliert und können von einem Tag auf den anderen eingefroren werden und der Nutzer verliert die Gewalt über seine Geldmittel. Zudem sind zentral gesteuerte System viel anfälliger für Hackerangriffe.

Globalität

PayPal ist nicht wie oftmals angenommen in allen Ländern rund um den Globus verfügbar. Beispiele dafür sind der Iran, Afghanistan, Nordkorea und Haiti. Bitcoin hingegen ist bis in den letzten Winkel der Erde verfügbar und kann weltweit als Zahlungsmittel genutzt werden.

Vielseitigkeit

Um PayPal nutzen zu können braucht der Nutzer eine Kreditkarte oder zumindest ein gültiges Bankkonto. Bitcoin hingegen kann sogar offline per SMS über ein uraltes Nokia Handy verschickt werden. Dieser Vorteil wird insbesondere in Entwicklungsländern geschätzt und kommt hier zunehmend zum Tragen.

Freiheit

Der Freiheitsgedanke ist wohl die mächtigste Eigenschaft von Bitcoin als Zahlungsmittel. Bitcoin trotzt allen Hürden im internationalen Zahlungsverkehr.

Auch wenn diese Eigenschaft zunächst vielleicht trivial klingen mag, so denken wir einmal an die weltweit 2,5 Milliarden Menschen die kein Bankkonto besitzen und somit nicht die geringste Chance haben PayPal zu nutzen. Bitcoin hingegen bietet auch diesen Menschen die Möglichkeit an der globalen Wirtschaft teilzunehmen und eigenständig Zahlungen zu tätigen.

Mit Bitcoin kann sogar ein lokaler Farmer in den entlegensten Winkel von Tansania BTC Zahlungen empfangen, wenn die nächste Bank oder die nächste Western Union Zweigstelle mehrere hundert Kilometer entfernt ist. Er kann auch BTC Zahlungen versenden und somit am internationalen Handel teilnehmen.

Bitcoin bietet also viele Vorteile gegenüber PayPal die nicht zuletzt auch den Online-Casinos zu Gute kommen. Mit Bitcoin kann theoretisch jeder Bewohner der Erde in den Genuss des Online-Glückspiels kommen und das mit einer verschwinden geringen Kostenstruktur.

Aufklärungsarbeit

Dennoch, trotz der stark wachsenden Bekanntheit von Bitcoin, scheitert es derzeit noch oftmals an Aufklärung sowohl bei den Nutzern als auch bei den Online-Casino Anbietern.

Heutzutage nutzen die Menschen Kreditkarten und PayPal ohne die Technologie hinter dem Bezahlprozess verstehen zu müssen. Bei Bitcoin hingegen ist momentan noch ein technisches Know-How notwendig. Dank der starken Investitionen in die Branche werden aber auch hier bestimmt sehr bald die ersten “Killer-Apps” Einzug finden und den Bezahlprozess zu einem Kinderspiel machen.

BTC-ECHO


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