OKEx zwingt Trader zur Abwicklung ihrer BCH-Future-Kontrakte

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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OKEx hat mit einer ungewöhnlichen Entscheidung zahlreiche Trader verärgert. Die in Hongkong ansässige Krypto-Börse hat die Händler zu einer vorzeitigen Abwicklung aller Bitcoin-Cash-Futures-Kontrakte gezwungen – gerade, als sich der Kurs im Sinkflug befand. Was wollte sie damit bezwecken?

Wir müssen nicht erneut darauf hinweisen, dass die Bären derzeit den Krypto-Markt erobert haben. Bitcoin Cash hat es dabei besonders hart getroffen. Die Spaltung in ABC und SV führte zu herben Verlusten. Doch genau diese Hard Fork nimmt OKEx nun zum Anlass, alle Bitcoin-Cash-Kontrakte abwickeln zu lassen. Offenbar wollte OKEx so ihre Kunden vor der mit dem Split verbundenen Volatilität schützen.

Eine faire Entscheidung?

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Indem die Krypto-Börse ihre Nutzer am 14. November dazu zwang, ihre Bitcoin-Cash-Einlagen abzuwickeln, haben die Trader zum Teil große Verluste machen müssen. Wie Bloomberg berichtet, hat ein OKEx-Nutzer namens Qiao Changhe ganze 700.000 US-Dollar verloren. „OKEx verliert ihre Glaubwürdigkeit“, sagte Qiao. „Der Futures-Kontrakt wurde zu etwas Unsinnigem, nicht zu etwas, das wir zur Absicherung nutzen könnten.“

Wie zahlreiche weitere Händler will er künftig von der Krypto-Börse Abstand halten. Einer der verärgerten Trader reichte gar eine Beschwerde bei der Securities and Futures Commission von Hongkong ein. Eine Stellungnahme lehnte diese jedoch ab.

Die Wut der Trader ist gut nachzuvollziehen. Gerade, als der Bitcoin-Cash-Kurs im Zuge der Hard Fork in die Tiefe gerauscht ist, müssen sie ihre Bitcoin-Cash-Future-Kontrakte abwickeln und entsprechend Verluste einstreichen. Der Hinweis von OKEx, sie haben zum Schutz der Nutzer gehandelt, kann da nicht beschwichtigen. Auch eine offizielle Entschuldigung für „die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen könnten“ und der Hinweis, die Börse habe gehandelt, ohne Kunden zu benachrichtigen, um das Risiko von Marktmanipulationen zu reduzieren, werden die Händler nicht beruhigen können. Andy Cheung, Betriebsleiter bei OKEx versucht dennoch, die Entscheidung zu erklären:

„Nachdem wir verschiedene Szenarien geprüft hatten, entschieden wir uns für eine frühzeitige Bereinigung als die fairste und vernünftigste Entscheidung, um einen geordneten Markt aufrechtzuerhalten.“

Ob dieses Szenario tatsächlich das fairste gewesen ist, mag man anzweifeln. Doch so ungewöhnlich diese Entscheidung auch ist, illegal ist sie nicht. Dennoch könnte OKEx damit – vor allem in den Augen potentieller institutioneller Investoren – den Ruf der Krypto-Börsen als unsicheren Marktplatz bestätigt haben.

BTC-ECHO

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