OKEx zwingt Trader zur Abwicklung ihrer BCH-Future-Kontrakte

OKEx zwingt Trader zur Abwicklung ihrer BCH-Future-Kontrakte

OKEx hat mit einer ungewöhnlichen Entscheidung zahlreiche Trader verärgert. Die in Hongkong ansässige Krypto-Börse hat die Händler zu einer vorzeitigen Abwicklung aller Bitcoin-Cash-Futures-Kontrakte gezwungen – gerade, als sich der Kurs im Sinkflug befand. Was wollte sie damit bezwecken?

Wir müssen nicht erneut darauf hinweisen, dass die Bären derzeit den Krypto-Markt erobert haben. Bitcoin Cash hat es dabei besonders hart getroffen. Die Spaltung in ABC und SV führte zu herben Verlusten. Doch genau diese Hard Fork nimmt OKEx nun zum Anlass, alle Bitcoin-Cash-Kontrakte abwickeln zu lassen. Offenbar wollte OKEx so ihre Kunden vor der mit dem Split verbundenen Volatilität schützen.

Eine faire Entscheidung?

Indem die Krypto-Börse ihre Nutzer am 14. November dazu zwang, ihre Bitcoin-Cash-Einlagen abzuwickeln, haben die Trader zum Teil große Verluste machen müssen. Wie Bloomberg berichtet, hat ein OKEx-Nutzer namens Qiao Changhe ganze 700.000 US-Dollar verloren. „OKEx verliert ihre Glaubwürdigkeit“, sagte Qiao. „Der Futures-Kontrakt wurde zu etwas Unsinnigem, nicht zu etwas, das wir zur Absicherung nutzen könnten.“

Wie zahlreiche weitere Händler will er künftig von der Krypto-Börse Abstand halten. Einer der verärgerten Trader reichte gar eine Beschwerde bei der Securities and Futures Commission von Hongkong ein. Eine Stellungnahme lehnte diese jedoch ab.

Die Wut der Trader ist gut nachzuvollziehen. Gerade, als der Bitcoin-Cash-Kurs im Zuge der Hard Fork in die Tiefe gerauscht ist, müssen sie ihre Bitcoin-Cash-Future-Kontrakte abwickeln und entsprechend Verluste einstreichen. Der Hinweis von OKEx, sie haben zum Schutz der Nutzer gehandelt, kann da nicht beschwichtigen. Auch eine offizielle Entschuldigung für „die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen könnten“ und der Hinweis, die Börse habe gehandelt, ohne Kunden zu benachrichtigen, um das Risiko von Marktmanipulationen zu reduzieren, werden die Händler nicht beruhigen können. Andy Cheung, Betriebsleiter bei OKEx versucht dennoch, die Entscheidung zu erklären:

„Nachdem wir verschiedene Szenarien geprüft hatten, entschieden wir uns für eine frühzeitige Bereinigung als die fairste und vernünftigste Entscheidung, um einen geordneten Markt aufrechtzuerhalten.“

Ob dieses Szenario tatsächlich das fairste gewesen ist, mag man anzweifeln. Doch so ungewöhnlich diese Entscheidung auch ist, illegal ist sie nicht. Dennoch könnte OKEx damit – vor allem in den Augen potentieller institutioneller Investoren – den Ruf der Krypto-Börsen als unsicheren Marktplatz bestätigt haben.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin-Börse Cryptopia: Insolvenzverwalter stellen Kundendaten sicher
Bitcoin-Börse Cryptopia: Insolvenzverwalter stellen Kundendaten sicher
Tech

Die insolvente neuseeländische Bitcoin-Börse Cryptopia scheint doch nicht alle Kundendaten verloren zu haben. Nachdem es im Mai danach aussah, als würde eine dritte Partei alle Dateien löschen, konnten die Insolvenzverwalter nun einige Daten retten. Cryptopia musste ihren Dienst nach einem massiven Hack in Januar 2019 im Mai einstellen.

Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Südkorea: Die Abwanderung der Bitcoin-Börsen
Tech

Immer mehr südkoreanische Blockchain-Start-ups und Bitcoin-Börsen listen ihre Projekte in Übersee. Neben den USA und China ist auch Singapur ein beliebter Zufluchtsort für Krypto-Entrepreneure. Die Entscheidung, auf ausländischen Plattformen zu operieren, lässt sich auf ungünstige Bedingungen auf dem heimischen Markt zurückführen. Unterdessen reagieren große internationale Börsen erfreut und öffnen ihre Pforten für Südkoreaner.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Bitcoin erreicht niemals 50.000 US-Dollar – Das Meinungs-ECHO
Bitcoin erreicht niemals 50.000 US-Dollar – Das Meinungs-ECHO
Bitcoin

Der Bitcoin-Skeptiker und Goldjunge Peter Schiff ist brüskiert über den Umstand, dass er nicht mehr bei CNBC eingeladen wird. Seine Frustation entlädt sich im Bitcoin Bashing. Unterdessen verweist ein selbstkritischer Vitalik Buterin auf die drängende Skalierungsfrage bei Ethereum. Das Meinungs-ECHO.

Bitcoin-Börse BitFinex erleidet Rückschlag: Das Regulierungs-ECHO
Bitcoin-Börse BitFinex erleidet Rückschlag: Das Regulierungs-ECHO
Krypto

Der Schweizer Bundesrat äußert sich zu Facebooks Libra. Die Bitcoin-Börse BitFinex bekommt von der Staatsanwaltschaft einen regulatorischen Rüffel und Israel bemüht sich um Blockchain-Unternehmen. Das Regulierungs-ECHO.

Bitcoin-Report August 2019 – Ein Blick auf Bitcoin und seine Forks
Bitcoin-Report August 2019 – Ein Blick auf Bitcoin und seine Forks
Wissen

In diesem und weiteren Reports möchten wir einen genaueren Blick auf die Bitcoin-Blockchain und die generelle Kursentwicklung werfen. Wir schauen dabei diesmal auf Bitcoin, Bitcoin Cash und Bitcoin SV.

Bitcoin und klassische Märkte: Analoges Gold schlägt digitales Gold
Bitcoin und klassische Märkte: Analoges Gold schlägt digitales Gold
Märkte

Die Korrelation Bitcoins zu den klassischen Märkten ist weiterhin minimal. Ebenso ist die Volatilität auf Werte gesunken, die der Bitcoin-Kurs seit über einem Monat nicht mehr gesehen hat. Dies wird von einer akzeptablen positiven Performance begleitet, die jedoch aktuell nicht die von Gold schlagen kann.

Angesagt

Die Top Bitcoin- und Blockchain-News der Woche
Kolumne

Neues bei IOTA, Bitcoin-Akzeptanz in Österreich und ein neuer Satoshi Nakamoto: der BTC-ECHO-Newsflash.

NEO-CEO Da Hongfei im Interview: „Es gibt große Unterschiede zwischen NEO und Ethereum“
Altcoins

Die größte Veranstaltung der Blockchain Week in Berlin war der Web3 Summit. Hier versammelt sich die globale Tech-Elite und mit ihr die CEOs und CTOs der Blockchain-Szene. Auch der prominente Blockchain-Unternehmer Da Hongfei, Gründer und CEO der NEO-Plattform, war vor Ort. Wir haben die Gelegenheit genutzt und mit ihm über seine Plattform und die größten Hürden der Krypto-Ökonomie gesprochen.

Bitcoin im Kampf gegen die Inflation: Venezolanische Kaufhauskette Traki will BTC akzeptieren
Bitcoin

Die venezolanische Kaufhauskette Traki will künftig neben Bitcoin und Ether einen breiten Katalog an Kryptowährungen akzeptieren. Dabei helfen soll das Bezahlsystem XPOS des Singapurer Krypto-Start-ups Pundi X. Mit der jüngsten Kooperation will Traki dem Wertverfall des Bolivars trotzen und die Beliebtheit von Bitcoin & Co. für sich nutzen.

Bitcoin-Scam? GGMT & Eldo Coin mahnen zur Vorsicht
Szene

Die österreichische GGMT wirbt damit, „das größte Geschäft aller Zeiten“ zu ermöglichen. Ein fragwürdiger Bitcoin-Abkömmling namens Eldo Coin sowie Versprechen von passivem Einkommen lassen jedoch erhebliche Zweifel am Projekt aufkommen. 

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: