Nun auch MailChimp: Marketing-Plattform stellt sich gegen Kryptowährungen

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen.

Quelle: Censoring the E-mails, lack of freedom of information.

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Nach verschiedenen sozialen Netzwerken stellt sich nun auch MailChimp gegen Kryptowährungen und ICOs. Die bekannte Marketing- und Newsletterplattform möchte damit den exzessiven Betrugsversuchen in der Branche entgegentreten. Es häufen sich jedoch die Vorwürfe, dass deutlich mehr als ICO-Werbung der Zensur zum Opfer fällt. 

Nach Facebook, Twitter und Google positioniert sich nun auch MailChimp gegen Kryptowährungen. MailChimp ist eine Lösung, die verschiedene Unternehmen zur Verwaltung von Newslettern nutzen. Über eine webbasierte Plattform lassen sich Newsletter nicht nur erstellen, sondern auch verwalten, analysieren und konfigurieren.

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Das SaaS-Unternehmen mit Sitz im Atlanta gehört zu den erfolgreichsten der Branche. 2016 wurde MailChimp in der Forbes-Cloud-100-Liste mit Platz 7 geehrt.

Am 29. Februar soll MailChimp die Acceptable Use Poliy geändert haben. In diesen Änderungen hat das Unternehmen festgelegt, dass es

„Unternehmen, die im Prozess des Kaufs, der Transaktion, des Tauschs, der Lagerung, des Marketings oder der Entwicklung von Kryptowährungen, virtuellen Währungen oder anderen Digitalen Assets im Rahmen eines ICOs involviert sind, die Nutzung von MailChimp für die Bewerbung dieser Tätigkeiten untersagt“

Kurz gefasst: Wenn jemand Geld mit ICOs oder Blockchain-Produkten machen möchte, wird sich MailChimp gegen ihn stellen. Damit möchte sich das Unternehmen nicht gegen die Blockchain richten, sondern nur Betrugsvorhaben unterbinden, wie es heißt.

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Diskussionen über Kryptowährungen via Mailchimp ok?

Dem Magazin Futurism gegenüber betonte MailChimp, dass eine Diskussion über Blockchain und Kryptowährungen nicht unter diese neue Regelung falle. Sollten also digitale Medien Informationen über Kryptowährungen über MailChimp verschicken, wäre das in Ordnung – sofern das digitale Medium nicht in oben genannten Aktivitäten involviert ist.

Die Wahrnehmung in der Kryptoszene ist eine andere: Andreas Antonopoulos wies darauf hin, dass inzwischen zwei Newsletter unter die Zensur fielen, die keine Werbung für ICOs oder Börsen machten. Evan Van Ness, Herausgeber des Newsletter „the Week in Ethereum“ beklagte sich über die Zensur recht leidenschaftlich und unterstellte MailChimp, die Blockchain zu hassen. Das ETC-Devteam und Cryptocurrency Jobs mussten ebenso eine Zensur ihres Newsletters beklagen.

Betrugsprävention oder Web 2.0 vs Web 3.0?

Wie schon an anderer Stelle geschrieben waren nach verschiedenen betrügerischen ICOs Maßnahmen abzusehen. Sicherlich würde niemand den hundertsten Werbebot auf Facebook, der die Kommentare mit „Anyone as excited about Crypto as I am?“ vollkleistert, vermissen. Schon Facebook zeigte jedoch auf, dass derartige Verbote sehr pauschal durchgesetzt werden können, sodass auch vernünftige Informationsdienste es mit Sponsored Posts schwierig haben.

Der Schritt von MailChimp ist dabei noch radikaler als die Zensur von Facebook oder Google. In letzteren Fällen findet keine radikale Zensur statt. Die Inhalte sind weiterhin auf dem sozialen Netzwerk beziehungsweise über die Suchmaschine zu finden. Die Politik von MailChimp dagegen ist ein Schritt in Richtung Zensur.

Da inzwischen verschiedene integre Unternehmen aus dem Blockchain-Bereich auch unter den Zensurmaßnahmen der oben genannten Unternehmen zu leiden hatten, sehen manche dahinter einen Angriff des zentralisierten Web 2.0 auf das dezentralisierte Web 3.0. Ganz von der Hand zu weisen sind derartige Vorwürfe nicht, dennoch ist es für derartige Vorwürfe noch zu früh.

Fest steht jedenfalls, dass ein Blick auf Alternativen zu den genannten Unternehmen anzuraten ist.

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