Niederländische Zentralbank fordert Krypto-Regulierung

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Bald werden Krypto-Börsen in den Niederlanden eine Lizenz benötigen, um ihre Dienste anzubieten. Die niederländische Zentralbank, De Nederlandsche Bank, möchte mit dieser Regulierungsmaßnahme der Geldwäsche sowie der Finanzierung von Terrorismus den Kampf ansagen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Alex Roos

Wie die niederländische Tageszeitung De Telegraaf am 11. Dezember berichtete, soll diese Genehmigungspflicht dafür sorgen, dass Kriminelle, die planen, ihr Geld zu waschen oder terroristische Aktionen zu finanzieren, abgeschreckt werden. Um nämlich eine solche Lizenz zu erhalten, müssen die Krypto-Börsen „ungewöhnliche Transaktionen“ melden. Außerdem tritt damit der „Know-Your-Customer“-Grundsatz in Kraft.

Kryptos und kriminelle Machenschaften…

In der Tat ist es nicht weit hergeholt, dass sich der Gebrauch von Kryptowährungen für Geldwäsche-Aktivitäten eignet. Laut einem berichtete, wurden in den letzten zwei Jahren weltweit auf 46 Krypto-Börsen mehr als 88 Millionen US-Dollar gewaschen.


Ein Beispiel stellt eine Website für Sexwerbung, Backpage, dar, die Millionen von US-Dollar über Bitcoin gewaschen hat. In einer 93-seitigen Bundesanklage beschuldigte das US-Justizministerium den Online-Sexmarkt der Geldwäsche. Weitere Anklagepunkten galten der Verschwörung und der Erleichterung von Prostitution. Im April 2018 schloss das Justizministerium Backpage, als offenbar wurde, dass das Unternehmen die Prostitution von Minderjährigen und den Sexhandel seit seiner Gründung im Jahr 2004 gefördert habe.

Fälle wie diese sorgen dafür, dass sich Regulierungsbehörden, die den anonymen (bzw. pseudonymen) Kryptowährungen gegenüber sehr misstrauisch eingestellt sind, bestätigt sehen.

…und wie es wirklich ist

Ein paar Schneeflocken machen noch keinen Winter und wie Quebecs wissenschaftlicher Leiter, Rémi Quirion, betont, machen die kriminellen Machenschaften mit Kryptowährungen noch einen sehr kleinen Teil aus. So veröffentlichte er im April diesen Jahres einen Bericht, in dem er zu dem Schluss kam, dass Bitcoin fälschlicherweise als Anlaufstelle Nr.1  für Geldwäsche und kriminelle Aktivitäten gesehen wird. Die Tatsachen stützen diese Behauptungen nämlich nicht. So heißt es in dem Bericht:

„Bitcoin steht weder über dem Gesetz, noch ist es ein Magnet für illegale Transaktionen: Es macht nur einen winzigen Teil des kriminellen Geldes aus, das auf dem Planeten zirkuliert. Der Grund: Es ist weniger attraktiv für alle, die Transaktionen ohne Spur hinterlassen wollen.“

Zu denselben Ergebnissen sind bereits zahlreiche Studien in diesem Jahr gekommen. Wie BTC-ECHO berichtete, hat die südkoreanische Financial Information Unit (FIU) erst Ende November darüber informiert, dass Terroristen nach wie vor die herkömmlichen Bankenwege gehen oder auf Bargeld ausweichen. Bitcoin & Co. sind für die Kriminellen faktisch keine Alternative. Auch der US-Kongress und Europol sind zu diesen Ergebnissen gekommen.

Die Argumentation der niederländischen Zentralbank für eine Krypto-Regulierung zeigt also, dass Annahmen und Mutmaßungen hier so fest verankert sind, dass selbst deren mehrfache Entkräftigung sie nicht eliminieren kann.

BTC-ECHO


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