Bitcoin-Scam? GGMT & Eldo Coin mahnen zur Vorsicht
Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 4 Minuten

GGMT & Eldo Coin: Vorsicht vor mutmaßlichem Bitcoin-Scam

Quelle: Shutterstock

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Die österreichische GGMT wirbt damit, „das größte Geschäft aller Zeiten“ zu ermöglichen. Ein fragwürdiger Bitcoin-Abkömmling namens Eldo Coin sowie Versprechen von passivem Einkommen lassen jedoch erhebliche Zweifel am Projekt aufkommen. 

Update am 06. September 2019: Wie uns die Aufsichtsbehörde für den Finanzmarkt Österreich (FMA) mitteilt, verfügt die GMT über KEINE Konzession der FMA und ist nicht im Rahmen der Dienst- oder Niederlassungsfreiheit registriert. Das bedeutet, dass das Unternehmen in Österreich nicht berechtigt ist, konzessionspflichtige Finanzdienstleistungen anzubieten.  

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Bitcoin wird oft als digitales Gold bezeichnet. Vor allem die begrenzte Menge sowie die Möglichkeit des Minings, also dem Schürfen der Kryptowährung, lässt hier Parallelen erkennen. Seit geraumer Zeit verspricht nun das österreichische Unternehmen Green Gold Mine Trading Gmbh, kurz: GGMT, eine Verbindung zwischen analogem Goldschürfen und Kryptowährungen herzustellen. Zeit, das Projekt unter die Lupe zu nehmen.

GGMT & Eldo Coin: Das Versprechen

Die GGMT verspricht Anlegern laut Informationen, die uns zugespielt worden sind, in Webinaren, passives Einkommen generieren zu können. Indem Anleger ihr Geld der GGMT anvertrauen, sollen sich die Renditemöglichkeiten exponentiell steigern.

Das angelegte Geld sendet die GGMT laut eigenen Angaben ins südamerikanische Guyana, wo das Unternehmen mit einer Firma zusammenarbeitet, die sich dem Schürfen von Gold widmet. Je nachdem, wie lange man wartet soll man dann mehr Gold für sein Geld bekommen. Verbindungsperson sei laut Firmenangaben Alexander Scheller, angeblich ehemaliger österreichischer Konsul im südamerikanischen Land.

Eine Zusammenarbeit mit dem österreichischen Außenministerium, die hier suggeriert wird, findet jedoch nicht statt. Auf Anfrage von BTC-ECHO bestätigte uns das österreichische Außenministerium:

Das Bundeministerium für Europa, Integration und Äußeres arbeitet grundsätzlich nicht mit Unternehmen zu kommerziellen Zwecken zusammen. Eine derartige Zusammenarbeit mit der erwähnten Firma können wir ausschließen.

Peter Guschelbauer, Sprecher des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres

Spekulationsfrist wie auch bei Bitcoin als Anreiz

Wie das Unternehmen weiter vorgibt, hat es dazu einen „exklusiven Vertrag“ mit der in Guyana ansässigen Alicio Mining Inc., die in etwa zur selben Zeit wie GGMT gegründet wurde. Wer vier Jahre wartet, soll 50 Prozent Rabatt auf sein Gold bekommen.

Die GGMT kann, so das weitere Versprechen, bedingt durch die Wartezeit, sehr viel mehr Gold schürfen, als die Anleger bezahlen. Dieses will GGMT an die Regierung in Guyana verkaufen.

Hier setzt die GGMT auf die Spekulationsfrist, die auch bei Bitcoin & Co. gilt – wer länger als ein Jahr wartet, muss demgemäß keine Steuern zahlen.

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Der Goldrechtanteil

Wer sein Geld der GGMT übergibt, soll außerdem einen Goldrechtanteil bekommen. Dieser soll 10 Prozent des Umsatzes des Unternehmens betragen und regelmäßig ausgezahlt werden.

Ein weiterer Anreiz von GGMT: Wer Vertriebspartner wird, soll noch mehr Renditen bekommen. So heißt es in einem Video:

Wenn sie den nächsten Schritt machen möchten, dann melden sie sich einfach bei der Person, die sie auf dieses Video aufmerksam gemacht hat.

Der Eldo Coin: Schwer aufzufindender „Bitcoin-Ableger“

Zugegeben: Den Eldo Coin als Bitcoin-Ableger zu bezeichnen, erscheint etwas vermessen. Nach aktuellem Kenntnisstand, scheint er sich mit Bitcoin nur die Bezeichnung als digitale Währung zu teilen. Weder findet man ihn auf einschlägigen Bitcoin-Ranking-Seiten, noch ist die offizielle Homepage erreichbar.

Während der Eldo Coin in der Vergangenheit als Anreizsystem bei GGMT zählte, sollen die Betreiber des Eldo Coins die Zusammenarbeit mit GGMT inzwischen gekündigt haben. Nach selbigen Informationen war ihnen eine Gewinnbeteiligung von GGMT versprochen worden, die nie eingelöst worden ist.

Fazit: Ist GGMT ein Bitcoin-Scam?

Ist GGMT also ein Scam? Ob es jemals Auszahlungen gab, können wir bisher nicht bestätigen. Fest steht zudem: Die Vertriebsstruktur und das Anreizsystem von GGMT weist starke Merkmale eines Pyramidensystems auf. Weitere Warnsignale sendet die offenbar gekündigte Partnerschaft zu EldoCoin. Auch sind die suggerierten Verbindungen zum österreichischen Außenministerium irreführend, was weitere Zweifel an der Seriosität von GMMT aufkommen lässt.

Bitcoin-Scams sind in der Krypto-Szene keine Seltenheit. Gerade mutmaßliche Pyramidensysteme wie zuletzt der Plus Token schaffen es immer wieder, vom Bitcoin-Hype zu profitieren und gutgläubige Anleger um ihr Geld zu bringen.

Wer mehr Informationen zu GGMT und dem Eldo Coin oder anderen Projekten hat, die mehr Aufmerksamkeit erfordern, kann uns unter [email protected] kontaktieren.

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