Neues UN-Gremium soll Digitaltechnologien wie Blockchain untersuchen

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

Quelle: Conference table and chairs in meeting room via Shutterstock

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Der UN-Chef António Guterres hat eine hochkarätige Gruppe von Technologieexperten zusammengestellt, um zukünftig effektiver von Digitaltechnologien wie der Blockchain profitieren zu können. Außerdem soll das UN-Gremium sicherstellen, dass unerwünschte Auswirkungen der Nutzung neuer digitaler Technologien erkannt und vermieden werden können.

Wie die UN am 12. Juli auf ihrer Website UN News mitteilte, will der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, dafür sorgen, dass neue digitale Technologien wie die Blockchain künftig effektiver genutzt werden können. Hierfür hat er ein digitales Expertengremium einführt, das Vor- und Nachteile ausloten soll.

„Einzigartige Plattform für den Dialog in unserem digitalen Zeitalter“


Die US-amerikanische Philanthropin Melinda Gates und der in China ansässige Alibaba-Gründer Jack Ma werden das Gremium für digitale Zusammenarbeit gemeinsam leiten. Die Expertengruppe wird insgesamt 20 Mitglieder umfassen. Sie ist ein Resultat von ungefähr einem Jahr der Konsultationen mit mehr als 120 Mitgliedstaaten. Dabei ist das Ziel des Gremiums nicht nur die Abbildung von Trends bei digitalen Technologien. Es soll auch Lücken und Chancen aufzeigen sowie Vorschläge zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit ausarbeiten.

„Dies ist das erste Gremium seiner Art – und wird sich aus Frauen und Männern aus den Bereichen Technologie, öffentliche Politik, Wissenschaft und Universität zusammensetzen“,

erläuterte Guterres Reportern im UN-Hauptquartier in New York. Er halte es für notwendig, sich detailliert mit den neuen Möglichkeiten aufkommender Digitaltechnologien zu befassen. Sie verändere die Wirtschaft und die Gesellschaft „mit Warp-Geschwindigkeit“. Dabei sei sowohl das Ausmaß als auch die Geschwindigkeit des Wandels „beispiellos“. Aktuell könne man allein mit dieser Geschwindigkeit nicht Schritt halten:

„Aber die derzeitigen Mittel und das Niveau der internationalen Zusammenarbeit sind der Herausforderung nicht gewachsen. Ich sehe die Vereinten Nationen als eine einzigartige Plattform für den Dialog in unserem digitalen Zeitalter.“

Auswirkungen auf Menschenrechte

Laut dem Exekutivdirektor und Ko-Vorsitzenden, Botschafter Amandeep Gill, wolle der UN-Chef einen „kompetitiven“ Ansatz für digitale Fragen vermeiden. Dieser wirke sich nämlich derzeit auf Diskussionen über Handel, Daten und Sicherheit aus. So betonte Gill:

„Dieser Wettbewerbsgeist, diese Denkweise könnte diesen Bereich durchdringen und die Digitaltechnik daran hindern, zur Erreichung der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beizutragen.“

Digitale Technologien haben immer mehr Einfluss auf unseren Alltag. Neben zahlreichen Vorzügen sind sie aber auch für viele negative Einflüsse wie Cyber-Attacken und Wahlmanipulationen verantwortlich. Daher hob Botschafter Gill die „dringende“ Notwendigkeit hervor, die möglichen positiven und negativen Auswirkungen auf die sozialen und wirtschaftlichen Rechte sowie auf die Menschenrechte anzugehen:

 „Man kann nicht auf Web 3.0 schauen, ohne auf die Blockchain-Technologie oder auf KI (Künstliche Intelligenz) zu schauen. […] Wir hoffen also, dass wir durch diese Diskussion dieser verschiedenen digitalen Bereiche, der Geschäftsmodelle, der Chancen und Risiken und der unbeabsichtigten Konsequenzen in Bezug auf Menschenrechte, in Bezug auf die Privatsphäre, in Bezug auf Subversion der Demokratie, in der Lage sind, mit einigen gemeinsamen Prinzipien […] die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu stärken.“

Das Gremium soll sich während seines neunmonatigen Mandats zwei Mal treffen. Das erste Treffen wird anschließend im September in New York, das zweite im Januar nächsten Jahres in der Schweiz stattfinden. Dabei soll es auch Möglichkeiten geben, die Zivilgesellschaft in die Beratung mit einzubeziehen. Der Bericht, der am Ende der Untersuchungen entstehen soll, wird gemäß dem Botschafter als „Referenz für zukünftige digitale Diskussionen“ dienen.

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