Neues Amazon-Patent – der Beginn einer Datenkrake für Bitcoin-Transaktionen?

Chiara Bachmann

von Chiara Bachmann

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Chiara Bachmann

Chiara Bachmann studiert im Master Wirtschaft & Recht mit Schwerpunkt Finance an der Hochschule Aschaffenburg. Sie interessiert sich nicht nur für Anwendungen in der Finanzbranche, sondern auch für den gesellschaftlichen Wandel, den die Blockchain mit sich bringen kann. Es ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit auch Frauen für die Thematik zu begeistern.

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Quelle: Tentacles of octopus via Shutterstock

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Amazon hat ein Patent bewilligt bekommen, das es dem Unternehmen erlaubt über einen Daten-Marktplatz Datenströme zusammenzuführen und zu tracken.  Darunter können auch Bitcoin-Transaktionen fallen.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 11. Juli 2019 09:07 Uhr von Andre Winterberg

Das U.S. Patent and Trademark Office hat am 17. April das Patent der Amazon-Tochter Amazon Technologies, Inc. genehmigt.

Bitcoin-Transaktionen und Versandadressen – plötzlich zuordenbar

Mit Hilfe des Patents kann man Datenströme in Beziehung setzen und die zusammengeführten Datenströme in Form eines Abonnements verkaufen. Im Patentantrag wurden Bitcoin-Transaktionen zweimal als Beispiel benannt.

Onlinehändler, die Bitcoin-Transaktionen akzeptieren, verfügen in den meisten Fällen auch über die zugehörigen Versandadressen. Es besteht sodann die Möglichkeit, die Daten der Händler zu kombinieren und diese als einen gemeinsamen Datensatz zu veröffentlichen. Telekommunikationsanbieter haben die Möglichkeit, das Ganze dann noch mit IP-Adressen zu versehen, um die Adressen der Transaktionen ihren Herkunftsländern zuzuordnen. Regierungsbehörden können wiederum diese Daten mit Steuerdaten zusammenbringen, um die Transaktionsteilnehmer zu identifizieren.

Strafverfolgungsbehörden als potentielle Kunden von Amazon


Das zweite benannte Beispiel erläutert, wie Strafverfolgungsbehörden Daten zu globalen Bitcoin-Transaktionen erhalten können, die eine Verbindung zwischen Online- und Offline-Adressen herstellen können.

Strafverfolgungsbehörden haben in der Regel ebenfalls Interesse an den Datensätzen. Diese haben jedoch gegebenenfalls spezifische Wünsche. Zum Beispiel möchten sie keine zusätzlichen verfügbaren Erweiterungen wie Bankdatensätze, sondern nur spezifische Transaktionsdaten. Die angepassten Datensätze werden dann nach Gigabyte abgerechnet und die Behörde kann mit Hilfe eines Analysetools Auswertungen machen.

Mögliche Folgen

Diese Anwendung schafft letztlich sowohl Vorteile als auch Nachteile. Einerseits ist es damit möglich, Straftätern auf die Schliche zu kommen. Andererseits begibt man sich damit einen weiteren Schritt in Richtung „gläserner“ Mensch.

Ob Amazon damit Kryptowährungen als gängiges Zahlungsmittel zulassen wird, ist nach wie vor fraglich. Es könnte sich jedoch lohnen, sollte die Tochtergesellschaft die Möglichkeiten des Patents nutzen und die Daten monetarisieren. Im vergangenen Jahr gab es bereits eine Petition, die den Amazon-CEO Jeff Bezos dazu aufforderte, Bitcoin und Litecoin zu akzeptieren. Diese hat bisher jedoch noch nicht zu einer Veränderung geführt.

BTC-ECHO


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