Nächste Klage gegen Ripple – XRP ein Wertpapier?

Nächste Klage gegen Ripple – XRP ein Wertpapier?
Kryptokompass

Gegen das Unternehmen Ripple Labs wurde erneut Klage eingereicht. Ripple und seinem CEO Brad Garlinghouse wird vorgeworfen, mit Ripples Token XRP in eine betrügerische Masche verwickelt zu sein. Das wirft erneut die Frage auf, ob der XRP als Wertpapier einzuordnen ist.

Die Klage, um die es geht, wurde am 27. Juni vor dem obersten Gericht des US-Bundesstaates Kalifornien eingereicht. Urheber war ein privater XRP-Investor, der seine Klage ausdrücklich auch im Namen von Investoren in ähnlicher Lage formuliert. Angeklagt werden das Unternehmen Ripple Labs sowie dessen CEO Brad Garlinghouse, denen unlautere Geschäftsmethoden wie Wertpapier-Betrug und Preismanipulation vorgeworfen werden.

Ist XRP ein Wertpapier?

Es ist bereits die dritte Klage gegen Ripple innerhalb der letzten zwei Monate – alle drei verfolgen denselben Grundton. So geht es darum, dass das Unternehmen Ripple Labs in Form des Token XRP registrierte Wertpapiere verkaufe. Im Gegensatz zum Bitcoin werden XRP an einer zentralen Stelle generiert und anschließend auf den Markt gebracht. So führe das Unternehmen – wenn man so will – einen nie endenden ICO durch. Ripple Labs hält selbst die Mehrheit der XRP-Token. Die Ankläger haben darin einen Wertpapier-Betrugsfall nach kalifornischem Recht erkannt.

Ripple solle zudem versuchen, den Kurs des XRP künstlich zu pushen. Im Dezember kündigte Garlinghouse via Twitter etwa an, dass man von den 61 Milliarden XRP 55 Milliarden in einem Treuhandkonto hinterlegt. Die Limitierung des Angebots soll den signifikanten Preisanstieg des XRP in den darauffolgenden Monaten erheblich beeinflusst haben.

Antwort von Garlinghouse

Der CEO Brad Garlinghouse hält dagegen. Seiner Auffassung nach handle es sich bei dem XRP-Token nicht um ein Wertpapier. Dadurch würden die Vorwürfe aller drei Klagen obsolet, da diese sich auf die Wertpapiergesetzgebung in Kalifornien berufen. Garlinghouse führt drei Hauptargumente auf, die gegen eine Einstufung von Ripples Token als Wertpapier sprechen.

Zum einen sei die Technologie, auf der der XRP beruhe, Open Source und nicht abhängig von dem Unternehmen Ripple. Sollte Ripple Labs irgendwann nicht mehr existieren, wäre es immer noch möglich, XRP zu traden. Zum anderen sei es bereits möglich, Aktien des Unternehmens Ripple zu kaufen. Investoren in das Unternehmen müsse man jedoch klar von Investoren in XRP unterscheiden. Das dritte Argument bezieht sich auf die Anwendung von XRP in der Praxis. Ein bloßes Wertpapier könne nicht die Rolle bei Transaktionen spielen, die der Token von Ripple erfüllt.

Ripples Chief Market Strategist Cory Johnson hatte im letzten Monat ähnliche Argumente vorgebracht. Auch er wehrte sich dagegen, das Unternehmen Ripple und die Kryptowährung XRP zu sehr als Einheit zu betrachten. Zudem verglich er Ripple mit dem Zahlungsdienstleister SWIFT, den er als Hauptkonkurrenten ansieht. Der XRP erfülle demnach lediglich eine Funktion im Ripple-Ökosystem – den der Transaktionswährung.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

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