Nach Protesten in Polen: Keine Steuern mehr auf Kryptowährungen

Quelle: National Independence Day in Poland, group of people carrying Poland flags on the street via Shutterstock

Nach Protesten in Polen: Keine Steuern mehr auf Kryptowährungen

Krypto-Nutzer in Polen müssen künftig keine Steuern mehr auf das Handeln mit Kryptowährungen zahlen. Damit reagiert das polnische Finanzministerium auf eine massive Gegenfront aus der polnischen Krypto-Community. Das Aufheben der Steuerpflicht ist jedoch zunächst temporär – es gilt also abzuwarten, wie sich die Lage für die polnischen Krypto-Fans in der nächsten Zeit entwickelt.

Zu Jahresbeginn hatte die polnische Regierung eine Besteuerung von Kryptowährungen ins Spiel gebracht. Wie das Finanzministerium im April mitteilte, sind alle Polen, die in Krypto handeln, dazu verpflichtet, die daraus erzielten Gewinne zu versteuern. Dementsprechend sind alle Einnahmen der persönlichen Einkommenssteuer zuzurechnen. Diese liegt, abhängig von der Höhe des Einkommens, im Bereich zwischen 18 und 32 Prozent. Darüber hinaus besteht das Finanzministerium auf eine Transaktionssteuer von einem Prozent pro Trade – unabhängig von Gewinnen oder Verlusten, die der Kryptohandel den Nutzern bringt.

Die Ankündigungen der Regierung zogen eine unmittelbare Reaktion der Krypto-Community nach sich. Nachdem zunächst eine Online-Petition unterzeichnet wurde, sammelten sich einige Demonstranten aus der Kryptoszene vor dem Gebäude des Finanzministeriums. Sie klagten die Regierung an, den aufstrebenden Kryptomarkt in Polen eingrenzen zu wollen und ihre kryptofeindliche Strategie weiterzuführen. Zudem wurde der Zeitpunkt der Ankündigung kritisiert: Die Deadline für die Entrichtung der jährlichen Steuer ist der 30. April, wenige Wochen nach der Bekanntgabe der Krypto-Besteuerung.

Umdenken der Regierung

Jetzt hat sich das polnische Finanzministerium nach ausführlicheren Gesprächen mit den Protestlern offenbar eines Besseren besonnen. Wie die polnische Presseagentur in der letzten Woche berichtete, möchte das Finanzministerium eine „ausführliche Analyse“ im Bereich Kryptowährungen anstellen, um eine angemessene Regulierungs- und Steuerpolitik anzubringen. Bis diese Analyse abgeschlossen ist, soll die Besteuerung des Kryptohandels vorerst ausgesetzt werden. Zumindest auf kurze bis mittelfristige Sicht sind dies also gute Nachrichten für Krypto-Trader in Polen.

In Deutschland werden private Veräußerungsgeschäfte von Kryptowährungen nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) besteuert. Eine genaue Erläuterung der steuerlichen Situation in Deutschland gibt es hier. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die wenigsten Länder bereits eine finale Fassung eines regulatorischen Rahmenwerks für Kryptowährungen ausgearbeitet haben. Dementsprechend ist auch beim Thema Steuern noch nicht das letzte Wort gesprochen.


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
ICO

Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) versucht Ordnung in die manchmal chaotische Krypto-Welt hineinzubringen. Manch einen mag dieser Regulierungseifer stören, doch oftmals erscheint er auch gerechtfertigt. So auch in diesem Fall.

EU Science Hub veröffentlicht Blockchain-Report
EU Science Hub veröffentlicht Blockchain-Report
Politik

Die gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Union publiziert einen Report zum Thema Blockchain. Das Dokument mit dem Titel „Blockchain Now and Tomorrow“ analysiert den aktuellen Stand der Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Es kommt zu dem Schluss, dass Bitcoin & Co. ein riesiges Potential für die Zukunft besitzen. Nichtsdestotrotz weisen die Autoren auf Risiken hin.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Marktkommentar: Stellar, Cardano und Ethereum als Vorboten der Altcoin Season?
Marktkommentar: Stellar, Cardano und Ethereum als Vorboten der Altcoin Season?
Kursanalyse

Während sich der Bitcoin-Kurs weiterhin sehr ruhig verhielt, konnten viele Altcoins sehr gut performen. Insbesondere Stellar konnte einen Pump von 50 Prozent innerhalb von drei Tagen sehen. Auch Cardano kann sich über ein signifikantes Wachstum freuen. Etwas überraschend war, dass Ethereum temporär bei Coinmarketcap auf Platz 1 stand, was jedoch an einem Bug bei Coinmarketcap lag.

Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Arab Bank: Weitere Schweizer Privatbank auf Krypto-Jagd
Unternehmen

Eine weitere Schweizer Bank bietet nun die Verwahrung der beiden großen Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum an. Die Arab Bank Ltd. gehört damit zu den wenigen Privatbanken Europas, die digitale Assets für ihre vermögenden Kunden anbieten.

Umfrage: Österreich ist bei Bitcoin & Co. die skeptischste Nation Europas
Umfrage: Österreich ist bei Bitcoin & Co. die skeptischste Nation Europas
Bitcoin

Die Bank ING hat in einer Umfrage festgestellt, dass in Europa vor allem die Türkei bullish in Sachen Bitcoin & Co. eingestellt ist. Die Deutschen zeigen sich skeptisch – nur die Österreicher sind noch misstrauischer.

Stets bemüht: Was die Blockchain-Strategie der Bundesregierung für den Standort Deutschland bedeutet
Stets bemüht: Was die Blockchain-Strategie der Bundesregierung für den Standort Deutschland bedeutet
Kommentar

Die am Mittwoch verabschiedete Blockchain-Strategie der Bundesregierung umfasst insgesamt 44 Maßnahmen. Was diese für den Standort Deutschland bedeuten, warum es nicht ohne German Angst geht und wir gute Chancen haben Tokenisierungs-Weltmeister zu werden. Ein Kommentar.

Angesagt

Bitcoin auf Papier: Bitcoin Suisse stellt neue Krypto-Zertifikate vor
Unternehmen

Bitcoin in Form eines Geldscheines? Der schweizerische Krypto-Finanzdienstleister Bitcoin Suisse macht’s möglich. Die Neuauflage der Krypto-Zertifikate kommt mit neuem Design und Sicherheitsfeatures daher.

Türkei ruft Regulatory Sandboxes für Blockchain ins Leben
Regierungen

Im Rahmen der türkischen Digitalstrategie für das Jahr 2023 wird es in dem Land auch Entwicklungen im Blockchain-Bereich geben. Unter anderem ist eine „Nationale Blockchain-Infrastruktur“ geplant. Auch Cloud Computing, das Internet der Dinge und Open-Source-Initiativen stehen an. Die türkische Regierung erhofft sich davon offenbar Vorteile hinsichtlich Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Dublin: US-Stadt plant blockchainbasiertes Identitätssystem samt Belohnungsfunktion
Blockchain

In Hightech-Zeiten ist es nur folgerichtig, wenn auch die eigene Identität auf digitalem Wege nachgewiesen werden kann. Wie in allen Fällen, bei denen es um Datensicherheit geht, bietet es sich hier an, auf die Blockchain zurückzugreifen. Auch die US-Stadt Dublin hat einen derartigen Weg eingeschlagen. Neben dem unbedenklichen Identitätssystem versucht sich die Stadt jedoch auch an einem beunruhigenden Belohnungsmechanismus.

SEC reicht Klage gegen gesetzwidrigen Token-Verkauf ein
ICO

Die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) versucht Ordnung in die manchmal chaotische Krypto-Welt hineinzubringen. Manch einen mag dieser Regulierungseifer stören, doch oftmals erscheint er auch gerechtfertigt. So auch in diesem Fall.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: