Moschee in London akzeptiert Bitcoin und Ether

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Quelle: Middle eastern or arabic dishes and assorted meze, concrete rustic background. Meat kebab, falafel, baba ghanoush, muhammara, hummus, sambusak, rice, tahini, kibbeh, pita. Halal food. Lebanese cuisine via Shutterstock

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Die Shacklewell Lane Moschee akzeptiert künftig Spenden in Kryptowährungen. Damit ist sie die erste Moschee im Vereinigten Königreich, die Bitcoin und die Kryptowährung von Ethereum auf Spendenbasis akzeptiert. Eine verspätete Antwort auf die Frage: Ist Bitcoin halal?

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Alex Roos

Im Jahr 2015 gab es laut dem Pew Research Center schätzungsweise 1,8 Milliarden Muslime auf der Welt. Das sind fast ein Viertel der Weltbevölkerung. Kaum überraschen wird es dabei, dass es sich bei Muslimen um die am schnellsten wachsende Religionszugehörigkeit handelt. Zwar steht sie in ihrer Gesamtzahl immer noch hinter dem Christentum, wächst aber sehr viel schneller und stärker.

So kam auch schnell die Frage auf, ob Bitcoin mit der Religion konform geht – ist Bitcoin haram (verboten) oder halal (erlaubt)? Diese Frage richtet sich auch an das islamische Gesetz, die Scharia. Sie ist auf die Lehren des Korans abgestimmt und bietet damit ein Regelwerk, an denen Muslime ihr Leben ausrichten können. Hier gibt es im Finanzbereich bestimmte Dinge, die in jedem Fall haram – also verboten – sind. Dazu gehört etwa das Verlangen von Wucherzinsen (riba) oder auch die Investition in Unternehmen, die als haram aufgefasst werden. So stellt sich immer wieder die Frage: Ist Bitcoin halal?

Ist Bitcoin halal?

Die wissenschaftliche Antwort lautet: Ja. Und das nicht nur, weil eine Moschee in Shacklewell nun Kryptowährungen akzeptiert. In einem Paper untersuchte Charles W. Evans die Beziehung zwischen Bitcoin als „Blockchain-Management-System“ (BMS) und den Ansprüchen des Islams an Banking und Finance. Er kommt zu dem Schluss, dass Bitcoin als BMS durchaus mit dem Verbot von Riba konform gehen und dabei dennoch die Prinzipien des Gemeinwohls (Maslaha) beachten kann. Er gibt sogar zu bedenken, dass Bitcoin aufgrund seiner Besitzstrukturen besser zum Islam passen könnte als die Fiatwährungen der Zentralbanken. Unter islamistischen Führern ist die Frage jedoch noch umstritten – so wird immer wieder das Argument angeführt, dass es auch darauf ankomme, woher die jeweiligen Gelder kämen. So äußerte sich der religiöse Berater der Moschee Zayd al Khai gegenüber dem britischen Magazin iNews wie folgt:

„Kryptowährungen sind neu und ihre Verwendung wächst stetig. Unter diesen Umständen muss jemand den Ton angeben. Wir haben nun diese Kampagne gestartet. Wenn sie erfolgreich ist, werden sicher viele weitere Moscheen und islamistische Wohlfahrtsvereine folgen. Jegliche Art von Geld oder Währung ist weder halal – erlaubt – noch haram – verboten. [Es geht um] den Wert, der repräsentiert wird. Wenn Geld in einer gesetzeskonformen Art und Weise übertragen wird, dann ist es auch halal. Bei Bargeld wissen wir auch nicht immer, wo es herkommt, aber das nehmen wir auch in gutem Glauben an.“


So verkündete die Shacklewell Lane Moschee Masjid Ramadan in London schließlich, dass sie künftig Spenden in Bitcoin und Ether akzeptiere. Die Spenden wolle man für Reparaturen verwenden und um Familien zu unterstützen, die sich keine Begräbnisse leisten können. Von der Spendenaktion erhoffe man sich mindestens 10.000 Pfund.

BTC-ECHO


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