Mit Ethereum gegen Zensur: #metoo-Bewegung auf der Blockchain

Quelle: Asian black ribbon with closed mouth via Shutterstock

Mit Ethereum gegen Zensur: #metoo-Bewegung auf der Blockchain

Nach dem Selbstmord einer Studentin an der chinesischen Universität Peking werden Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen Professor laut. Auf Nachforschungen reagiert die Universität mit Zensur. Studenten verbreiten Nachrichten daraufhin auf der Ethereum-Blockchain.

Der Anstoß der aktuellen Debatte ist ein Suizid aus dem Jahre 1998. Kommilitonen der verstorbenen Studentin erheben heute Vorwürfe gegen den Professor Shen Yang, die Studentin vergewaltigt zu haben. Shen Yang bestreitet die Vorwürfe. Er ist nicht mehr an der Universität in Peking tätig.

Die Studentin Deng Yuzhen griff den 20 Jahre zurückliegenden Vorfall auf. Sie veröffentlichte einen Artikel, indem sie sich besorgt über den „Shenyang-Vorfall“ äußerte. Gemeinsam mit anderen Studenten beantragte sie schließlich die Offenlegung des Falles bei der Universität. Eine entsprechende Petition unterzeichneten zahlreiche Studenten.

Zensur und Schikane durch die Universität

Wie die Universität auf die Forderung reagierte, erzählt die Studentin Yue Xin auf der Ethereum-Blockchain nach. Sie ist eine von acht Studenten, die die Offenlegung des Shenyang-Vorfalls bei der Universität beantragt haben. Yue Xin schreibt in dem Ethereum-Dokument (lesbar per Klick auf Convert To UTF8), dass sie eingeschüchtert und schikaniert worden sei. So befragten sie Angehörigen der Fakultät mehrfach bis spät in die Nacht. Außerdem musste sie die Petition zerstören sowie alle Informationen zum Shenyang-Vorfall von ihrem Computer und Smartphone löschen. Gleichzeitig teilte die Universität ihr mit, dass „der Inhalt zur öffentlichen Überprüfung von Shenyang aufgrund von Arbeitsfehlern im Chinesischen Institut nicht gefunden wurde.“ Folgt man den Behauptungen in Yue Xins Dokument, gibt sich die Universität Peking alle Mühe, den Vorfall zu vertuschen.

Die Blockchain als Helfer

Blockchains speichern nicht nur Transaktionen, sondern können auch versteckte Botschaften enthalten. Wie das funktioniert, haben wir hier erklärt. Yue Xin hat den Inhalt eines offenen Briefes codiert und mittels einer Transaktion auf der Blockchain gespeichert. Mitglieder von mindestens drei chinesischen Universitäten haben sich diesem Vorgehen inzwischen angeschlossen und mittels Blockchain Unterstützung bekundet.

Das Umgehen von Zensur zeigt eine der großen Stärken der dezentralen Blockchain-Technologie. Einen Schwachpunkt gibt es allerdings bei Blockexplorern auf zentralisierten Websites. Zwar können Informationen nicht direkt auf der Blockchain gelöscht werden, der Zugriff auf notwendige Websites kann jedoch blockiert werden. Um das Potenzial der Blockchain als zensur-resistentes Kommunikationsmedium vollständig zu entfalten, braucht es also noch einfachere Methoden, die Blockchain zu erkunden. Hier sind die Entwickler gefragt.

BTC-ECHO

Ähnliche Artikel

Ethereum-Browsererweiterung MetaMask mit neuem Privacy Mode
Ethereum-Browsererweiterung MetaMask mit neuem Privacy Mode
Ethereum

Die populäre Ethereum-Browserapp MetaMask erhält ein Update. Wichtigste Neuerung in Version 5.0 ist der neue Privacy Mode.

Dezentrale Energie für Deutschland – trotz Ethereum-Blockchain
Dezentrale Energie für Deutschland – trotz Ethereum-Blockchain
Ethereum

Wenn die Worte Kryptowährungen und Energie in einem Satz fallen, geht es dabei häufig um die bedenkliche Energiebilanz von Proof-of-Work-Verfahren, wie sie bei Bitcoin und Ethereum zum Einsatz kommen.

.luxe: Ethereum-Adressen gibt es jetzt unkompliziert
.luxe: Ethereum-Adressen gibt es jetzt unkompliziert
Ethereum

Die London Stock Exchange Group gibt mit .luxe Top-Level-Domains heraus, die man sowohl für Adressen im World Wide Web als auch für Ethereum-Transaktionen nutzen kann.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

SpeedReader: Brave-Browser gewinnt an Geschwindigkeit
SpeedReader: Brave-Browser gewinnt an Geschwindigkeit
Unternehmen

Der quelloffene Brave-Browser wartet mit einem neuen Feature auf. Mit dem Speedreader will das Brave-Team ein verbessertes Leseerlebnis anbieten.

Neue Strategien zum Schutz von Bitcoin & Co.
Neue Strategien zum Schutz von Bitcoin & Co.
Sicherheit

Kaspersky hat sich in Sachen Internet-Security seit geraumer Zeit einen Namen gemacht.

Asset-Tokenisierung in Singapur bald Realität?
Asset-Tokenisierung in Singapur bald Realität?
Blockchain

Nasdaq, Deloitte und Anquan vermelden Erfolg beim Test einer Plattform, die das Settlement von tokenbasierten Wertpapieren auf der Blockchain vereinfachen soll.

Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Regulierung

Der ehemalige Präsident der europäischen Zentralbank EZB Jean-Claude Trichet hält Blockchain-Technologien für die weitere Entwicklung des weltweiten Finanzsystems für interessant.  

Angesagt

Schweiz: Bitcoin am Ticketautomaten
Bitcoin

Die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) führen den Verkauf von Bitcoin an ihren Ticket-Automaten ein.

„Die babylonische Gefangenschaft“ – Cardanos Michael Parsons tritt zurück
Altcoins

Die Cardano Foundation hat einen Personalwechsel angekündigt. Demnach wird der Vorsitzende des Stiftungsrates Michael Parsons nicht länger Teil des Teams sein. 

Warum fällt der Bitcoin-Kurs? Die Sache mit der Marktkapitalisierung
Kommentar

Überall liest man: Der gesamte Markt hat 24 Milliarden US-Dollar verloren.

XRP: Ripple kooperiert mit einer der größten Banken Asiens
Ripple

Ripple kooperiert nun mit der CIMB Group. Damit wird die fünftgrößte Bank der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) bald Teil von RippleNet sein.