Microsoft will Blockchain nutzen, um Computerspiele-Entwickler zu bezahlen

Tanja Giese

von Tanja Giese

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Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Wer ein neues Videospiel kauft, zahlt indirekt auch Lizenzen an die Spieleentwickler und -verleger. Doch der Prozess, an dessen Ende die Beteiligten ihr Geld erhalten, ist kompliziert und langwierig. Microsoft will dies nun mit dem Einsatz der Blockchain-Plattform Quorum ändern.

Erst kürzlich machte Microsoft auf sich aufmerksam, als das Unternehmen bekannt gab, GitHub zu übernehmen. Auf der Open-Source-Plattform werden zahlreiche Blockchain-Protokolle verwaltet, weshalb der Kauf durch den Softwareriesen in der Kryptoszene wenig Begeisterung hervorrief. Nun will Microsoft die Blockchain-Anwendung Quorum nutzen, um Lizenzzahlungen an Videospiele-Entwickler zu vereinfachen.


Wie The Telegraph am 22. Juni berichtete, soll der Einsatz der Blockchain das zeitaufwändige manuelle System der Tabellenkalkulation ersetzen. Derzeit müssten Spieleproduzenten und -verleger 45 Tage darauf warten, bis sie die Lizenzgebühren erhalten würden. Dieser Prozess involviert nämlich eine Reihe von Mittelsmännern, was ihn unnötig in die Länge zieht. Mit Hilfe der blockchain-basierten Lösung sollen sowohl die Lizenzverwaltung als auch die Zahlungen an die Lizenzinhaber in Echtzeit erfolgen können. Hierfür hat Microsoft mit der Beratungsfirma EY zusammengearbeitet.

Sicherer, schneller, transparenter

Aktuell testet Microsoft die Implementierung der Technologie mit Ubisoft, einer der Spiele-Partner des Unternehmens. Nach erfolgreicher Testphase soll ein großes Netzwerk an Spieleverlegern und -händlern die Blockchain-Lösung einsetzen. Dafür werden sie neue Geschäftsbedingungen mit Microsoft über Smart Contracts unterzeichnen müssen. In diesem Zuge wird jeder Kauf eines lizensierten Produktes, sei es online oder im Einzelhandel, auf der Blockchain gespeichert. Der Lizenzbetrag wird gemäß dem Smart Contract festgelegt und die Spieleverlage und -vertreiber erhalten Zugriff auf alle relevanten Daten.

Diese Blockchain-Lösung soll sich aber nicht nur auf Computerspiele beschränken. Laut Microsoft könne man sie in jeder kreativen Branche einsetzen. Rohit Amberker, Finanzdirektor bei den Lizenzgeschäften von Microsoft, meint:

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„Nach der Einführung der Blockchain-Lösung ist sogar nur ein Drittel der Bemühungen nötig, um die gleichen Lizenzgebühren abzuwickeln und gleichzeitig einen schnelleren und zuverlässigeren Service anzubieten.“

Zudem soll es mit Hilfe der Blockchain-Anwendung Quorum möglich sein, Millionen von Transaktionen pro Tag zu verarbeiten. Quorum läuft dafür auf dem Cloud-Coumputing-Service Azure und soll auch vertrauliche Geschäftsbeziehungen schützen.

Durch die Transparenz der Blockchain kann Microsoft zahlreiche Transaktionen zwischen verschiedenen Parteien automatisieren. An der Produktion eines Computerspiels sind in der Regel eine Vielzahl von Entwicklern und Künstlern beteiligt. Mit der Automatisierung der Zahlungen erhalten alle Beteiligten, vom Softwareentwickler über den Songwriter des Soundtracks und die Darsteller beim Einsatz der sogenannten Motionscan-Technik bis hin zum Designer des Covers, zuverlässig ihren Anteil. Paul Brody, Leiter der Blockchain-Abteilunge bei EY, gibt sich begeistert:

„Der Umfang, die Komplexität und das Volumen digitaler Rechte- und Lizenztransaktionen machen diese zu einer perfekten Anwendung für Blockchains. Eine Blockchain kann die Einzigartigkeit jedes Vertrags zwischen den Eigentümern digitaler Rechte und den Lizenzgebern bewältigen, die in einer skalierbaren, effizienten Weise mit einem Prüfprotokoll für die Teilnehmer gehandhabt werden können.“

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