Microsoft will Blockchain nutzen, um Computerspiele-Entwickler zu bezahlen

Quelle: gaming game play tv fun gamer gamepad guy controller video console playing player holding hobby playful enjoyment view concept - stock image via Shutterstock

Microsoft will Blockchain nutzen, um Computerspiele-Entwickler zu bezahlen

Wer ein neues Videospiel kauft, zahlt indirekt auch Lizenzen an die Spieleentwickler und -verleger. Doch der Prozess, an dessen Ende die Beteiligten ihr Geld erhalten, ist kompliziert und langwierig. Microsoft will dies nun mit dem Einsatz der Blockchain-Plattform Quorum ändern.

Erst kürzlich machte Microsoft auf sich aufmerksam, als das Unternehmen bekannt gab, GitHub zu übernehmen. Auf der Open-Source-Plattform werden zahlreiche Blockchain-Protokolle verwaltet, weshalb der Kauf durch den Softwareriesen in der Kryptoszene wenig Begeisterung hervorrief. Nun will Microsoft die Blockchain-Anwendung Quorum nutzen, um Lizenzzahlungen an Videospiele-Entwickler zu vereinfachen.

Wie The Telegraph am 22. Juni berichtete, soll der Einsatz der Blockchain das zeitaufwändige manuelle System der Tabellenkalkulation ersetzen. Derzeit müssten Spieleproduzenten und -verleger 45 Tage darauf warten, bis sie die Lizenzgebühren erhalten würden. Dieser Prozess involviert nämlich eine Reihe von Mittelsmännern, was ihn unnötig in die Länge zieht. Mit Hilfe der blockchain-basierten Lösung sollen sowohl die Lizenzverwaltung als auch die Zahlungen an die Lizenzinhaber in Echtzeit erfolgen können. Hierfür hat Microsoft mit der Beratungsfirma EY zusammengearbeitet.

Sicherer, schneller, transparenter

Aktuell testet Microsoft die Implementierung der Technologie mit Ubisoft, einer der Spiele-Partner des Unternehmens. Nach erfolgreicher Testphase soll ein großes Netzwerk an Spieleverlegern und -händlern die Blockchain-Lösung einsetzen. Dafür werden sie neue Geschäftsbedingungen mit Microsoft über Smart Contracts unterzeichnen müssen. In diesem Zuge wird jeder Kauf eines lizensierten Produktes, sei es online oder im Einzelhandel, auf der Blockchain gespeichert. Der Lizenzbetrag wird gemäß dem Smart Contract festgelegt und die Spieleverlage und -vertreiber erhalten Zugriff auf alle relevanten Daten.

Diese Blockchain-Lösung soll sich aber nicht nur auf Computerspiele beschränken. Laut Microsoft könne man sie in jeder kreativen Branche einsetzen. Rohit Amberker, Finanzdirektor bei den Lizenzgeschäften von Microsoft, meint:

„Nach der Einführung der Blockchain-Lösung ist sogar nur ein Drittel der Bemühungen nötig, um die gleichen Lizenzgebühren abzuwickeln und gleichzeitig einen schnelleren und zuverlässigeren Service anzubieten.“


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Zudem soll es mit Hilfe der Blockchain-Anwendung Quorum möglich sein, Millionen von Transaktionen pro Tag zu verarbeiten. Quorum läuft dafür auf dem Cloud-Coumputing-Service Azure und soll auch vertrauliche Geschäftsbeziehungen schützen.

Durch die Transparenz der Blockchain kann Microsoft zahlreiche Transaktionen zwischen verschiedenen Parteien automatisieren. An der Produktion eines Computerspiels sind in der Regel eine Vielzahl von Entwicklern und Künstlern beteiligt. Mit der Automatisierung der Zahlungen erhalten alle Beteiligten, vom Softwareentwickler über den Songwriter des Soundtracks und die Darsteller beim Einsatz der sogenannten Motionscan-Technik bis hin zum Designer des Covers, zuverlässig ihren Anteil. Paul Brody, Leiter der Blockchain-Abteilunge bei EY, gibt sich begeistert:

„Der Umfang, die Komplexität und das Volumen digitaler Rechte- und Lizenztransaktionen machen diese zu einer perfekten Anwendung für Blockchains. Eine Blockchain kann die Einzigartigkeit jedes Vertrags zwischen den Eigentümern digitaler Rechte und den Lizenzgebern bewältigen, die in einer skalierbaren, effizienten Weise mit einem Prüfprotokoll für die Teilnehmer gehandhabt werden können.“

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Nach Libra-Austritt: MasterCard glaubt an Krypto-Branche
Szene

Nach Visa, PayPal und ebay ist auch MasterCard aus Facebooks Libra Association ausgetreten. Das Kreditkartenunternehmen nahm dies zum Anlass, um einmal über die Zukunft der Krypto-Welt nachzudenken. Von einem Abschied aus der Branche ist MasterCard indessen meilenweit entfernt.

iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
iFinca: Fair-Trade-Kaffee durch Blockchain-Technologie
Blockchain

Eine neue App verspricht mithilfe der Blockchain vollste Transparenz bei der Kaffeeproduktion. Das Produkt der kolumbianischen Firma iFinca möchte Farmern eine stärkere Stimme verleihen. Endverbraucher, die den entsprechenden QR-Code auf ihrem Kaffee scannen, sehen dann, wie viel der Bauer an der Herstellung verdient hat. Es ist nicht das erste Projekt in der Kaffee-Branche, welches die Technologie von Bitcoin & Co. nutzt. Schließlich ist das Kaffee-Business eines der undurchsichtigsten weltweit.

Angesagt

China, Nike und die NBA: Sneaker Token im politischen Eklat
Politik

Nike Sneaker, Token und ein Tweet. Der schwelende Konflikt zwischen der NBA und der chinesischen Regierung hat auch in der Krypto-Sphäre seine Spuren hinterlassen.

USA und Kanada erwägen digitales Zentralbankengeld
Politik

Die Zentralbanken Kanadas und der USA planen die Einführung eigener digitaler Währungen. Sie reagieren damit auf ein wachsendes Interesse an digitalen Währungen und wollen den Aufsprung bei dieser Entwicklung nicht verpassen. Dabei verfolgen beide Nationen unterschiedliche Interessen.

Ripple arbeitet an Software für Ledger und Trezor
Kommentar

Das kalifornische Unternehmen Ripple hat über sinen Investmentarm Xpring erneut in Towo Labs investiert. Das schwedische Unternehmen soll eine robuste und praktikable Software schreiben.

Smart Contract Security Alliance will für Sicherheit bei Ethereum sorgen
Altcoins

Die Smart Contract Security Alliance gibt ihren Gründungsrat bekannt. Auf ihrer Agenda stehen – man ahnt es – Sicherheit für Smart Contracts. Die Vereinigung freut sich über Mitglieder wie Fujitsu, Quantstamp und LayerX.