Meinungs-ECHO KW 32 – Bärenphilosphie

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

Quelle: shutterstock

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Vor allem der Bärenmarkt, seine Ursachen und seine Folgen beschäftigten die Kommentatoren vergangene Woche. War eine „Shitcoinisation“ der Grund für die Kursstürze bei Bitcoin & Co.? Oder hat das Hin und Her um einen börsengehandelten Bitcoin-Fond (ETF) den Bärenmarkt verursacht? Das Meinungs-ECHO für die Kalenderwoche 32.
Bärenmarkt „Gut im Futter“

Bärenmarkt „Gut im Futter“

Für Bloomberg Intelligence ist die Spekulation um einen Bitcoin-ETF der Hauptantrieb für die jüngsten Kursentwicklungem auf dem Kryptomarkt. So habe diese im Juli den Bitcoinkurs gegenüber den anderen Kryptowährungen verhältnismäßig stark gepusht. Was es jetzt brauche, sei mehr Stabilität. Leider fehle China aufgrund des Kryptoverbots als wichtiger Teil der Gleichung.

„Was auf dem stark manipulierten und spekulativen Markt benötigt wird, sind Käufer, die sich mehr auf längere Sicht konzentrieren und nicht einem echten Peer-to-Peer-Electronic-Cash-System widerstreben, das stabilere Instrumente bevorzugt. Mit China, dem die Teilnahme untersagt ist, fehlt in diesem Jahr ein wichtiges Bindeglied.“


Durch die ETF-Spekulation stehe der Bärenmarkt „gut im Futter“, weshalb man mit weiteren Kursverlusten rechnen müsse.

Ferner könnte es Bitcoin als „Erstgeborenen“ einst wie AOL ergehen:

„Ein Hauptproblem bei Bitcoin ist, dass es der Erstgeborene ist, mit einem potenziell ähnlichen Schicksal wie AOL. Zahlreiche Forks und mehr als 1.700 neue Wettbewerber sind in den letzten zehn Jahren in die Arena eingetreten, rund 70 Prozent davon in den letzten zwei Jahren.“

Dotcom lässt grüßen

Vergleiche mit dem frühen Internet stellt auch Michael Lavere von Ethereum World News an. Die Kursabfälle würden zeigen, dass der Markt gänzlich spekulationsgetrieben ist. Das Kursfeuerwerk vom Dezember vergangenen Jahres habe viele Investoren ins Boot geholt, die nun um Schadensbegrenzung bemüht sind.

„Es ist verständlich, wenn man bedenkt, dass die wilde Preisfahrt bis Ende 2017 eine Vielzahl neuer Investoren – von denen viele auf Verlusten von über 50 Prozent sitzen – mit sich bringt, die ihre Investition wieder hereinholen oder einen positiven Trend in Bezug auf den massiven Wertverlust finden wollen.“

Lavere sieht in dem spekulativen Fokus auf die Kursentwicklung ein Problem, jedoch keine Gefahr für die Technologie als solche – und verweist auf die Dotcom-Blase:

„Die Dotcom-Blase hat es nicht ansatzweise geschafft, das Internet zu töten, trotz der enormen Menge an Kapital, die es […] den Abfluss heruntergespült hat, weil sich das Internet als eine widerstandsfähige und notwendige Technologie erwies.“

Shitconization

Auf die Bitcoin-Konkurrenz zielt die Kritik des selbsternannten Kryptoconnoisseurs Zissou ab. Er sieht in dem Bärenmarkt eine logische Reaktion auf eine „toxische Shitcoinisierung“. Bitcoin sei die einzige Kryptowährung, die Sinn ergebe.

Desaster vs. Desaster

Bitcoin sei noch immer ein „totales Desaster“, meint dagegen Matt O’Brien von der Washington Post. Seine Preisinstabilität disqualifiziere ihn als Währung:

„Im letzten Jahr ist Bitcoin um 91 Prozent gestiegen, in den letzten neun Monaten aber um 67 Prozent eingebrochen. Das ist, wie Sie oben sehen können, warum Inflation zwischen fast -100 Prozent und plus 100 oder 200 oder sogar 300 Prozent abwechseln würde, wenn wir Preise in Bitcoin anstatt in Dollar messen würden. Genau das, was man in einer Währung will!“

Diese Volatitlität sei bei Bitcoin „eingebaut“ – und selbst dafür unnatürlich groß. Schuld daran sei klassische Marktmanipulation.

„Aber selbst diese eingebaute Volatilität erklärt nicht ganz, warum Bitcoin so eine Achterbahnfahrt gemacht hat. Etwas anderes muss vor sich gehen, und das ist gute, alte Manipulation.“

Das Desaster bestünde nicht im Bitcoin, sondern vielmehr in der Berichterstattung über ihn, meint hingegen Nic Carter von coinmetrics.io. In einem Medium Post muss der WaPo-Artikel von O’Brian als Beispiel für eine uninformierte Berichterstattung herhalten, die zu sehr auf die vermeintlichen Schwächen des Bitcoin abziele.

„Volatilität ist nicht eingebaut, sie ist ein Merkmal jedes nicht gebundenen Wirtschaftsgutes. Die Post sollte ihr fragilistisches Denken für sich behalten. […] Manipulationen könnten in einem Zeitraum von 15 Minuten funktionieren, aber es ist einfach unwahrscheinlich, dass eine Hundert-Milliarden-US-Dollar-Anlageklasse herbei manipuliert wurde.“

Carter rundet seine Kritik ab, indem er den potenziellen Nutzen von Bitcoin für inflationsgeplagte Länder betont:

„Bitcoin mag für Westler, die unter einigermaßen glaubwürdigen Währungsregimen leben, keinen Sinn machen; aber es könnte eine gute Option für einen Iraner, einen Venezolaner, einen Türken, einen Argentinier, einen Libyer, einen Syrer oder einen Ägypter sein. Und für jeden, der seinen Währungsbehörden misstraut.“

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