Malta erlaubt Kryptowährungen für Glücksspiele

Roman Maas

von Roman Maas

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Roman Maas

Roman Maas hat in Düsseldorf seinen Magister in Anglistik und Geschichte gemacht und danach in verschiedenen Redaktionen, Verlagen und Agenturen gearbeitet. Seit 2015 ist er als freier Autor beruflich und lokal unabhängig. Kryptowährungen und Blockchain bedeuten für ihn in erster Linie eine aufregende Entwicklung mit gewaltigen Möglichkeiten für eine dezentralisierte Zukunft.

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Quelle: A schooner entering St George's Bay in St Julian in Malta, with a casino in the background. Photo taken during the golden hour. via shutterstock

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Malta ist bei Bitcoin & Co. weiterhin auf dem Vormarsch. Der Inselstaat will nun Kryptowährungen für Glücksspiele regulieren. Die Malta Gaming Authority (MGA) hat jetzt einen Bericht zu dem Thema veröffentlicht.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Tanja Giese

In dem Dokument klärt die MGA über Nutzen und Risiken von Kryptowährungen auf und spricht von der Einrichtung einer „Sandbox Environment“, also einer vorläufigen Testumgebung. Hier wollen sie den Gebrauch von Kryptowährungen testen und neue Erkenntnisse für den idealen Umgang von Distributed-Ledger-Technologien gewinnen. Glückspiel-Lizenzen aus Malta sollen dann um entsprechende Zusätze erweitert werden. Die Sandbox-Phase soll im zweiten Quartal dieses Jahres starten und zunächst sechs Monate dauern.

Die MGA ist eine Behörde, die die nationalen Regulierungen bezüglich Glücksspielen umsetzt und Spielbetreiber überprüft. Dazu gehören vor allem (Online-)Casinos, Sportwetten, Lotterien und Spielhallen. Von Malta aus operieren zahlreiche Unternehmen in diesen Bereichen und erwirtschaften für das Land Millionen an Steuereinnahmen.

Casinos auf der Blockchain

Während der Testphase soll es möglich sein, Spiele einzurichten, die ganz oder teilweise auf einer Blockchain gehostet sind. Diese Technologie könne dafür genutzt werden, Transparenz und Fairness zu demonstrieren, etwa bei Zufallsgeneratoren. Ein weiterer Plan ist die Einrichtung von Smart Contracts. Sie sollen es während des Online-Spiels ermöglichen, Einsätze treuhänderisch festzuhalten, und je nach Spielausgang die Gewinne auszuzahlen. Ein Spielbetrieb soll nur mit von den Betreibern zur Verfügung gestellten Wallets möglich sein.


Ziel der maltesischen Glücksspielbehörde ist es, Kryptowährungen und Distributed-Ledger-Technologien reguliert zuzulassen und dabei die Sicherheit der Spieler und deren Geld zu gewährleisten. Illegale Aktivitäten wie Geldwäsche wollen sie unmöglich gestalten. So soll es beispielsweise nicht möglich sein, Geld auf die Casino-Wallets einzuzahlen und es dann abzuheben, ohne gespielt zu haben.

Unterstützung bei ihrem Vorhaben bekommt Malta unter anderem aus Wien: Das österreichische Start-up Hero soll der MGA beratend zur Seite stehen. Hero hat kürzlich einen eigenen ICO gelauncht: Mit dem HEROcoin (PLAY) soll man auf eSport-Events wetten können.

Malta als Blockchain-Vorreiter

Die kleine Inselnation im Mittelmeer setzt schon seit Längerem auf Fortschritt in Bezug auf die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen. In einer nationalen Strategie fördert die Regierung unter Ministerpräsident Joseph Muscat entsprechende Projekte. So wollen sie die Blockchain unter anderem im Landregister und in nationalen Gesundheitsregistern einsetzen. Im Dezember letzten Jahres fand in Malta erstmals eine Blockchain & Bitcoin Conference statt.

Auch die Kryptowährungs-Exchange Binance plant derzeit einen Umzug von Asien nach Malta. Muscat begrüßte das Unternehmen ausdrücklich und sprach in dem Zusammenhang davon, dass Kryptowährungen das Geld der Zukunft seien:

„Haben Sie jemals darüber nachgedacht, was Geldscheinen, die doch nur aus Papier bestehen, ihren Wert gibt? Es ist die Gesellschaft, die ihnen Wert zuspricht. Und ein paar Leute, die aus meiner Sicht Genies sind, argumentieren nun, dass man virtuellen Währungen ebenso Wert zusprechen kann.“

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