Mehr Mainstream-Anwendungen für Legitimierung von Bitcoin notwendig

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Mehr Mainstream-Anwendungen für Legitimierung von Bitcoin notwendig

Blockchain-Technologien erhalten zunehmende Aufmerksamkeit von der Wirtschaft, die an neuen Use-Cases arbeitet. Der Bitcoin selbst hingegen erfährt nicht zuletzt durch die vergangene Ransomware-Attacke vor allem negative Schlagzeilen und hat mit seinem Image zu kämpfen. Damit der Bitcoin ernst genommen wird braucht es mehr alltägliche Anwendung Möglichkeiten, meint dieser Autor.

Van Valkenberg ist Director of Research des Coin Centers, einem Nonprofit Forschungszentrum für politische Fragestellungen zu dezentralen Zahlungssystemen wie Bitcoin und Ethereum. In einem Interview erklärt er, wie schwierig es sei, den Bitcoin öffentlich zu vertreten. Er spricht von einem “Branding Issue“, also einem Problem in der Markenwahrnehmung der Währung.

Das “Branding Issue“ des Bitcoin

Viele Probleme führt Valkenberg auf die Assoziierung von Bitcoins mit dem Mt.Gox Niedergang, Drogenhandel oder dem Darknet zurück.

“Wir haben viele Meetings mit Kongressmitgliedern und Regulatoren der Vereinigten Staaten und oft genug durften wir darüber nicht sprechen, weil die Kongressmitglieder befürcheteten, am nächsten Tag in den Nachrichten zu stehen, weil sie sich mit den “Bitcoin Menchen” getroffen haben.”

erklärt Van Valkenburgh.

Für ihn seien Netzwerke wie das des Bitcoin dazu da, um Macht zu dezentralisieren – das sei ein Problem für die Politik, weil es keinen zentralen Steuerungsknoten gibt, über den Eingriffe möglich sind – ganz gegensätzlich zu Banken.

Coin Center: Offene Diskussionen über Bitcoin notwendig


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Van Valkenburgh bleibt realistisch: Er erklärt offen, dass Bitcoins selbstverständlich, aufgrund der Schwierigkeit zur Regulierung, auch für illiegale Aktivitäten genutzt werden können. Eine dieser Aktivitäten, die die Politik in Verbindung mit dem Bitcoin bringt, seien Terroranschläge. Auch dazu hat er eine klare Meinung: Obschon bisher keine Missbräuche für derartige Zwecke bekannt sind, hält er es für “möglich, dass eines Tages jemand in gravierender Weise von diesen Netzwerken Gebrauch machen wird”.

Eine Aufgabe des Coin Centers ist es in seinen Augen, sich bereits jetzt auf die öffentlichen Diskussionen vorzubereiten, die nach einem solchen Ereignis stattfinden würden.  Das soll potenzielle, vorschnelle Verbote vom Bitcoin verhindern:

Dies ist eine Technologie, und so wie jede Technologie, kann sie für das Gute und Böse genutzt werden. […]

Mehr “legitimierende” Use-Cases könnten Problem erleichtern

Um das vorher genannte “Branding Issue” wirklich zu lösen, brauche es legitimierende Use-Cases, also ausreichend sinnvolle und vor allem flächendeckend genutzte Anwendungsmöglichkeiten der Kryptowährung. Dadurch könnte der Bitcoin das Signal setzen, für viele Menschen einen Mehrwert zu bieten und Dinge zu ermöglichen, die ohne ihn nicht möglich gewesen wären. Damit wäre auch gegenüber der Politik für ausreichend Legitimität gesorgt, um die Kryptowährung nicht mehr als Spekulationsobjekt oder Drogenhandelswerkzeug anzusehen.

Valkenburgh sieht eine gewisse Dringlichkeit in der Entwicklung von Anwendungsmöglichkeiten, fasst er abschließend zusammen:

“Je länger wir keine weitere Mainstream, legitimen Anwendungsmöglichkeiten haben, desto stärker sind wir in Gefahr.”

Meinung des Autors (Max):

Ich stimme Valkenburgh in den Grundzügen absolut zu: Der wohl beste Weg, die Drogendealer-Vorurteile und Vorstellungen vom schnellen Reichtum, die dem Bitcoin nun über Jahre zugrunde gelegt werden, ist die Etablierung der Technologie in der Gesellschaft. Und das geschieht letztlich dadurch, dass ihr praktische, für den Alltag gebräuchliche Use-Cases geboten werden. Die Frage bleibt jedoch, ob Regierungen zuvor bereits regulatorisch eingreifen, oder ob es in nächster Zeit genügend “legitimierende Use-Cases” geben wird, auch wenn die gegenwärtigen Entwicklungen Optimismus verlauten lassen.

BTC-ECHO

Englischer Originalbeitrag von Kyle Torpey via BitcoinMagazine

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