Litauen: Angst vor russischer Krypto-Invasion

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

Quelle: Autumm fog over Kaunas old town, Lithuania. Sunrise moment. Drone aerial view via shutterstock

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Litauen hat sich im Bereich der Kryptowährungen als äußert umtriebig erwiesen: Rund eine halbe Milliarde US-Dollar wurden in dem Baltenstaat mit ICOs eingesammelt. Dass das Geld auch von russischen Investoren stammt, verursacht bei einigen Stirnrunzeln. 

Einer der skeptischsten Bedenkenträger ist Marius Jurgilas, Vorstandsmitglied der Litauischen Bank (Lietuvos bankas). Gegenüber der Nachrichtenplattform Politico äußerte er seine Sorge:

„Wir wollen nicht, dass russisches Kapital die heimische Wirtschaft infiltriert.“

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Wenn 70 Prozent der Investoren eines ICOs aus Russland stammen, sei dies „nicht im Sinne unserer nationalen Interessen“.

Im Vordergrund stehen dabei Bedenken, der Kryptomarkt könnte sich zu einer riesigen Geldwaschmaschine für russische Kriminelle entwickeln. Die Befürchtungen kommen nicht von ungefähr: Das krisengeschüttelte Nachbarland Ukraine wurde bereits als Wilder Westen der Kryptowährungen betitelt. So wurde im letzten Jahr ein führender Blockchain-Experte entführt und gegen eine Million US-Dollar Lösegeld wieder freigelassen.
In Kiev haben die Behörden bei einer Razzia in einer Halbleiterfabrik Mining-Equipment im Wert von über vier Milliarden US-Dollar sichergestellt. Der Erlös floss auf russische Konten. Damit nicht genug: Die ukrainischen Behörden gaben an, dass der Mining-Profit dabei geholfen hat, die russischen Separatistenbewegungen in Donetsk und Lugansk zu finanzieren.

Neue ICO-Richtlinen

Kein Wunder also, wenn angesichts solcher Nachrichten sich auch in Litauen die Köpfe heben: Der baltische Staat steht seit Ende der Sowjetunion in einem angespannten Verhältnis zu seinem großen Nachbar im Osten. Möglicherweise können die Anfang des Monats veröffentlichten ICO-Richtlinien des litauischen Finanzministeriums dabei helfen, die Ängste einer russischen Krypto-Invasion einzudämmen.

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Außerdem sollen sowohl das bestehende Anti-Geldwäsche-Gesetz als auch das Gesetz zur Terrorfinanzierung erweitert werden. Die neuen Paragraphen werden Kryptobörsen und die Anbieter von Krypto-Wallets betreffen. Man wolle die Transparenz erhöhen und den Markt stabilisieren, heißt es in den Richtlinien. Dazu will das Finanzministerium mit der Litauischen Bank und der Finanzstrafrechtsbehörde zusammenarbeiten.

Das ist ganz im Sinne der Litauischen Bank: Diese hat zuletzt im April bekannt gegeben, sich eingehender mit Kryptowährungen auseinandersetzen zu wollen. Ferner wollte sie den Dialog zwischen Tradern, Banken und Regulierungsbehörden fördern.

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