Leckerlis für den braven Bürger? Wien liebäugelt mit Token-Belohnungen

Polina Khubbeeva

von Polina Khubbeeva

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Polina Khubbeeva

Polina Khubbeeva studiert Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Im Studium setzt sie sich besonders intensiv mit dem Verhältnis von Macht und Raum auseinander, weshalb Kryptowährungen für sie besonders im Hinblick auf globale Machtverschiebungen spannend sind.

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Die Stadt Wien geht mit der Überlegung nach einem tokenbasierten Anreiz- und Belohnungssystem in die nächste Runde. Die Stadtverwaltung plant in Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien die Umsetzung eines Tokens, der Bürger für „rechtmäßiges“ Verhalten belohnt. Diese Form der Verhaltensökonomie durch Bitcoin ist bereits in anderen Ländern erprobt, hat aber auch Schattenseiten.

Nachdem es 2018 bereits Experimente mit Essensmarken auf der Blockchain gab, entwickelt die Stadt Wien laut eines Berichts von Trending Topics die Idee von einem tokenbasierten Belohnungssystem für ihre Bewohner weiter. Diese wurde bereits im Dezember verkündet und wird nun in Kooperation mit der Wiener Wirtschaftsuniversität umgesetzt. Brigitte Lutz, „Data Governance Koordinatorin“ der Stadt, schilderte damals: „Eine Idee wäre ein Belohnungssystem durch Token. Man könnte zum Beispiel für eine Beschwerde über die Stadt-Wien-App einen Token erhalten. Diesen könnte man dann beispielsweise bei einem Theater einlösen. Oder man erhält einen Token für jede Fahrt mit dem Fahrrad“. Neben dem Wien Token plant die Data-Governance-Koordinatorin auch ein Online-Tool für individuelles Datenmanagement. Dieses soll den Bürgern Autonomie und Sicherheit bei dem Empfang und der Freigabe ihrer Dokumente gewährleisten.

Nudging als sanfte Verhaltenskontrolle – harmlos oder unterschätzt?


Für vorbildliches Bürgerverhalten Belohnungen einheimsen? Das klingt grundsätzlich nach einem Upgrade. Moderne Regierungsansätze empfehlen Entscheidungsträgern schon seit geraumer Zeit, das Verhalten von Individuen durch Anreize und Belohnungssysteme statt durch Verbote und Gesetze zu regulieren. „Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt“, heißt das Grundlagenwerk von Richard Thaler und Cass Sunstein dazu.

Was problematisch an dieser Form der Verhaltensökonomie sein kann, lässt sich am Beispiel Chinas demonstrieren: Die Sozialkredit-Politik der größten Volkswirtschaft der Welt setzt seine Bürger über ein Punktesystem im öffentlichen und privaten Leben permanentem Normierungsdruck aus. Anders ausgedrückt: In China fühlt sich der Bürger bald rund um die Uhr von seinem Sozialkredit kontrolliert und unterworfen, um nicht durch eine schlechte Bewertung an den Rand der Gesellschaft zu rutschen.

Es versteht sich von selbst, dass der Ansatz des Wien Token noch weit von einer solchen dystopischen Realität entfernt ist. Der Gedanke, Denunziantentum zu belohnen, wirft allerdings Fragen nach der sozialen Auswirkung eines solchen Krypto-Projektes auf.

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