Laut Analysten sind nur 17 Prozent des Bitcoin-Markts „vertrauenswürdig“

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Die Marktanalysten von Nomics haben in dieser Woche ihren neuen Transparenzindex an den Start gebracht. Den Berechnungen des Unternehmens zufolge sollen nur 17 Prozent des Bitcoin-Markts und acht Prozent des Handels mit Ether transparent nachvollziehbar und damit „vertrauenswürdig“ sein. Laut Nomics-Geschäftsführer Collins liegt dies an der hohen Dichte undurchsichtiger Handelsplätze.

Für viele Finanzanalysten gibt es kaum größere Mysterien als den Bitcoin-Markt. Wer wie viel des „digitalen Goldes“ besitzt, wohin die Coins fließen und welche Triebfedern die Kurse emporschnellen lassen, darüber lässt sich oft nur spekulieren. Zahlreiche Indizes verschiedener Anbieter versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen und den Handel verständlicher zu machen.

Eines dieser Marktbeobachter ist die Coinbase-Tochter Nomics. In seinem jüngsten Index versucht der Coinmarketcap-Konkurrent seit dieser Woche zu beziffern, wie transparent nachvollziehbar und damit „vertrauenswürdig“ die Märkte zahlreicher Kryptowährungen und Token tatsächlich sind.

Wie Nomics in einem Blogpost auf seiner Website beschreibt, sammelt das Unternehmen hierfür Transaktionsdaten von insgesamt 167 der bekanntesten Handelsplätze. Diese werden dann mit dem tatsächlichen Handelsvolumen verglichen. Bitcoin-Börsen wiederum erhalten von Nomics ein Rating von A+ bis D- je nachdem, wie transparent sie mit ihren Daten umgehen.


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Bei seinen Berechnungen kommt Nomics nun zu beunruhigenden Ergebnissen: Nur knapp 17 Prozent des weltweiten Handels mit der Krypto-Leitwährung Bitcoin erhalten das Prädikat „vertrauenswürdig“. Ether wiederum kommt gerade einmal auf ganze acht Prozent.

Was auf den ersten Blick wie ein ernüchterndes Zeugnis erscheint, sei jedoch wenig problematisch, ist sich Nomics-Geschäftsführer Clay Collins gegenüber dem Branchenmagazin The Block sicher.

So würden Bitcoin und Ether nicht nur an beliebten Börsen wie Binance, Kraken oder Coinbase gehandelt. Auch weniger bekannte und niedrig rangierende Handelsplätze würden für den Markt eine wichtige Rolle spielen, so seine Erklärung. Mit Blick auf die Dichte vertrauenswürdiger Transaktionsdaten wiederum würden die Krypto-Zugpferde die Rankings anführen.

Index soll Transparenz fördern

Dem gegenüber hätten Coins wie LEO, ChainLink oder BNB vor allem deshalb hohe Transparenzbewertungen von bis zu 50 Prozent, weil diese oft nur an einer Handvoll hoch gerankter Börsen überhaupt verfügbar wären.

Token wie BNB werden hauptsächlich von Binance oder verwandten Börsen gehandelt. Dies ist der Grund für das große transparente Handelsvolumen,

beschreibt der Nomics-Chef.

Dass sein Unternehmen vielen Token den Vertrauensstempel ganz abspricht, sei wiederum ein Zeichen dafür, „wie traurig es um den Krypto-Space bestellt ist.“

Insgesamt sei der Markt mit Kryptowährungen nach wie vor kaum durchschaubar. Derzeit erhalte nur knapp ein Viertel der 3.873 gerankten Token und Kryptowährungen überhaupt das Transparenzsiegel seines Unternehmens.

Nomics wolle nun seinen Beitrag daran leisten, dass sich dies ändert und Handelsplätze transparenter machen. Schon heute hätten sich Börsen mit der Bitte um Verbesserungsvorschläge an die Betreiber gewandt.

Weitaus kritischer betrachten derweil andere Analysten die Krypto-Märkte. Erst im März hatte ein Bericht von Bitwise bei Bitcoin-Enthusiasten die Alarmglocken klingeln lassen. In einer Studie hatte das Unternehmen gewarnt, dass bis zu 95 Prozent aller Transaktionen auf Coinmarketcap fehlerhaft oder gezinkt seien.

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