Kurseinbrüche: SEC vertagt Entscheidung über VanEck-ETF auf September

Kurseinbrüche: SEC vertagt Entscheidung über VanEck-ETF auf September
Kryptokompass

Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat die Entscheidung über einen börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Fund, ETF) für Bitcoin auf September vertagt. Daraufhin reagierten die meisten Top-Kryptowährungen mit Kurseinbrüchen im zweistelligen Prozentbereich.

Wie die SEC am 7. August bekannt gab, wird die Entscheidung über den Bitcoin-ETF-Vorschlag der Firma VanEck auf den 30. September verlegt.

„Dementsprechend bestimmt die Kommission […] den 30. September 2018 als das Datum, bis zu dem die Kommission entweder die vorgeschlagene Regeländerung genehmigt oder ablehnt oder eine Verfahrensweise zur Abstimmung über die vorgelegte Regeländerung festlegt.“

VanEck reichte am 6. Juni ihren dritten Antrag auf Zulassung eines Bitcoin-ETF ein. Sie hat sich dazu mit der Blockchainfirma SolidX verpartnert. Die SEC hat am 1. August eine Präsentation von SolidX veröffentlicht, in der SolidX den ETF-Vorschlag näher erläutert. In Bezug auf die Zielgruppe des VanEck SolidEx Bitcoin Trusts lässt die Präsentation keine Fragen offen. Hier geht es darum, institutionelle Investoren anzulocken. Entsprechend heißt es auf Folie zehn der Präsentation:

„Unabhängig vom Ablehnungsbescheid aus dem März 2017, hat die SEC Bedenken bezüglich Bitcoin-ETF und Privatanleger geäußert. Um diesen Bedenken Rechnung zu tragen, wird ein Ausgabepreis festgesetzt, der sicherstellt, dass nur institutionelle […] Investoren in der Lage sein werden, Anteile zu kaufen.“

Dabei liegt der erwähnte Ausgabepreis bei rund 200.000 US-Dollar, was zum Zeitpunkt der Präsentation 25 BTC entsprach.

Kurseinbrüche nach Vertagung

Außer Tether, der an den US-Dollar gekoppelte „Stablecoin“, verzeichneten Bitcoin wie Altcoins deutliche Kurseinbrüche. Dies offenbart ein Blick auf die Top 10 auf coinmarketcap.com, wo Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung gelistet sind.

Die zeitliche Koinzidenz von SEC-Bekanntmachung und Kurseinbußen ist dabei so offensichtlich, dass man von einer Kausalitätsbeziehung sprechen kann, ohne dabei Kaffeesatzleserei betreiben zu müssen. Viele Hodler erhoffen sich von einem regulierten Bitcoin-ETF den Einstieg des Großkapitals in den Kryptospace und damit verbundene Kursgewinne.

Idealisten sehen in einem Bitcoin-ETF indes den Sensenmann für den Ursprungsgedanken hinter Bitcoin, welcher eigentlich darin bestand, ein dezentralisiertes Peer-to-Peer-Bezahlsystem zu erschaffen. Der starke Fokus auf den Investmentaspekt, der unter anderem durch die anhaltende ETF-Debatte und die mit ihr verbundenen Kurszuckungen verkörpert wird, ist Krypto-Idealisten ein Dorn im Auge. Andere wiederum halten die ganze Debatte für überhitzt.

BTC-ECHO

Über Christopher Klee

Christopher KleeChristopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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