Kryptowährungen in Brasilien immer beliebter

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

Quelle: Bitcoin cryptocurrency Brazil flag Golden Coin of Bitcoin in the Brazilian flag hand giving coin in to hands of poor people Grunge background with binary code of matrix effect via Shutterstock

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Im größten Staat Südamerikas liegt der Handel mit Kryptowährungen voll im Trend. Während beispielsweise die nationale Online-Handelsplattform Foxbit enorme Besucherströme meldet, werden die dortigen Anleger bei ihrer Tätigkeit weder von der Zentralbank noch von der Regierung behindert. In Brasilien handeln mittlerweile mehr Menschen mit Kryptowährungen als mit Aktien, Fonds oder Warentermingeschäften.

Im Jahr 2016 haben Brasilianer Bitcoin im Wert von 160 Millionen US-Dollar gehandelt. Letztes Jahr stieg diese Summe auf stolze 2,4 Milliarden US-Dollar an. Beim brasilianischen Kryptomarktplatz Foxbit sind statt 100.000 nun mehr als 400.000 Personen angemeldet. Insgesamt hat man in den vergangenen zwei Jahren bei allen Kryptomarktplätzen zusammen zirka 1,4 Millionen Accounts eröffnet. Im Vergleich dazu gibt es in Brasilien etwa 600.000 Accounts für Broker.


Ein Foxbit-Sprecher geht davon aus, dass seine Landsleute ihre Scheine nicht mehr unter der Matratze verstecken, sondern ihr Geld mittlerweile in Bitcoin und andere Kryptowährungen investieren. Die Käuferschicht geht dabei quer durch die Gesellschaft. Händler seien sowohl Studenten als auch sechzigjährige Busfahrer, sagte Eduardo Ferreira dem Wirtschaftsmagazin Forbes. Die brasilianische Börsenaufsichtsbehörde diskutiert die Regulierung des Kryptohandels im Rahmen einer eigens dafür eröffneten Expertenrunde. Beobachter glauben aber derzeit nicht daran, dass man dem Vorbild Japans und somit einer strikten Regulation folgen wird. Verboten sind dort lediglich Investmentfonds, die mit Kryptowährungen handeln wollen.

Brasilien mit eigenem Studiengang für Kryptofinanzen

Auch sonst gibt es dort Anzeichen für einen anhaltenden Kryptohype. Die Zentralbank von Brasilien arbeitet derzeit an einer eigenen Blockchain-Plattform. In São Paulo wurde im April der Masterstudiengang im Bereich Kryptofinanzen angekündigt. Damit folgt die Hochschule dem Beispiel des MIT, Stanford und anderer US-amerikanischer Universitäten. Zudem wird derzeit von XP Investments und CriptoHub die Eröffnung zwei weiterer brasilianischer Online-Handelsplätze vorbereitet.

Offenbar verwandeln die Kryptowährungen vor allem die Mitglieder der arbeitenden Klasse des Landes in selbstständig tätige Investoren. Viele Brasilianer verfügen nur über ein mittelmäßiges oder geringes Einkommen und somit über keinen eigenen Investment-Broker. Von daher erscheint die Anmeldung vieler Brasilianer bei einem Kryptomarktplatz nur logisch, zumal sie dafür nur über ein Bankkonto und einen Internetzugang verfügen müssen. Gleichzeitig haben viele von den großen Kursschwankungen und den damit einhergehenden Gewinnchancen gehört und wollen auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Da es keine drastische Inflation gibt, ist dies auch keine Ursache für das anhaltende Interesse vieler brasilianischer Anleger. Der Wert des brasilianischen Real hat zwar innerhalb der letzten Monate erneut im Vergleich zum Euro nachgelassen. Allerdings ist die Finanz- und Wirtschaftskrise bei Weitem nicht so drastisch wie etwa beim Nachbarland Venezuela.

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