Kryptoversicherungen klammheimlich auf dem Vormarsch

Tanja Giese

von Tanja Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Kryptowährungen halten immer mehr Einzug in die unterschiedlichsten Bereiche. Dennoch hängt ihnen häufig noch das Image nach, sie seien zu unsicher. Hier haben offensichtlich zahlreiche Versicherungsunternehmen ihre Chance gewittert und sich für das Geschäft mit Kryptoversicherungen geöffnet. Allerdings scheint diese Entwicklung eher klammheimlich abzulaufen und nicht an die große Glocke gehängt zu werden. Warum so geheimnisvoll?

Versicherungsunternehmen haben erkannt, dass Bitcoin & Co. eine immer breitere Akzeptanz erfahren und wollen natürlich auch ein Stück vom Kuchen abbekommen. Wie Bloomberg am 19. Juli berichtete, hat sich dadurch ein neues spannendes Geschäft für die Versicherungsindustrie ergeben: Versicherungen für Krypto-Inhaber.

Teuer, aber gefragt

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Große Namen wie AIG, Chubb und XL Group prüfen derzeit mögliche Versicherungsformen für gestohlene Vermögenswerte. Dabei vertrauen sie darauf, dass die sich rasant entwickelnde Blockchain-Industrie und die wachsende Akzeptanz von Kryptowährungen dafür sorgen werden, dass die erheblichen Prämien für den Schutz digitaler Assets die potenziellen Kosten aufwiegen. Derzeit werden die Versicherungskosten mindestens fünfmal höher eingeschätzt als für traditionelle Finanzdienstleistungen. Entsprechend werden gerade viele Start-ups Probleme haben, diese Beträge aufzubringen – möchte man meinen. Doch das Geschäft scheint auch hier zu boomen. So berichtete Bloomberg, dass einer der führenden Versicherungsmakler der Branche, Marsh & McLennan, sogar ein Team von zehn Personen nur mit den Fällen von Blockchain-Start-ups beschäftigt. Das Versicherungsunternehmen Aon, das nach eigenen Angaben mehr als 50 Prozent des Marktes für Kryptoversicherungen hält, hat sogar die Standard-Police angepasst, um den Prozess des Underwritings zu beschleunigen. Bislang wurden jedoch trotz vergangener Hacks keine Versicherungsauszahlungen angefordert.

Warum die Geheimniskrämerei?  

Interessant ist, dass kaum eine Versicherung mit ihrem neuen Angebot in Verbindung gebracht werden will. Die Allianz gehört zu den wenigen, die bereit waren, sich zu den Kryptoversicherungen zu äußern. So bezeichnete ein Sprecher der Versicherung die Kryptoversicherungen als „große Chance“. Schließlich würden Kryptowährungen immer mehr Bedeutung in der Realwirtschaft gewinnen. Daher bietet die Allianz derzeit die Deckung für Verlust und Diebstahl an. Sie prüfe aber auch die Möglichkeit weiterer Produkte und Abdeckungen. Mit Details hält man sich aber auch hier ausgesprochen bedeckt.

Es gibt kaum Werbung für Kryptoversicherungen, die Webseiten der Anbieter geben keinerlei Informationen diesbezüglich preis. Warum tun sich die Versicherungen so schwer damit, ein neues Produkt, das doch offensichtlich großen Anklang findet, offen zu bewerben? Nach wie vor haftet Kryptowährungen in vielen Köpfen ein „schmuddeliges Image“ an. Sie gelten für viele als unsicher und riskant. Daher fürchten vor allem die etablierten Versicherungsdienstleister eine Schädigung ihres Rufes, wenn sie mit Bitcoin & Co. in Verbindung gebracht würden. Um dieses Paradoxon aufzulösen, kann man nur darauf vertrauen, dass die Nachfrage nach Kryptoversicherungen steigt (wodurch sie auch erschwinglicher werden würden) und die Dienstleister sich trauen, zu ihren innovativen Angeboten zu stehen.

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