Kryptomining statt Goldrausch in Kanada

Kryptomining
Gifcoin 728×90

Was glänzt mehr – haptisches oder digitales Gold? Die kanadische MX Gold Corp. stellt seit einigen Monaten ihr Geschäftsmodell auf Kryptomining um. Statt wie früher nach Gold zu graben, schürft man in einem Pilotprojekt seit Januar dieses Jahres zwölf zusätzliche Bitcoin. Doch das war offenbar nur der Anfang…

Ein kanadisches Unternehmen packt die digitale Goldgräberstimmung. Im November letzten Jahres wurden mehrere hundert Einheiten des Avalon Miner 741 angeschafft, um Bitcoin zu schürfen. Das eigene Bergbau-Equipment wurde veräußert, um mit den Verkaufserlösen 2.000 weitere Mining-Einheiten zu beschaffen.

Der Geschäftsführer von MX Gold, Dan Omeniuk, sieht das Pilotprojekt als erfolgreich an. Niedrige Strom- und Betriebskosten der Anlage in Manitoba führten zu größeren Gewinnen als das Schürfen von Gold. Omeniuk glaubt, die Verlagerung des Geschäftsmodells vom Bergbau zum Kryptomining garantiere dem Unternehmen ein größeres Wachstum und für die Aktionäre bessere Renditen.

Kryptomining gewinnträchtiger als der Handel

Die Entscheidung des Unternehmens bestätigt die Forschungsergebnisse von Danny Huang von der Universität in San Diego. Huang hatte im Frühjahr 2018 mit seinem Forschungsteam herausgefunden, dass es ertragreicher ist, Kryptowährungen zu minen, statt mit ihnen zu handeln. Die Forscher haben den erzielten Gewinn beim Handel und Mining von 18 unterschiedlichen Altcoins untersucht. Bei den Kursschwankungen von Kryptowährungen, sei das Risiko beim Handel und Minen gleich hoch, so Huang. Ansonsten sind die Miner klar im Vorteil.

Für die Hersteller der Mining-Einheiten sind dies ohne Zweifel gute Nachrichten. Je mehr Unternehmen eine neue Ausrüstung benötigen, umso größer wird ihr Umsatz ausfallen. Derzeit profitieren vor allem asiatische Mining-Hersteller wie beispielsweise Bitmain von diesem Trend.

Der Hobby-Bitcoin-Enthusiast sollte eines Bedenken, bevor er sich jetzt einen Miner bestellt: Mining und Handel tragen beide Risiken. Dahingegen scheint das einfache Halten (aka „Hodln“) am sichersten. Beim Mining kommt es zum einen auf einen guten Standort mit niedrigen Stromkosten an. Zum anderen ist das Mining-Equipment nicht ewig nutzbar und muss früher oder später nachgerüstet werden. Beim Handel besteht die Gefahr, sein Geld zu verzocken oder einen plötzlichen Kurssprung nicht mitzubekommen. Wer hodlt, muss keine Kosten tragen – außer vielleicht für die Hardware-Wallet.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen bei gulli.com als neue Schwerpunkte Netzpolitik und Urheberrecht dazu. Nachdem er bis Oktober 2012 dessen Redaktion leitete, arbeitet er nun bei verschiedenen Online-Magazinen auf freiberuflicher Basis und natürlich für sein eigenes Projekt, Tarnkappe.info. Außerdem bringt Lars Sobiraj an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

Bildquellen