Krypto- und traditionelle Märkte KW6 – Bitcoin wieder für institutionelle Investoren interessant

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

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Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Die Kopplung zwischen dem Bitcoin-Kurs und den klassischen Märkten ist weiterhin minimal. Mit dem jüngsten Kurssprung stieg natürlich auch die Volatilität wieder etwas, jedoch ändert dieser Aufwind noch nichts an den Abwärtstrends von Volatilität und Performance.

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Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Seit einigen Monaten verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht einfach um einen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Vor einiger Zeit habe ich mich im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten. Zum einen wäre es interessant zu sehen, ob und wenn, wie stark gekoppelt Bitcoin zu traditionellen Märkten ist. Zum anderen ist ein stabiles Asset für ein langfristiges Investment attraktiv. Die Volatilität des Assets muss zwar nicht extrem gering sein, sollte aber wenigstens über einen längeren Zeitraum eine gewisse Konstanz aufweisen.

Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Bitcoin und den klassischen Märkten?

Seit Anfang November verfolgen wir deshalb, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Wir achten daher auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation, eine gleitende Volatilität und eine gleitende Performance. Die drei letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet. Da sich die Korrelationen innerhalb des Krypto-Markts sehr ähnlich verhalten und BTC für institutionelle Investoren aktuell am interessantesten ist, fokussieren wir uns größtenteils auf den Bitcoin-Kurs. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachteten wir bisher die Indizes S&P 500, Dow Jones und den Dax, auf Öl und auf Gold. Da der Dow Jones Index und der S&P 500 durchgängig eine hohe Korrelation aufweisen, tauschten wir erstgenannten durch den japanischen Nikkei-Index aus. Der Nikkei ist deutlich entkoppelter vom amerikanischen Markt, sodass wir insgesamt eine vollständigere Übersicht über die klassischen Märkte erhalten.

Die Korrelationen der Top-3-Kryptowährungen untereinander sind weiterhin sehr hoch :

Es reicht also nach wie vor aus, wenn wir uns für einen Vergleich des traditionellen und des Krypto-Markts auf Bitcoin fokussieren.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Die Korrelation von Bitcoin zu den betrachteten traditionellen Märkten ist weiterhin sehr schwach und zu jedem einzelnen Asset antikorreliert. Bezüglich Öl ist sie aktuell so gut wie gar nicht vorhanden. Insgesamt ist damit Bitcoin deutlich mehr vom Markt entkoppelt, als es Gold ist:

Absolut betrachtet kann Bitcoin aktuell die geringste Korrelation zum Markt vorweisen und entwickelt sich recht unabhängig von den klassischen Assets.

Wie man obiger Tabelle entnehmen kann, ist Bitcoin zu allen Vergleichsassets negativ korreliert. Mit dem Nikkei-Index war Bitcoin bis zum 8. Februar positiv korreliert, jedoch die Kopplung mit dem Kurssprung rapide gefallen:

Insgesamt beträgt die mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten ungefähr 25 Prozent. Selbst Gold wies innerhalb des letzten Monats mit 31 Prozent eine deutlich höhere durchschnittliche Korrelation auf.

Performance und Volatilität von Bitcoin dank Kurssprung leicht angestiegen

Dank der bisher verfolgten Seitwärtsphase ist die Volatilität Bitcoins noch weiter gesunken und konnte unter drei Prozent fallen. Der gestrige Kurssprung hieß zwar auch, dass die Volatilität wieder anstieg, jedoch liegt sie aktuell immer noch unter drei Prozent:

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Weiterhin ist die Volatilität damit höher als von den Vergleichsassets, was nicht überrascht. Der Abwärtstrend, der seit Mitte Januar anhält, wurde damit jedoch noch nicht durchbrochen. Damit stellt sie zumindest ein Unsicherheitsmaß dar, mit welchem ein Investor rechnen kann.

Schön ist, dass die Performance Bitcoins mit dem jüngsten Kurssprung wieder etwas angestiegen ist. Leider steht Bitcoin damit, über einen Monat gemittelt, immer noch schlechter als die Vergleichsassets:

Bis auf diese Performance bleibt Bitcoin jedoch als Ergänzung zu traditionellen Portfolios interessant: Seit einiger Zeit ist die Kopplung zu den klassischen Märkten sehr gering und auch die Volatilität sinkt weiter. Zusätzlich lässt die jüngste Kursentwicklung darauf hoffen, dass der vielzitierte Boden erreicht wurde. Kein Wunder also, dass das Interesse seitens institutioneller Investoren steigt.

Daten auf Basis von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org

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