Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin trotz Dump weiter an der Spitze

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Quelle: Shutterstock

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Auch nach dem Kurseinbruch vom 17. Mai liegt Bitcoins Performance deutlich über der der Vergleichsassets. Die Korrelation zu den übrigen Märkten ist negativ und die Volatilität unter vier Prozent. 

Seit Anfang November verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten. Zum einen wäre es interessant, zu sehen, ob und wie stark Bitcoin zu traditionellen Märkten gekoppelt ist. Zum anderen ist ein stabiles Asset für ein langfristiges Investment attraktiv. Die Volatilität des Assets muss zwar nicht extrem gering sein. Sie sollte aber wenigstens über einen längeren Zeitraum eine gewisse Konstanz aufweisen.

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation, eine gleitende Volatilität und eine gleitende Performance. Die drei letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und Dax sowie auf Öl und Gold.

Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Bitcoin und den klassischen Märkten?


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Die Korrelationen der Kryptowährungen sind noch weiter gefallen. Hintergrund ist, im Kontrast zur letzten Woche, dass Ethereum und Ripple nun ordentlich im Bull Run aufholten und Bitcoins Performance temporär sogar in den Schatten stellen konnte:

In der weiteren Betrachtung und im Vergleich zum klassischen Markt werden wir uns wie immer auf Bitcoin fokussieren.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Zu allen anderen Assets ist Bitcoin aktuell antikorreliert. Speziell die drei Indizes S&P 500, DAX und dem Nikkei-Index weisen eine hohe Antikorrelation zum Bitcoin-Kurs auf. Öl und Gold sind im Kontrast dazu kaum zu Bitcoin korreliert:

Die Kopplung zwischen Bitcoin und fast allen Vergleichsassets sank in der letzten Woche. Dabei fiel die Korrelation zum S&P 500, zum DAX und zu Öl ins Negative. Die einzige Ausnahme dabei ist weiterhin die Korrelation zu Gold:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten bei 18 Prozent. Damit ist sie extrem stark antikorreliert. Unter Berücksichtigung von Kompensationseffekten durch etwaige Antikorrelationen erhält man einfach das Negative. Das ist verständlich, ist doch Bitcoin aktuell zu jedem Vergleichsasset antikorreliert. Die geringste Korrelation zu den übrigen Märkten besitzt weiterhin Gold, dicht gefolgt von Nikkei.

Dump ändert an Bitcoins dominierender Performance nichts

Sicher: Mit Bitcoins jüngstem Sturm bis zu 8.000 US-Dollar und dem jüngsten Drop ging auch wieder die Volatilität hoch. Sie stieg inzwischen wieder auf knapp vier Prozent:

Die Kursrallye der letzten Woche ließ Bitcoin seinen Vorsprung gegenüber den klassischen Assets weiter ausbauen. Auf bis zu 1,5 Prozent tägliche Performance konnte Bitcoin steigen. Daran ändert auch – bisher – der jüngste Drop nichts. Die klassischen Assets bewegen sich weiterhin um die Nullinie, wobei der Nikkei-Index inzwischen im negativen Bereich liegt:

Entsprechend ist Bitcoin, auch unter Berücksichtigung des Sell-Offs, das mit großem Abstand am besten performende Asset:

Betrachtet man die kumulierte Performance seit Jahresbeginn, steht Bitcoin haushoch über die Vergleichsassets. Mit knapp 90 Prozent Gewinn seit Neujahr steht Bitcoin deutlich über Öl, dem am zweitbesten performenden Asset. Die Börsenindizes S&P 500 und DAX liegen dabei weit abgeschlagen auf dem dritten Platz. Die seit Anfang Mai eher schlechte Performance des Nikkei-Index ließ diesen Aktienindex den Anschluss an seine Kollegen aus Deutschland und Amerika verlieren. Die kumulierte Performance von Gold schließlich ist weiterhin das Schlusslicht und beträgt ungefähr null.

Der Dump mag momentan frustrieren, bleibt es jedoch dabei, ändert es nichts daran, dass Bitcoin weiterhin ein attraktives Investment für institutionelle Anleger darstellt. Aktuell stellt es von der Korrelation her betrachtet einen guten Hedge zum übrigen Markt dar. Die Volatilität, obschon sie anstieg, bewegt sich noch in einem überschaubaren Rahmen. Schließlich ist die Performance Bitcoins nun schon seit über einem Monat deutlich besser als die der Vergleichsassets. Diese Performance ist es, die selbst einen eher skeptischen Investor wie Tyler Jenks von Lucid Investments einen Kauf von Bitcoin empfehlen lässt:


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Daten am 10. Mai von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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