Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin: Top-Performer von 2019?

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen.

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Die Kursexplosion ließ Bitcoins Performance über alle anderen Assets steigen. Damit stieg auch die monatliche Volatilität an, jedoch blieb sie bei ungefähr drei Prozent. Weiterhin verhält sich der Bitcoin-Kurs sehr unabhängig vom klassischen Markt. 

Seit Anfang November verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat BTC-ECHO sich der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

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Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten. Zum einen wäre es interessant, zu sehen, ob und wie stark Bitcoin zu traditionellen Märkten gekoppelt ist. Zum anderen ist ein stabiles Asset für ein langfristiges Investment attraktiv. Die Volatilität des Assets muss zwar nicht extrem gering sein. Sie sollte aber wenigstens über einen längeren Zeitraum eine gewisse Konstanz aufweisen.

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation, eine gleitende Volatilität und eine gleitende Performance. Die drei letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Dax und Nikkei, auf Öl und Gold.

Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Bitcoin und den klassischen Märkten?

Im Gegensatz zu den vorherigen Wochen ist die Kopplung zu XRP nun sehr hoch und unterscheidet sich kaum vom übrigen Markt:

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Wie in den letzten Wochen kann man sich im Vergleich mit den klassischen Märkten auf Bitcoin fokussieren.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Weiterhin sind der Bitcoin-Kurs und der S&P-500-Index kaum korreliert. Die Korrelation zum Nikkei-Index ist ebenso sehr gering, während zum DAX und zu Öl positive Kopplungen bestehen. Die starke Antikorrelation zu Gold bleibt weiterhin bestehen:

Während sich die übrigen Trends der letzten Wochen bestätigten, wurde aus der negativen Kopplung zu Öl eine positive:

Insgesamt ist die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten mit 26 Prozent weiterhin am geringsten. Auch bei Berücksichtigung von Kompensationseffekten durch etwaige Antikorrelationen sieht das Bild ähnlich aus. Bitcoins Kopplung zu den übrigen Märkten ist mit 20 Prozent mit Abstand die zweitkleinste. Lediglich Gold kann mit einer Kopplung von nur elf Prozent eine noch geringere Korrelation zum übrigen Markt vorweisen.

Mittlere Performance Bitcoins schlägt übrige Assets…

Der Kursexplosion vom 2. April schlug sich selbstverständlich auf die Volatilität nieder. Instantan schoss sie auf 3,5 Prozent und verdoppelte sich entsprechend. Damit liegt die monatliche Volatilität Bitcoins wieder deutlich über der der klassischen Assets:

Nachdem sich die Performance zwischen dem 26. März und dem 1. April ungefähr wie die von Öl verhielt, stieg sie dank des erwähnten Kurssprungs rapide an. Zwar ging die mittlere monatliche Performance im Zuge der Konsolidierung der letzten Tage wieder etwas runter, jedoch ist Bitcoin immer noch Top-Performer:

Im virtuellen Blätterwald vertraten manche die These, dass das Krypto-Ökosystem den klassischen Markt schlagen würde. Anhand der vorgestellten Daten müsste man diese Aussage bestätigen können. Und tatsächlich, ein Blick auf die mittlere Performance seit Anfang 2019 bestätigt, dass der aktuelle Kursanstieg Bitcoin über alle Vergleichsassets hob:

… doch Öl ist bestes Asset für 2019

Ob diese Betrachtung allein jedoch hilfreich ist, mag bezweifelt werden. Hätte ein Anleger zu Neujahr 2019 in die verschiedenen Assets Geld gesteckt, wäre er mit Öl besser gefahren. Dank des jüngsten Kursanstiegs wäre Bitcoin jedoch immerhin zweitbestes Asset gewesen: Der Fairness halber sei außerdem betont, dass in dieser Betrachtung, im Kontrast zu der weiter oben verlinkten, der Fokus auf Bitcoin liegt.

So oder so bleibt Bitcoin ein interessantes Asset für institutionelle Investoren: Seine Unabhängigkeit vom übrigen Markt, eine hohe, aber noch überschaubare Volatilität und eine sehr gute Performance sprechen für Bitcoin.

Daten am 5. April von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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