Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin schlägt Öl

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Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin schlägt Öl

Bitcoins Aufwärtstrend führte dazu, dass die Performance vom Bitcoin-Kurs inzwischen auch die von Öl schlägt. Die Volatilität ist inzwischen stark gefallen, während Bitcoin aktuell eine starke Korrelation mit den Vergleichsassets aufweist. 

Seit Anfang November verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten. Zum einen wäre es interessant, zu sehen, ob und wie stark Bitcoin zu traditionellen Märkten gekoppelt ist. Zum anderen ist ein stabiles Asset für ein langfristiges Investment attraktiv. Die Volatilität des Assets muss zwar nicht extrem gering sein. Sie sollte aber wenigstens über einen längeren Zeitraum eine gewisse Konstanz aufweisen.

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation, eine gleitende Volatilität und eine gleitende Performance. Die drei letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500 und Dax sowie auf Öl und Gold. Den Nikkei-Index müssen wir in dieser Woche leider ignorieren, da hier nur Daten bis zum 26. April verfügbar waren.

Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Bitcoin und den klassischen Märkten?

Über die Woche sind die Korrelationen der Kryptowährungen etwas gefallen. Hintergrund ist, dass Ethereum und Ripple bisher nicht den Bull Run von Bitcoin mitmachen konnten:

Wir werden uns, wie immer, auf Bitcoin fokussieren.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und Öl sowie den Indizes DAX und insbesondere S&P 500 ist sehr hoch. Ein wenig werden diese Korrelationen durch die negative Kopplung mit Gold kompensiert:

Das Besondere dieser Woche ist also der starke Anstieg der Kopplung des Bitcoin-Kurses mit dem S&P 500. Die übrigen Kopplungen blieben denen der Vorwoche recht ähnlich:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten bei 43 Prozent. Damit ist sie ausnahmsweise mal größer als die Korrelation der Vergleichsassets untereinander. Unter Berücksichtigung von Kompensationseffekten durch etwaige Antikorrelationen ergibt sich ein ähnliches Bild. Zwar ist Bitcoins Kopplung zu den übrigen Märkten mit 35 Prozent „nur“ noch die zweitgrößte, aber es ergibt sich ein deutlich anderes Bild als in den letzten Monaten. Das unabhängigste Asset ist weiterhin Gold, welches eine Korrelation von nur 17 Prozent vorweisen kann. Es ist jedoch zu betonen, dass ohne Berücksichtigung des Nikkei-Index diese Werte nur schwer mit der Vorwoche vergleichbar sind.

Wie lange kann sich Bitcoin noch über dem klassischen Markt halten?

Die Kursexplosion vom 2. April schlug sich selbstverständlich auf die Volatilität nieder. Da die Kursentwicklung seitdem zwar größtenteils positiv war, große Kursexplosionen aber ausblieben, fiel auch wieder die Volatilität:

In den letzten Tagen erlebte die Performance Bitcoins einen leichten Einbruch. Grund dafür ist das Drama um Bitfinex. Außerdem betrachten wir die mittlere monatliche Performance und die Kursexplosion vom 2. April liegt nicht mehr in dem betrachteten Fenster. Dennoch bleibt Bitcoin das am besten performende Asset des Monats. Während die mittlere tägliche Performance der beiden Indizes S&P 500 und DAX knapp über Null und die von Gold und Öl knapp unter Null liegen, ist die tägliche Performance von Bitcoin bei ungefähr 0,5 Prozent:

Entsprechend ist Bitcoin, auch unter Berücksichtigung des Sell-Offs, das am besten performende Asset:

Bitcoin macht gegen Öl das Rennen

Betrachtet man die kumulierte Performance seit Jahresbeginn, konnte Bitcoin das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Öl nun gewinnen. Der seit dem 22. April verfolgte Abwärtstrend der Performance von Öl und der zeitgleiche Aufwärtstrend vom Bitcoin-Kurs führte dazu, dass Bitcoin nicht nur knapp in Führung liegt. Beide Assets liegen freilich noch deutlich über den anderen Vergleichsassets: Während die beiden Indizes S&P 500 und DAX immerhin signifikant im Plus liegen, bleibt Gold knapp unter der Null:

Wir werden verfolgen müssen, wie sich die Kopplung Bitcoins zu den übrigen Märkten entwickelt. Diese ist – zumindest ohne den Nikkei-Index – aktuell sehr hoch, was das Asset nicht besonders interessant für institutionelle Anleger machen würde. Die inzwischen wieder stark gefallene Volatilität und die sehr gute Performance jedoch werden das Interesse von Anlegern wieder wecken.

Daten am 4. Mai von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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