Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin ruht über klassischem Markt

Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin ruht über klassischem Markt

Die Seitwärtsphase der letzten Woche ändert nichts daran, dass Bitcoin auch in dieser Woche Top-Performer ist. Die Volatilität ist immer noch bei ungefähr drei Prozent und die Kopplung zu den klassischen Märkten weiterhin sehr gering.  

Seit Anfang November verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017.

Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten. Zum einen wäre es interessant, zu sehen, ob und wie stark Bitcoin zu traditionellen Märkten gekoppelt ist. Zum anderen ist ein stabiles Asset für ein langfristiges Investment attraktiv. Die Volatilität des Assets muss zwar nicht extrem gering sein. Sie sollte aber wenigstens über einen längeren Zeitraum eine gewisse Konstanz aufweisen.

Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf die Korrelation im letzten Monat, auf eine gleitende Korrelation, eine gleitende Volatilität und eine gleitende Performance. Die drei letzten Werte werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage ausgerechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Dax und Nikkei, auf Öl und Gold.

Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Bitcoin und den klassischen Märkten?

Über die Woche haben sich die Korrelationen der Kryptowährungen untereinander kaum geändert:


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Es bleibt also dabei: Man kann sich auf Bitcoin fokussieren.

Korrelation: Kryptowährungen vs. traditioneller Markt

Die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den Indizes S&P 500 und Nikkei ist quasi inexistent, während zum DAX und besonders zu Öl positive Kopplungen bestehen. Weiterhin sind jedoch Bitcoin und Gold antikorreliert:

Die Situation ist also der von der letzten Woche recht ähnlich. Die einzige Sache, die auffällt, ist, dass sich die Korrelation zu Öl noch stärker ausgebildet hat:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation Bitcoins mit den übrigen Märkten bei 29 Prozent und ist damit, von Gold abgesehen, deutlich geringer als die der Vergleichsassets. Unter Berücksichtigung von Kompensationseffekten durch etwaige Antikorrelationen ergibt sich ein anderes Bild. Zwar ist Bitcoins Kopplung zu den übrigen Märkten mit 23 Prozent die zweitkleinste – dicht gefolgt vom Nikkei-Index, der aktuell 25 Prozent Kopplung vorweisen kann. Das unabhängigste Asset ist weiterhin Gold, welches eine Korrelation von nur sechs Prozent vorweisen kann.

Wie lange kann sich Bitcoin noch über dem klassischen Markt halten?

Die Kursexplosion vom 2. April schlug sich selbstverständlich auf die Volatilität nieder. Instantan schoss sie auf 3,5 Prozent. Bei diesem Level konnte sie sich jedoch weiterhin stabil halten:

Die Situation ähnelt sehr stark der letzten Woche: Zwar konnte Bitcoin den Abstand zu den übrigen Assets nicht ausbauen, jedoch steht die mittlere tägliche Performance weiterhin deutlich über jenen der Vergleichsassets. Während S&P 500, DAX, Nikkei und Gold mehr oder weniger eine Performance von Null besitzen, konnte Öl zwischenzeitlich eine deutlich bessere vorweisen. Während die Performance von Gold leicht ins Negative rutschte, konnte sich Öl immerhin deutlich über der Nulllinie halten:

Trotz des leichten Sell-Off der letzten Tage ist Bitcoin auch seit Jahresbeginn das am besten performende Asset:

Und weiter geht es mit dem Rennen zwischen Bitcoin und Öl

Betrachtet man die kumulierte Performance seit Jahresbeginn liefern sich weiterhin Bitcoin und Öl ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Profite, die man durch ein Investment in eines der beiden Assets erhalten hätte, liegen deutlich über denen des S&P 500, des DAX und des Nikkei-Index. Gold im Gegensatz dazu setzt seinen Tanz um die Nulllinie weiter fort:



Bitcoin bleibt also weiterhin ein interessantes Asset für institutionelle Investoren: Seine Unabhängigkeit vom übrigen Markt, eine hohe, aber noch überschaubare Volatilität und eine sehr gute Performance sind zweifellos Gründe für institutionelle Investoren, sich Bitcoin genauer anzuschauen. Etwas besorgt kann man die seit Anfang April bestehende Seitwärtsphase bewerten, schließlich war eine solche, deutlich längere der Vorbote eines dramatischen Kurssturzes. Auf der anderen Seite bewegte sich der Markt auch seit Jahresbeginn bis Anfang April eher seitwärts. Man sollte also dem eher ruhigen April nicht eine zu große Bedeutung beimessen.

Daten am 22. April von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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