Krypto- und traditionelle Märkte: Bitcoin nach der Talfahrt

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Leider konnte Bitcoin in dieser Woche nicht mit den klassischen Assets mithalten.

Quelle: Shutterstock

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Der Bitcoin-Kurs weist wieder eine positive Korrelation zum übrigen Markt auf. Die Volatilität ist, nachdem sie auf zwei Prozent gefallen ist, wieder auf ungefähr drei Prozent gestiegen. Der Kurssturz der letzten Woche sorgte natürlich dafür, dass Bitcoins Performance so schlecht wie seit Langem nicht mehr ist.

Seit fast einem Jahr verfolgen wir, wie sich Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Märkten schlägt. Dabei geht es nicht um einen trivialen Vergleich der Performance. Institutionelle Investoren sind an Bitcoins Anspruch, ein nicht korreliertes, stabiles Asset zu sein, äußerst interessiert. Im Rahmen eines Gastbeitrags auf €uro Fundresearch hat sich BTC-ECHO der Fragestellung gewidmet, ob Bitcoin und der stark korrelierte Krypto-Markt eine gute Ergänzung für klassische Portfolios darstellen würden. Diese Fragestellung ist es, die institutionelle Investoren am Krypto-Markt interessiert, weniger eine Hoffnung auf einen neuen Bull Run wie Ende 2017. Um die Eignung für klassische Portfolios zu klären, kann ein Investor verschiedene Größen betrachten:

  • die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den traditionellen Märkten
  • die Volatilität und
  • die Performance des Bitcoin-Kurses
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Wir achten in dieser Artikelreihe deshalb auf diese drei Größen. Sie werden für jeden Tag auf der Basis der letzten 30 Tage berechnet. Als Vergleichsassets aus den traditionellen Märkten betrachten wir die Indizes S&P 500, Nikkei und Dax sowie Öl und Gold.

Korrelation: Bitcoin im Gleichschritt mit den Märkten

Aktuell weist der Bitcoin-Kurs zu allen Vergleichsmärkten eine positive Korrelation auf. Dabei kann man zwei Gruppen unterscheiden: Während die Kopplung von Bitcoin zu dem Nikkei-Index und zu Öl sehr schwach ist, sind die Korrelationen zum S&P 500, zum DAX und zu Gold deutlich höher:

Insbesondere die Kopplungen zum S&P 500 und zum DAX konnten in der letzten Woche stark ansteigen. Die Korrelation des Bitcoin-Kurses zu Öl ist auch etwas gestiegen, sodass seit dem 24. September Bitcoin zu allen Vergleichsmärkten eine positive Korrelation vorweisen kann:

Insgesamt liegt die absolute mittlere Korrelation mit den übrigen Märkten bei elf Prozent. Damit besitzt Bitcoin die zweitkleinste absolute Korrelation in unserem Marktvergleich, nur Öl verhält sich mit einer Korrelation von sechs Prozent noch unabhängiger von den übrigen Märkten. Der Nikkei-Index und Gold sind mit Korrelationen von 18 beziehungsweise 15 Prozent jedoch nicht weit von Bitcoin entfernt. Berücksichtigt man Kompensationseffekte, ergibt sich ein komplett anderes Bild: Zwar besitzt auch dann der Bitcoin-Kurs noch eine Korrelation von elf Prozent zu den übrigen Märkten, jedoch verhalten sich der DAX, Öl und Gold mit 8 Prozent, 0 Prozent und -1 Prozent deutlich unabhängiger.

Mit dem Sturz kam die Volatilität zurück

Der Kurssturz vom 24. September hob natürlich wieder die Volatilität an. Nachdem sie auf zwei Prozent gefallen ist und damit weit unter der der Öl-Futures lag, stieg sie auf 3 Prozent an. Damit ist die Volatilität, auch wenn sie wieder das Schlusslicht bildet, weiterhin nicht dramatisch:

Bitcoin-Kurs weit abgeschlagen

Nach dem schon angesprochenen Kurssturz kann man sich vorstellen, wie es um die Performance Bitcoins in diesem Marktvergleich bestellt ist. Bitcoin ist aktuell nicht einfach Klassenletzter, sondern liegt deutlich unter den Vergleichsassets. Diese können bis auf Öl und Gold alle eine positive Performance vorweisen. Die Performance von Öl liegt bei Null, während die von Gold leicht negativ ist:


Das schlägt sich natürlich auch im langfristigen Vergleich nieder. Im Vergleich eines hypothetischen Einmal-Investments zu Anfang März 2018 hätte jemand, der damals All-in in Bitcoin gegangen wäre, über 20 Prozent Verlust erlitten. Lediglich mit einem Einmal-Investment in Gold oder den S&P 500 hätten Anleger Profit gemacht:

So unbefriedigend diese Situation um Bitcoin ist: Immerhin hat sich das Triangle Pattern nun endlich aufgelöst. Die Seitwärtsphase ist vorüber, sodass Bitcoin wieder für institutionelle Investoren interessant werden sollte. Sicherlich werden nun einige Investoren nach guten (Wieder-)Einstiegspunkten Ausschau halten.

Daten am 28. September von cryptocompare.comfinance.yahoo.com und fred.stlouisfed.org verwendet.

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