KPMG-Bericht sieht in Bitcoin & Co. enormes Potenzial

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KPMG-Bericht sieht in Bitcoin & Co. enormes Potenzial

„Krypto-Assets haben Potenzial“. So leiten die Autoren ihren neuen Bericht über die Institutionalisierung von Krypto-Wertanlagen ein. Die Studie „Institutionalization of cryptoassets“ nimmt verschiedene Vektoren und Hürden für eine fortschreitende Adaption von Krypto-Assets in den Blick. Wie der Name verrät, steht dabei der bevorstehende Markteintritt institutioneller Investoren im Fokus der Betrachtung. Welche Hürden noch zu nehmen sind, und welche Bedeutung der Markteintritt durch institutionelle Investoren haben könnte, soll an dieser Stelle zusammengefasst werden. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

„Krypto-Assets können die Finanzinfrastruktur mithilfe der tokenisierten Wirtschaft erheblich verändern.“

Mit diesem Ausblick leiten die Autoren Kiran Nagaraj und Sal Ternullo ihren Betrachtungsschwerpunkt, die Tokenisierung der Wirtschaft, ein. Laut Bericht ist dies eines der aussichtsreichsten Nutzenversprechen von Kryptowährungen überhaupt. Denn, so die Autoren, die Tokenisierung habe das Potenzial, alle Bereiche der Finanztransaktionen effizienter zu machen. Exemplarisch sei hier auf den tokenbasierten Handel mit Immobilien verwiesen. Unternehmen wie Brickblock aus Berlin könnten in Zukunft dafür sorgen, dass der Zugang zum Immobilienmarkt einer breiteren Bevölkerung ermöglicht wird, da eine Tokenisierung von Immobilienwerten kleinere Splits des Vermögenswertes zulässt. Dies sorgt dafür, dass sich Investoren auch anteilig am Kauf einer Immobilie beteiligen können. Die Token sorgen sodann für eine fälschungssichere Zuordnung der Besitzansprüche der Investoren.

Allerdings, so der Bericht, stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung:

„Die tokenisierte Wirtschaft wird wahrscheinlich eine der wirkungsvolleren Innovationen sein, die Krypto ermöglicht. Die Anpassung des Marktes ist eine Reise, und Krypto-Assets befinden sich in vielversprechenden, aber meist frühen Phasen dieser Reise.“

Remittances

Der nächste Use Case, den die Autoren beleuchten, sind grenzüberschreitende Zahlungen. Die polemische Frage: Wieso ist es im 21. Jahrhundert immer noch schneller, 10.000 US-Dollar in bar eigenständig per Flugzeug zu transportieren als die traditionellen Überweisungswege, wie beispielsweise SWIFT, zu nutzen?

Damit Bitcoin eines seiner großen Nutzenversprechen – die finanzielle Inklusion – erfüllen kann, muss sich die Kryptowährung zunächst als Wertaufbewahrungsmittel etablieren. Das Potenzial Bitcoins als Wertspeicher offenbart sich den Autoren zufolge nicht am Beispiel des Euro, sondern eher bei der Betrachtung von dysfunktionalen Währungen wie dem Argentinischen Peso. Die Autoren vermerken ferner, dass Bitcoin derzeit zwar volatil ist; allerdings sei die Volatilität mitnichten in Stein gemeißelt. Im Gegenteil: Da das Angebot algorithmisch festgelegt ist, lässt sich das Geldmengenwachstum bis ins Jahr 2140 vorhersagen. Es sei – bei einer breiteren Adaption – eine abnehmende Volatilität zu erwarten.

„Coinbase glaubt an die Festsetzung [von Krypto-Assets, Anm. d. Red.] am Markt nach den folgenden drei Phasen: Investment/Spekulation (in dieser Phase befindet sich die Industrie aktuell), Institutionalisierung und Nutzen.“


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Das bedeutet, die nächste Phase, in die der Krypto-Markt eintritt, ist die Phase der Professionalisierung. Wann das sein wird, lässt der Bericht offen. Notwendig sei aber allen voran die Schaffung einer soliden Infrastruktur für Großinvestoren. Bisher dominiere das sogenannte Retail Investment, also Krypto-Investments über die klassischen Exchanges wie Binance und Coinbase. Damit sich das ändert, braucht es ganz neue Ansätze wie beispielsweise den Krypto-Trading-Desk von Fidelity.

Wenn das erfolgt ist, könnte sich der Wert stabilisieren und die nächste Phase beginnen. Erst dann entfalten Kryptowährungen wie Bitcoin ihren Nutzen.

Regulierungen

Auch dem Themenfeld Krypto-Regulierung und Compliance wird viel Raum gegeben. Vordergründig geht es dabei vor allem um die Einhaltung der gängigen KYC- und ALM-Richtlinien, ohne die ein Markteintritt von institutionellen Investoren undenkbar ist.

„Kryptounternehmen sollten darauf achten, AML-Programme ähnlich denen traditioneller Finanzinstitute einzuführen, einschließlich Customer Onboarding und KYC-Prozesse“,

heißt es in dem Bericht.

Sicherheit

Um institutionelle Investoren in den Krypto-Markt zu integrieren, muss sich auch in puncto Sicherheit noch einiges tun. Da es bei institutionellen Investments üblicherweise um große Mengen Geld geht, hätte ein Hack verheerende Folgen für das Ökosystem. Dass der Verlust von Krypto-Assets in der Regel unwiederbringlich ist, unterstreicht die Notwendigkeit abermals.


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Dabei identifizieren die Autoren eine Vielzahl von Angriffsvektoren. Exemplarisch seien hier fünf genannt:

  1. Phishing-Angriffe
  2. DDOS-Attacken
  3. Server-Versagen
  4. Software-Schwächen
  5. schlechtes Wallet-Management

Zwar sind dies dem Bericht zufolge keine neuen und exklusiv auf Krypto bezogenen Angriffsvektoren. Allerdings macht die Höhe des Einsatzes eine bestmögliche Sicherheitsinfrastruktur notwendig. Daher hebt der Bericht die Vorteile einer Lagerung von Krypto-Assets im Cold Storage hervor:

„Hot-Storage-Einrichtungen bieten mehr Liquidität, sind aber auch anfälliger für Hacking. Cold-Storage-Einrichtungen sind die am wenigsten liquiden, aber sicherer.“

Das große Ganze

Zu guter Letzt wirft der Bericht einen Blick auf die monetären Eigenschaften von Bitcoin. KPMG-Chefökonomin Constance Hunter sieht in Kryptowährungen ein spannendes, ökonomisches Echtzeit-Experiment. Dabei repliziert sie zunächst die klassischen Geldfunktionen: Wertspeicher, Recheneinheit und Tauschmittel. Diese sieht sie zwar aufgrund von hoher Volatilität und geringer Akzeptanz bisher nur eingeschränkt erfüllt. Das könnte sich aber ändern. Insbesondere für wirtschaftlich unterentwickelte Staaten sieht die Autorin großes Potenzial für Kryptowährungen wie Bitcoin. Wenn ein Token ausreichend Momentum erlangt, könnte dieser zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die staatliche Währung heranreifen.

„Wenn eine Kryptowährung mit stabilem Wert einfacher und kostengünstiger zu handeln ist als eine von der Regierung ausgegebene Fiatwährung, könnte es sich um eine Innovation handeln, die im globalen Finanzsystem allgegenwärtig wird.“

Damit dies eintritt, müsse das Vertrauen in Bitcoin & Co. indes wachsen. Denn ohne Vertrauen gibt es keine stabile Währung. Diese Weisheit ist so alt wie Geld selbst und gilt jetzt mehr denn je.

Fazit

Der KPMG-Bericht „Institutionalization of cryptocurrencies“ ist ein Rundumschlag auf alles, was die Krypto-Gemeinde derzeit bewegt. Die Beiträge sind übersichtlich gestaltet und gut recherchiert. Erfahrene Krypto-Enthusiasten werden zwar keine weltbewegenden Einsichten erlangen. Für Neulinge und Interessierte ist der Bericht trotzdem ein guter Anfang.


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Ferner scheint KPMG dem Themenkomplex Krypto-Assets durchaus aufgeschlossen gegenüberzustehen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft scheint die Entwicklung im Krypto-Ökosystem also nicht verschlafen zu wollen, dies wird in dem Bericht deutlich.

Allerdings konstatiert auch KPMG: Wir befinden uns noch ganz am Anfang.

BTC-ECHO

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