Kenia will über Kryptowährungen als gesetzliches Zahlungsmittel entscheiden

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Kenia will über Kryptowährungen als gesetzliches Zahlungsmittel entscheiden

Bitcoin und Co. werden weltweit immer beliebter – auch in Kenia. Eine Regulierung der Kryptowährungen existiert jedoch noch nicht. Innerhalb der nächsten zwei Wochen fordert das Parlament nun eine Entscheidung vom kenianischen Finanzminister: Soll Kenia Kryptowährungen verbieten oder legalisieren?

Wie Business Daily Africa am 3. Juli berichtete, hat das Nationale Finanzplanungskomitee des kenianischen Parlaments festgestellt, dass immer mehr Kenianer mit Kryptowährungen handeln. Dabei besitzen die involvierten Institutionen keine Lizenzen zum Handeln von Bitcoin und Co. Auch werden Gewinne aus Kryptogeschäften nicht besteuert.

Finanzminister weiß von nichts

Im Dezember 2015 veröffentlichte die kenianische Zentralbank (CBK) eine Bekanntmachung, in der sie die Öffentlichkeit davor warnte, virtuelle Währungen zu verwenden. Nun fand das Nationale Finanzplanungskomitee heraus, dass sich die Bevölkerung scheinbar ausgesprochen wenig von dieser Warnung beeindrucken ließ. Daraufhin befragte der Ausschuss den Finanzminister Henry Rotich, wie es dazu kommen könne, dass die Bevölkerung immer krypto-affiner wird, die Regierung jedoch keinerlei Maßnahmen in Richtung Regulierung unternehme. Überrascht stellten sie fest, dass weder Rotich noch die CBK Kenntnisse über den Handel mit Kryptowährungen im eigenen Land hatte:

„Wir sind überrascht zu hören, dass selbst der CBK nicht bewusst ist, dass es eine Lounge in der Kenyatta University, einen Geldautomaten in der Stadt und ein Hotel in Nyeri gibt, in dem Bitcoin gehandelt werden. Es gibt ein größeres Problem in Kenia, da Menschen Milliarden im virtuellen Raum handeln, aber das Finanzministerium sie nicht lizenziert und besteuert wie den Handel mit M-Pesa und Banktransaktionen“,

sagte Joseph Limo, Vorsitzender des Komitees.

Seit Anfang 2007 können Kenianer mit dem System M-Pesa Geldtransfers und bargeldlose Zahlungen über Mobiltelefone abwickeln, ohne ein reguläres Bankkonto besitzen zu müssen. Über sogenannte M-Pesa-Agents können die Nutzer Ein- und Auszahlungen von Bargeld auf ein elektronisch geführtes Guthaben ausführen.

Innovation fördern oder töten?

Am 3. Juli drückte Rotich seine Skepsis gegenüber Kryptowährungen aus und meinte, dass der Fall des Bitcoins von einem Höchststand von 19.300 US-Dollar im Februar 2017 auf 8.500 US-Dollar im Februar 2018 seine Instabilität demonstriere. Dennoch habe die Regierung sich nicht gegen Kryptowährungen entschieden – aber auch noch nicht dafür. Er betonte aber, dass es derzeit weltweit zu Regulierungsmaßnahmen komme, um Risiken wie Geldwäsche zu verhindern.

„Ich bin mir nicht bewusst, dass Menschen hier handeln. Aber ich werde versuchen herauszufinden, ob es lokale Händler gibt. Das Thema Kryptowährungen entwickelt sich weiter und wir können eine Position als Land einnehmen. Dies ist ein empfindliches Gleichgewicht zwischen der Förderung und der Tötung von Innovation“,

sagte Herr Rotich.

Das Parlament hat dem Finanzminister nun zwei Wochen Zeit gegeben, um zu entscheiden, ob Kryptowährungen im Land gesetzliches Zahlungsmittel werden können.

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