Katalonien goes Blockchain: „IdentiCAT“ soll Bürger ermächtigen

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

Quelle: Shutterstock

Die spanische Provinz Katalonien will mit IdentiCAT eine eigene digitale Identitätslösung für seine Bürgerinnen und Bürger entwickeln. Es soll dabei nicht um staatliche Kontrolle, sondern um mehr Selbstbestimmung und Privatsphäre auf Seiten der Katalanen gehen.

Die Regierung der spanischen Provinz Katalonien plant eine blockchainbasierte Identitätslösung mit dem Namen „IdentiCAT“. Das berichtet das katalanische Nachrichtenportal VilaWeb. Danach wurde IdentiCAT am vergangenen Samstag, dem 8. September, von dem katalanischen Präsidenten Quim Torra sowie dem Minister für Digitales und Öffentliche Verwaltung, Jordi Puigneró, vorgestellt. Die Politiker betonten dabei, dass IdentiCAT nicht dazu dienen soll, die Katalanen zu überwachen. Im Gegenteil: IdentiCAT soll dezentral angelegt sein und Nutzern zu jedem Zeitpunkt die Hoheit über ihre persönlichen Daten geben.

Wie der Name bereits andeutet, soll IdentiCAT ausschließlich für katalanische Bürgerinnen und Bürger – auch auswärtige – zur Verfügung stehen. Präsident Torra macht jedoch deutlich, dass es sich bei IdentiCAT nicht um einen offiziellen Ausweis handelt; es sei vielmehr als Werkzeug zu verstehen, dass die Benutzer dazu ermächtigt, selbstbestimmt und unter Erhalt ihrer Privatsphäre digitale Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Jetzt ist es an der Zeit, die digitale Revolution anzuführen. Wir sprechen von einer unternehmerischen Gesellschaft, die auf soziale Neuerungen und Innovationen Rücksicht nimmt. Das Ziel dieser Regierung ist es, die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen – auch der digitalen,

so Torra in der Vorstellung von IdentiCAT.


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Als regulatorisches Rahmenwerk für IdentiCAT dient die eIDAS-Verordnung (Electronic Identification, Authentication and trust Services) der Europäischen Union. Ziel von eIDAS ist die rechtliche Gleichstellung von digitalen Transaktionen, Signaturen und Zertifikate.

IdentiCAT soll bereits 2020 an den Start gehen. Ein ehrgeiziges Ziel, wenn man bedenkt, dass zunächst noch ein Entwickler für die angedachte digitale Identitätslösung gefunden werden soll. Dazu plant die katalanische Regierung eine Ausschreibung mit einem Auftragswert von 550.000 Euro, die in Kürze beginnen soll.

Blockchain-Technologie erobert Digitale Identität

Katalonien steht mit dem Vorstoß in Richtung blockchainbasierter digitaler Identitätslösungen indes nicht alleine dar. Erst vor Kurzem hat Sierra Leone verkündet, noch bis Ende dieses Jahres ein nationales Blockchain-ID-System einzuführen. Unterdessen arbeiten Swisscom Blockchain und NEO in der Schweiz  an einer dezentralisierten Ausweislösung mit dem Namen Seraph-ID.

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