Kampf der Visionäre – Vitalik Buterin kritisiert Dan Larimers Vision EOS

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Auf Reddit hat sich vor kurzem Vitalik Buterin, der Kopf hinter Ethereum, kritisch über EOS geäußert, eine Äußerung, die nicht lange auf eine Antwort von Dan Larimer warten musste. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Sven Wagenknecht

EOS wurde in verschiedenen Kreisen des öfteren als das neue Ethereum bezeichnet. BTC-ECHO hat auch über EOS im Rahmen der Reihe “New Coins on the Block” berichtet, ohne jedoch Begriffe wie “Ethereum-Killer” zu nutzen.

Nun wurde im Ethereum-Subreddit auf Reddit eine recht offensive Frage gestellt:

Das Team hinter EOS behauptet, dass die Delegated Proof of Stake-Technologie hinter EOS besser wäre als Ethereum und dass deshalb Ethereum nie so viele Transaktionen wie EOS ausführen werden kann. Außerdem soll Ethereum nicht in der Lage sein, die Virtual Machine hinter EOS zu nutzen, da alle Dapps auf der Ethereum-Blockchain dann nicht mehr funktionieren würden. Stimmen diese Vorwürfe und hat sich jemand von Ethereum selbst dazu geäußert?

Als Antwort hat sich nicht irgendjemand, sondern Vitalik Buterin selbst, der bekannteste Kopf hinter Ethereum, geäußert.

  • Bezüglich des Claims, dass EOS deutlich mehr Transaktionen ausführen könne wies er darauf hin, dass diese Skalierbarkeit durch Vertrauen auf eine kleine Zahl an Master Nodes – und dementsprechend eine starke Zentralisierung – realisiert wird.  Außerdem werden technische Details wie Merkle Proofs abgeschafft, so dass ein normaler Nutzer kaum eine Möglichkeit hat, die Ausführung der Transaktionen zu überprüfen.
  • Weiter kritisiert Vitalik Buterin das Konzept Delegated Proof of Stake. Dieser Konsens-Mechanismus möchte eine Dezentralität über einen Wahlmechanismus aufrecht erhalten. Gemäß Vitaliks Äußerungen existieren hier verschiedene Probleme. Zum Einen ist die Wahlbeteiligung gering, zum Zweiten bestimmen dabei Bagholder – und nicht Nutzer – über die Zukunft einer Blockchain.
  • Schließlich geht er noch auf einen weiteren Unique Selling Point ein: Das Fehlen von Transaktionsgebühren in EOS ist, wie auch bei Steem, einem weiteren Projekt von Dan Larimer, durch eine Stake-begrenzte Anzahl an Transaktionen pro Sekunde kompensiert. Das führt dazu, dass ein potentieller Nutzer von EOS einen großen Stake anlegen muss, um effizient viele Transaktionen initiieren zu können. So werden weniger vermögende Personen letztlich aus dem System ausgeschlossen.

Dan Larimer hat sich zu diesen Punkten auf Steem geäußert. Er geht dabei auf die drei Punkte ein und stellt aus seiner Sicht dar, wie die genannten Probleme – mit Blick auf Steem – keine sind. Seiner Meinung nach sind Nichtwähler ebenso eine Sicherheit wie Wähler. Sollte jemand ein für das Delegated Proof of Stake-System negatives Proposal einreichen wollen, wird es seiner Meinung nach immer noch genügend Wähler geben, deren großer Stake dazu führt, dass sie ihr Wahlrecht zu ihren Gunsten nutzen werden.

Bezüglich der ärmeren Leute, die von einer Nutzung eines gebührenfreien Systems abgehalten werden antwortet er, dass dieses Problem ohnehin bestehe: Der Aufwand, den jemand leisten müsse, um überhaupt Fiat in irgendeine Kryptowährung zu tauschen, sei so hoch, dass sich dieser erst ab einem Investment von hundert US-Dollar rechnen würde. Er verweist in diesem Kontext auch auf Steem, einem Netzwerk, welches schon länger mit gebührenfreien Transaktionen existiert.

Dan Larimer schließt schließlich mit einer Kritik an Casper, dem für Ethereum geplanten Proof of Stake-Konsens, ab und verweist dabei auf eine Analyse, die er schon vor zwei Jahren äußerte. Seiner Meinung nach führt auch Casper zu einer Zentralisierung. Diese Kritik wurde von ihm noch weiter vertieft.

Die Äußerungen ließ Vitalik natürlich nicht so stehen. So ging er wieder auf die einzelnen Punkte seitens Dan Larimer ein und kritisierte, dass die Kritik an Casper Punkte anspricht, die vor zwei Jahren aktuell waren. Seitdem habe sich jedoch Casper weiter entwickelt.

Die Debatte ist sicherlich nicht vorbei. Was positiv auffällt, ist, dass sowohl Vitalik als auch Dan Larimer sich größtenteils auf sachliche Argumente fokussieren. Während andere Steemer und Redditoren ad-hominem-Attacken schreiben, betrachten beide die technischen Details – und bauen darauf ihre Kritik beziehungsweise Verteidigung auf. Aus diesem Blickwinkel sei die Lektüre dieses Schlagabtausches für jeden lesenswert – man erfährt viel über Angriffsvektoren auf dezentrale Systeme und über Konsensmechanismen und die damit verbundenen Schwierigkeiten.

Was stört ist der Ansatz, dass zwei Systeme, die an komplett unterschiedlichen Stellen in der Entwicklung sind, miteinander verglichen werden. Man kennt das von vielen Vergleichen junger Kryptowährungen mit Bitcoin. Eine junge Kryptowährung, die gerade ihren Token Sale hinter sich hat, brüstet sich, “the future of digital money” zu sein und alle Probleme, die Bitcoin hinsichtlich Skalierung hat, zu lösen. Solche gewagten Thesen sollte man erst vertreten, wenn man mit ähnlichen Transaktionsvolumen zu kämpfen hat. Dasselbe lässt sich auf EOS und Ethereum übertragen: Versprechen kann man viel, was am Ende des Tages zählt, ist, was geliefert wird.

BTC-ECHO

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