Kambodscha plant eigene Kryptowährung

Kambodscha plant eigene Kryptowährung

Kambodscha will dem Vorbild von Venezuela folgen und eine eigene Kryptowährung emittieren. Diese könne aufgrund seines Potentials sogar Kreditkarten wie VISA ersetzen, hieß es. Die Hintergründe scheinen in Südostasien recht ähnlich wie in Venezuela zu sein: Kambodscha wurden im Februar von der EU Sanktionen wegen wiederholter Verstöße gegen demokratische Grundprinzipien angedroht.

Kambodscha gilt als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Am Mittwoch, dem 8. März,  wird in der Hauptstadt des Landes, Phnom Penh, das 2018 ASEAN BlockChain Summit abgehalten. Nach eigenen Angaben hat die Regierung von Kambodscha in den vergangenen Jahren dem Thema Blockchain viel Aufmerksamkeit geschenkt und versucht, diese Technologie zum weiteren Aufbau der eigenen Volkswirtschaft nutzbar zu machen. Deswegen werden auch morgen führende Politiker auf dem Event anwesend sein.

Nähere Informationen über die staatliche Kryptowährung gibt es noch keine. Der eigene Coin wird in der Pressemitteilung direkt mit dem südamerikanischen Petro verglichen. Damit will das wachsende Land von der Blockchain-Technologie profitieren. Doch die politischen Hintergründe sind möglicherweise nicht so unterschiedlich gelagert wie in Venezuela. Nachdem die Regierung von Kambodscha mehrere Zeitungen, die größte Oppositionspartei und Radiosender geschlossen hat, kündigten die USA an, ihre Hilfsgelder zu kürzen. Man wolle keine anti-demokratischen Entwicklungen des Landes finanziell unterstützen, hieß es im Vormonat. Die Europäische Union hat zum gleichen Zeitpunkt Sanktionen angedroht, sofern die politischen Gefangenen nicht freigelassen werden. Man solle die eigene Justiz nicht weiter für eigene politische Zwecke missbrauchen. Der Petro war von Anfang an als Präsident Maduros Antwort auf die Sanktionen der USA geplant. In Kambodscha sind zurzeit noch viele Landstriche in Bezug auf Bodenschätze wenig bis gar nicht erforscht. Von daher ist bisher unklar, wie man in Südostasien den Wert des geplanten Coins absichern will. In Venezuela wird dafür pro Coin der Gegenwert von einem Fass Rohöl eingesetzt, wobei auch hier zweifelhaft ist, ob die Ressourcen tatsächlich vorhanden sind, um die landeseigene Kryptowährung zu decken.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen.

Ähnliche Artikel

USA: Starkes Wachstum bei Blockchain-Jobs

Die Blockchain-Technologie sorgt in den USA immer mehr Arbeitsplätze. Trotz des Bärenjahres 2018 hat sich die Zahl der Job-Angebote von US-amerikanischen Blockchain-Unternehmen um 300 Prozent erhöht.  Während der Krypto-Markt um Bitcoin und Co. sich derzeit bestenfalls im Seitwärtsgang bewegt, können Blockchain-bezogene Berufe in den USA und anderswo ein deutliches Wachstum verbuchen. Zu diesem kommt das […]

Krypto-Hacks: Lazarus Group soll 571 Mio. US-Dollar erbeutet haben

Nach Angaben der russischen IT Security-Firma Group-IB gelang es Hackern der Lazarus Group seit Anfang 2017, Vermögen aus Krypto-Börsen im Gesamtwert von 571 Millionen US-Dollar zu entwenden. Die Angriffe werden der nordkoreanischen Regierung zugeordnet. Laut dem Jahresbericht  „Hi-Tech Crime Trends 2018“ des Moskauer IT-Security-Unternehmens Group-IB ist Lazarus offenbar die erfolgreichste Hackergruppierung, wenn es darum geht, die […]

Vor Börsengang: US-Strafzölle erfassen Bitmain

Als wenn der Bärenmarkt nicht genug wäre, machen nun auch die Strafzölle der US-amerikanischen Regierung den chinesischen Krypto-Mining-Herstellern das Leben schwer. Die „Trump tariffs“ getauften Zölle belaufen sich auf 25 Prozent und betreffen aktuell 800 chinesische Produkte. Unter den chinesischen Krypto-Mining-Herstellern Bitmain, Canaan und Ebang trifft diese Regelung den Branchenführer Bitmain am stärksten. Für Bitmain […]

Das Meinungs-ECHO: „Antisemiten!“ – Roubini trollt die Bitcoin-Gemeinde

Nachdem die vernichtende Kritik des Permabärs Nouriel an Bitcoin & Co. auch zu Beginn dieser Woche noch nachhallte, rückten die Probleme der Krypto-Börse Bitfinex und des Stable Coins Tether in den Fokus der Kommentatoren. Das Meinungs-ECHO für die 42. Kalenderwoche. Krypto-Nazis Roubinis Anti-Bitcoin-Tirade vor dem US-Senat fand auf dem Twitter-Account des Ökonomen zum Wochenbeginn ihre […]