JPMorgan: Blockchain-Register soll Betrug beim Autoverkauf erschweren

Jutta Schwengsbier

von Jutta Schwengsbier

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Jutta Schwengsbier

Jutta Schwengsbier arbeitet seit rund 30 Jahren als Journalistin und berichtet aus vielen Ländern über Themen, die die Welt verändern. Auch beherrscht sie mehrere Programmiersprachen und ist im Zuge dessen auf die Blockchain-Technologie aufmerksam geworden.

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JPMorgan will Kreditanträge über Blockchain-Register von Fahrzeugen automatisiert prüfen können. Zunächst muss die Großbank andere Kreditgeber, Händler und Autohersteller überzeugen, seine patentierte Eigenentwicklung als Standard zu akzeptieren.

Die US-Großbank JPMorgan Chase will Blockchain-Register für Autos einführen und hat dazu ein Patent für seine eigene Technologie-Lösung eingereicht. Das erklärte Ziel sei laut Krypto-Blog The Block eine Komplettüberwachung aller Fahrzeug-relevanten Daten, inklusive aller Standortdaten über GPS. Dadurch will JPMorgan nach eigenen Angaben Betrugsmöglichkeiten bei Autoverkauf und Kreditantrag erschweren.

Als Beispiel nannte JPMorgan falsche Angaben von Autohändlern bei der sogenannten Grundrissfinanzierung. Weil Händler bei Kreditanträgen häufig mehr Fahrzeuge angeben, als sie tatsächlich noch besitzen, müssten Prüfer derzeit das Inventar vor Ort einzeln kontrollieren. Das koste viel Zeit und Geld. Über die Blockchain-Registrierung aller Fahrzeuge soll diese Prüfung automatisiert möglich werden.

Durch die Blockchain-Registrierung solle außerdem verhindert werden, dass ein Autohaus ein Fahrzeug als Kreditsicherheit bei mehreren Banken gleichzeitig verpfänden könne.

Noch ist aber keineswegs sicher, ob die JPMorgan Blockchain tatsächlich auch eingesetzt wird. Zunächst muss die Großbank andere Kreditgeber, Händler und Autohersteller überzeugen, ihre patentierte Eigenentwicklung als Standard zu akzeptieren.

Dabei wollen Datenschützer dann sicher auch noch ein Wort mitreden, wenn sowohl Banken als auch Händler und Hersteller in Echtzeit auf die Standortdaten jedes einzelnen Fahrzeugs zugreifen können sollen.

Blockchain: Notwendige Transparenz oder Orwells Alptraum?

JPMorgan ist nur einer von vielen Akteuren, die an Blockchain-Lösungen für die Automobilindustrie arbeiten. Es ist ein Geschäft mit Milliardenpotential. Der Computerkonzern IBM kommt in einer Analyse der Szene zwar zu dem Schluss, dass sich die meisten Auto-Blockchains noch in der Experimentierphase befinden.

Dennoch denken mehr als die Hälfte aller experimentierfreudigen Unternehmen daran, Autos innerhalb von drei Jahren „auf die Kette“ zu legen. Welche Blockchain sich dabei durchsetzen wird, steht allerdings noch in den Sternen. Denkbar ist sicher auch die Verknüpfung mehrerer Blockchain-Netzwerke für unterschiedliche Anwendungsfälle.

Rohstoffeinsatz bei Bauteilen, fälschungssichere Dokumentation der gesamten Lieferkette, Kilometerstandkontrolle, Aufzeichnung von Wartungsintervallen, Register aller Verkäufe, Bezahlung von Strom an der Ladesäule für E-Autos: Für alle denkbaren – oder bis vor Kurzem fast noch undenkbaren – Fälle entwickeln auch Autohersteller wie BMW selbst inzwischen Blockchain-Anwendungen.

Ob JPMorgan mit seiner Patentlösung gegen die sogenannte Mobility Open Blockchain Initiative (kurz MOBI) von namhaften Autobauern wirklich konkurrieren kann, erscheint mehr als fraglich.


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