Japan: Auf dem Weg zur nachhaltigen Krypto-Ökonomie

Quelle: shutterstock

Japan: Auf dem Weg zur nachhaltigen Krypto-Ökonomie

Die japanische Finanzmarktaufsicht FSA hat eine Reihe von neuen Richtlinien für den geregelten Handel mit Kryptowährungen erlassen. Diese neuen Regeln richten sich sowohl an die Kryptobörsen des Landes als auch an verschiedene Unternehmen, die im Blockchain-Bereich tätig sind. Damit ist Japan weiter dabei, ein reguliertes Umfeld für das nachhaltige Wachstum der Krypto-Ökonomie zu schaffen.

Japan arbeitet weiter an einem regulierten Ökosystem für den Handel mit Kryptowährungen. Im vergangenen Jahr begann man damit, Bitcoin offiziell als legales Zahlungsmittel anzuerkennen. Damit einher gingen jedoch staatliche Regulierungen, die für Finanzdienstleister und Kryptohandelsplätze gleichermaßen gelten sollten. Japan entschied sich also für eine proaktive Haltung gegenüber Kryptowährungen, bei dem das Ökosystem die Chance bekommt, zu wachsen, sich dabei jedoch an bestimmte Regeln halten muss.

Fördern und fordern für eine gesunde Marktentwicklung

Seit Inkrafttreten des Gesetzes begann die Finanzmarktaufsicht damit, auf dem Kryptomarkt aufzuräumen. So mussten sich alle Handelsplätze für Kryptowährungen einer staatlichen Prüfung unterziehen. Im Mittelpunkt standen dabei die Umsetzung von Anti-Geldwäsche-Richtlinien sowie die Einhaltung des Know-Your-Customer-Grundsatzes.

Im Zuge der Untersuchungen bekamen zunächst insgesamt elf Kryptobörsen eine offizielle Lizenz, später kamen noch weitere hinzu. Die ausgewählten Kryptobörsen waren nun also mit einer Rechtssicherheit ausgestattet, die sowohl den Börsenbetreibern als auch den Krypto-Investoren beim langfristigen Handel mit Kryptowährungen hilft. Verglichen mit der Regulierung der traditionellen Finanzindustrie laufen Kryptobörsen jedoch nach wie vor an einer vergleichsweise langen Leine.

Der nächste Schritt folgt jetzt

Nun verschärft die FSA die Auswahlverfahren für die Erteilung der Lizenzen an Kryptobörsen. Laut der lokalen Zeitung Japan Times wurde die Zahl der Fragen, die im Rahmen der Prüfung gestellt werden, auf etwa 400 erhöht. Sie verpflichtet nun die Antragsteller, Protokolle der Vorstandssitzungen vorzulegen. So will man prüfen, ob genügend Diskussionen über Sicherheit und finanzielle Gesundheit des Unternehmens stattgefunden haben.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Damit reagiert die japanische Regierung auf die Erfahrungen, die sie Anfang 2018 mit der Börse Coincheck machen musste. Der Diebstahl von NEM im Wert von umgerechnet 430 Millionen Euro versetzte den Bemühungen der FSA, ein gesundes Krypto-Ökosystem heranzuziehen, einen kleinen Schlag.

Japan: Das leuchtende Beispiel in Ostasien

Japan steht damit im scharfen Gegensatz zu seinen ostasiatischen Nachbarn, die im Umgang mit Kryptowährungen zwischen Härte und Hilflosigkeit hin- und herschwanken. Bei dem Versuch, dem Wildwuchs auf dem Kryptomarkt mittels ICO-Verboten und der Schließung von Kryptobörsen Herr zu werden, verkennen beide, dass man Kryptogeschäfte letztlich nur noch stärker in die Illegalität treibt. So nimmt man sich selbst die Möglichkeiten staatlicher Kontrolle. Gleichzeitig berauben sie sich der Potentiale, die dieser Wachstumsmarkt mit sich bringt.

In Japan hingegen schafft man gerade Voraussetzungen, genau diese Potentiale auszuschöpfen. Dafür kanalisiert man das enorme Wachstum durch eine klare Regulierung in eine geordnete Bahn. Dies ist genau die richtige Maßnahme, um ein gesundes Krypto-Ökosystem zu schaffen. Zudem wird so Sicherheit und Vertrauen in Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie erzeugt. In Europa warten wir auf eine solche Initiative leider noch vergeblich.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Finanzbranche first, Industrie second: Wann die Blockchain den Maschinenbauer erreichen wird
Kommentar

„Blockchain ist viel mehr als Bitcoin.“ Dieser Satz wurde in den letzten zwei Jahren geradezu mantra-artig, selbstbewusst und inflationär von Managern aus der Industrie heruntergebetet. Warum die Realität von dieser Vorstellung noch ein Stückchen entfernt ist, wie lange es dauern wird, bis Blockchain im produzierenden Gewerbe wirklich angekommen ist und wieso die Finanzialisierung der Realwirtschaft voraus ist. Ein Kommentar.

Ripple arbeitet an Software für Ledger und Trezor
Ripple arbeitet an Software für Ledger und Trezor
Kommentar

Das kalifornische Unternehmen Ripple hat über sinen Investmentarm Xpring erneut in Towo Labs investiert. Das schwedische Unternehmen soll eine robuste und praktikable Software schreiben.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Bitcoin-Diebstahl im Darknet: Hacker infizieren Tor Browser
Sicherheit

Krytpo-Scammer schlugen erneut im Darknet zu. Um ahnungslosen Kunden von Darknet-Märkten die Bitcoin aus der Tasche zu ziehen, kam dieses Mal eine infizierte Variante des Tor Browsers zum Einsatz.

IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
IOTA im Fokus: Mikrotransaktionen und das Tangle
Altcoins

IOTA könnte sich als entscheidende Technologie im Internet of Things etablieren. Dabei sticht vor allem die Möglichkeit kleinster Transaktionen in Echtzeit heraus. Die Killerapp treibt die Autonomisierung von Maschinen voran.

Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Broadway: Der Auftritt der Blockchain
Blockchain

In Zukunft könnte der Verkauf der Broadway Tickets über eine Blockchain-Lösung laufen. So hat es zumindest der größte Ticketverkäufer des Broadways, die Shubert Organization, geplant. Die Blockchain-Lösung für das Projekt stellt das Bostoner Start-up True Tickets zur Verfügung.

Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Jakobsmuscheln auf der Blockchain: US-Fischer Raw Seafoods tritt IBM Food Trust bei
Blockchain

Das US-Fischereiunternehmen Raw Seafoods ist als jüngstes Mitglied der Lebensmittel-Plattform Food Trust von IBM beigetreten. Mithilfe der Blockchain-Lösung wollen die Fischer die Lieferketten atlantischer Jakobsmuscheln absichern. Die Marketing-Aktion soll für Transparenz, Lebensmittelsicherheit, nachhaltigen Fang und damit nicht zuletzt Kundenvertrauen sorgen.

Angesagt

Homosexuell dank Apple: GayCoin-Klage zurückgezogen
Szene

Der Moskauer iPhone-Besitzer, der den Apple-Konzern für seine eigene Homosexualtiät verantwortlich machte, hat seine Beschwerde zurückgezogen. Laut seiner Anwältin scheue er das große öffentliche Interesse an seinem Fall.

Bitcoin-Kurs- und Marktbetrachtung: Anzeichen für Bärenflagge gesichtet
Kursanalyse

Bisher konnte sich der gleitende Mittelwert der letzten hundert Tage als stabiler Support beweisen. Jedoch kann die kurzfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses als Bärenflagge gedeutet werden. Jenseits von Bitcoin gab es, trotz eines eher sorgenvollen Berichts der G7-Staaten, positive Neuigkeiten um Stable Coins. 

CFTC deckt Bitcoin-Betrug in Millionenhöhe auf
Regulierung

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in Washington in den USA hat einen neuen Krypto-Fraud hochgenommen. Seit Dezember des Jahres 2017 läuft das zwielichtige Programm Circle Society, denen die CFTC nun das Handwerk gelegt hat. Insgesamt sollen die betrügerischen Anbieter rund 11 Millionen US-Dollar erwirtschaftet haben.

Facebook Coin Libra: G7 wird Stable Coin vorerst nicht zulassen
Regulierung

Die „großen 7“ wollen den geplanten Facebook Coin Libra nicht zulassen. Das geht aus einem Stable-Coin-Bericht hervor, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte.