Ivy League in China: Bildung für alle oder Zensur für alle?

Phillip Horch

von Phillip Horch

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Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Ein Verbund chinesischer Universitäten hat die Ivy League ins Leben gerufen. Mit einer auf der Blockchain basierenden dezentralen autonomen Organisation (DAO) wollen sie damit den Wissensaustausch zwischen verschiedenen Universitäten verbessern und damit Bildung für alle schaffen. Eine Nachricht mit Beigeschmack.

Die Verteilung von Bildung und auch der Preis derselben ist ein Thema, das vielen – zu Recht – bisweilen die Köpfe rauchen lässt. Auf die eine Art muss man sie finanzieren, auf die andere muss man sie verteilen. Das sind derzeit Probleme, die es zu lösen gilt – bekanntlich ist Bildung die einzig wirkungsvolle Waffe gegen Dummheit.


Um dieses Problem zumindest im Ansatz anzugreifen, rief ein Zusammenschluss chinesischer Universitäten die Ivy League ins Leben. Federführend ist das Tsinghua X-Lab der Tsinghua Universität, die damit laut offizieller Ankündigung auf den 19. Nationalkongress reagiert. Darin regte die Regierung in China dazu an, mithilfe der Blockchain-Technologie die Hochschulbildung voranzutreiben. Dem hat sich nun die Ivy League verschrieben:

„Wir werden die Innovation der zugrundeliegenden Technologie der Blockchain fördern und die Integration der Blockchain-Technologie sowie der Industrie vorantreiben, während wir China helfen werden, […] zu einem Land mit starker Bildung, Wissenschaft und Technologie zu werden.“

Insgesamt umfasst die von der Tsinghua Universität ausgehende Plattform momentan 14 Hochschulen aus China. Damit wolle man schließlich erreichen, in Abgrenzung zur USA zwei wesentliche Machtfaktoren zu verbinden: „Anders als das Elite-Bildungskonzept der United States Ivy League befürwortet die Ivy League das Konzept einer universellen Bildung und Technologiemacht.“ Diese soll Bildung allen zugänglich machen, anstatt sie wie in den USA zu einem elitären Gut zu machen.

Dazu setzt die Ivy League auf eine Dezentrale Autonome Organisation. Diese sieht es vor, verteilte Nodes für Bündnismitglieder und Mitgliedseinheiten in kooperativen Institutionen, wissenschaftlichen Forschungsinstituten und verwandten Institutionen einzurichten. Diese bekommen dann die entsprechenden Wahlrechte, um via Konsens abzustimmen, wer wann was und wie lernen darf.

Der Haken an der Sache

Genau hier ist der Haken. Die dezentrale Organisation von Bildung und die damit verbundene Verkürzung der Wege ist in der Theorie für die bessere Verteilung von Wissen erstrebenswert. Doch, folgt man etwa José Herranz von der Universität Bochum, so führen DAOs zur Bildung von neuen zentralen Punkten. Im Fall der Ivy League ist das Problem, dass es – trotz dezentraler „autonomer“ Organisation – neue Machtzentren gibt, die letztlich über die gelehrten Inhalte abstimmen. Hier kann man davon ausgehen, dass die Inhalte stark kontrolliert und im Sinne der Regierung ausgewählt werden.

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