IT-Anbieter für Börsen wagen sich kaum an Blockchain-Technologie heran

Tanja Giese

von Tanja Giese

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Tanja Giese

Tanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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Die Blockchain begeistert immer mehr Unternehmen und Institutionen. Da man mittels der Blockchain-Technologie alle möglichen Daten manipulationssicher und transparent speichern kann, findet sie in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung. Wie Nasdaq am 26. Juni berichtete, halten sich Technologie-Firmen, die IT-Infrastrukturen für Aktienmärkte und Börsen bereitstellen, bei dieser Entwicklung eher zurück. Was steckt dahinter?

Sowohl Banken, große Software-Unternehmen als auch Staaten setzen vermehrt auf die Blockchain-Technologie. Sie findet im Einzelhandel, in der Fertigung, im Vertrieb und weiteren Bereichen Anwendung und wird gar als „Must-Have“ bezeichnet. Am 26. Juni berichtete The Wallstreet Journal, dass IT-Anbieter für Börsen die Blockchain bislang eher meiden als von der Technologie ebenfalls zu profitieren.


Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von Nasdaq beauftragt und von Celent, einem Marktforschungsunternehmen, das Finanzunternehmen im Technologiebereich berät, durchgeführt wurde. Hierfür wurden Chief Information Officers, Chief Technology Officers und andere Technologieverantwortliche von 20 führenden Marktinfrastrukturunternehmen weltweit befragt.

Entwicklung bestenfalls in Frühphase

Man sollte annehmen, dass gerade Börsen, Wertpapierverwahrer und andere Anbieter von Marktinfrastrukturen, die komplexe Transaktionen, Investitionen und Geschäfte verfolgen, die Distributed-Ledger-Technologie dankbar annehmen würden. Stattdessen fand Celent heraus, dass sich eine solche Entwicklung bei Betreiber von Marktinfrastrukturen weltweit bestenfalls in der Frühphase befindet. Ein Fünftel der Betreiber hat keinerlei Pläne, die Blockchain in Zukunft zu nutzen. 5 Prozent gibt offen zu, das nötige Fachwissen hierfür nicht zu haben. Zwar arbeiten 70 Prozent an Pilotprojekten, aber lediglich 5 Prozent setzen bereits eine Art der DLT ein. Laut The Wallstreet Journal nutzen aber 70 Prozent der Befragten automatisierte Prozessautomatisierung, 40 Prozent setzen auf Cloud Computing und 35 Prozent verwenden sogar künstliche Intelligenz. Eine generelle Ablehnung fortschrittlicher Technologie kann man hier also nicht unterstellen.

Die Gründe

Laut der Nasdaq-Studie gibt es für die „Blockchain-Faulheit“ ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen gibt es ein Kostenproblem. So werde das IT-Budget bereits für die Wartung bestehender Systeme genutzt, wobei kaum Ressourcen für Innovationen übrigbleiben. Zum anderen machen strenge Richtlinien bezüglich der IT-Struktur der Börsen vielen Blockchain-Ideen bereits vor der Umsetzung einen Strich durch die Rechnung.

Laut Arin Ray, dem Senior-Analysten bei Celent, hemmen strenge Sicherheitsvorgaben die Umsetzung von Blockchain-Projekten. So sei „die Vermeidung von Ausfällen, die Sicherheit und Stabilität der Systeme sehr wichtig, da die Marktteilnehmer stark reguliert sind und eine entscheidende Rolle beim Funktionieren der Märkte spielen.“ Die Einführung einer neuen Technologie beansprucht in der Regel einige Zeit. Zudem kann während dieses Prozesses unter Umständen zu Sicherheitslücken kommen. Die Angst vor solchen möglichen Komplikationen bei der Umstellung der alten Systeme auf die Blockchain-Technologie scheint daher der Hauptgrund zu sein, weshalb IT-Betreiber davor zurückschrecken, neue Systeme zu entwickeln.

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