Ist die Blockchain ein Jobkiller für Anwälte?

Max Kops

von Max Kops

Am · Lesezeit: 2 Minuten

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Quelle: © vege, Fotolia

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Smart Contracts automatisieren viele Rechtsgeschäfte, weil sie aufeinanderfolgende Aktionen an Bedingungen knüpfen. Auf den ersten Blick also ein System, dass viele Arbeitsplätze, die Vermittlerrollen warnehmen, überflüssig macht. Das sei falsch, argumentiert Nick Szabo.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2019 05:06 Uhr von Danny de Boer

Nick Szabo wird selbst als Begründer des smart contract Prinzips gesehen. Auf dem  Smart Contracts Symposiumin dieser Woche am New York Headquarter von Microsoft sprach er über die Industrie, die er selbst ins Leben gerufen hatte und zeigte die Vorteile von smart contracts für die Geschäftsautomatisierung auf. Szabo erklärte dem ca. 250-Personen Publikum:

Anwälte haben befürchtet, ihre Jobs an Roboter zu verlieren, dabei tun sie etwas, das überwiegend komplementär zu smart contracts ist. Smart contracts ermöglichen neue Dinge, die vorher nie genutzt wurden.

smart contracts und Jura: Zwei verschiedene Welten

Szabo sieht den wesentlichsten Unterschied zwischen Realweltverträgen und smart contracts in der Logik: Während es im klassischen Recht um die subjektive Interpretation gehe, beschränken sich smart contracts nur auf boolsche Aussagen (ja/nein), basierend auf Bits.

Des weiteren seien smart contracts regional unabhängig, während die herkömmliche Rechtssprechung stark von “Abgrenzungen” der einzelnen Länder bestimmt werde.


Gerade weil sich dadurch für Anwälte Aufgaben ergeben, die nicht unter den Routinebereich oder die einfach zu wiederholenden Tätigkeiten (repeatable tasks) fallen, könnten sie nur schwer automatisiert werden. Viel eher betroffen wären damit viele andere Branchen, in denen routinierte Arbeiten durch Menschen ausgeführt werden.

smart contracts: Neue Denkweisen für die Gesellschaft

Es gehe bei smart contracts nicht darum, bestehende Prozesse einfach in ihrer Grundstruktur zu übernehmen und sie in Blockchain-Fähige contracts zu transformieren, erklärt  Marley Gray, Microsoft Principle Architect für den Bereich “Blockchain Engineering”.

Die Menschen werden eine schwierige Zeit haben, um zu vergessen, was sie zu tun gelernt haben”, führt er aus. “Manchmal ist die beste Option, einen Geschäftsprozess komplett zu verwerfen”.

Meinung des Autors (Max):

Es ist offensichtlich, dass immer zuerst die Jobs von Automatisierungen betroffen sind, die sich durch einen festen Ablauf und einen möglichst standardisierten Regelfall handeln. Wie aktuelle Entwicklungen aber zeigen, bleibt auch der Bereich der Juristen dem Angriff durch die Digitalisierung nicht gänzlich verschont: Immer mehr Routinearbeiten werden den Juristen abgenommen. Dadurch wird es zwangsläufig dazu kommen, dass nur noch komplexe und sehr individuelle Fragestellungen im Aufgabenbereich der Anwälte liegen, während hohe Kosten für bürokratische Aufgaben durch Automatisierungen evtl. in deutlich geringerer Höhe anfallen.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Michael del Castillo via CoinDesk


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