Ist das Verbraucherschutz? Verbraucherzentrale erwägt Werbeverbot für Kryptowährungen

Ist das Verbraucherschutz? Verbraucherzentrale erwägt Werbeverbot für Kryptowährungen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat gefordert, dass Kryptowährungen als Vermögensanlage weder verkauft noch beworben werden dürfen. Der Grund sei, dass nur so Anlegern klar werden würde, dass Bitcoin ein hochspekulatives Produkt sei. Wie ein derartiges Werbeverbot bestehende Anleger vor dem vielzitierten Totalverlust schützen soll, wird leider nicht gesagt. 



Laut eigenen Angaben sorgt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) dafür, dass die Stimme der Verbraucherinnen und Verbraucher in Politik, Wirtschaft und Medien Gehör finde. Ob Dorothea Mohn, Leiterin des Finanzmarktteams vom vzbv, vor ihrer Forderung auf die Verbraucherinnen und Verbraucher aus dem Krypto-Bereich hörte, kann man sicherlich in Frage stellen. Zugunsten des Anlegerschutz hatte sie strenge Vorschriften zum Umgang mit Kryptowährungen gefordert.

Konkret sprach sie sich gegen ein Verkaufen und Bewerben von Kryptowährungen, hinter denen im Kern eine Geldanlage stehe, aus. Sicherlich ist eine derart radikale Forderung durch die passive Haltung der G20-Staaten motiviert. Beim Treffen in Argentinien konnten sie sich zu keinen globalen Maßnahmen durchringen und sahen vielmehr auch keinen Handlungsbedarf.

Anlegern müsse laut der Verbraucherschützerin bewusst sein, dass Bitcoin ein hochspekulatives Produkt sei. „Wer trotzdem Geld in Kryptowährungen steckt, sollte von möglichen Verlusten nicht überrascht sein“, meint Mohn gegenüber der dpa.

Wen schützt der Verbraucherzentrale Bundesverband?

Nach der Werbezensur auf Facebook, Twitter, Google und Mailchimp will auch Deutschland nachziehen. An sich verständlich und ein Vorgehen gegen windige ICOs ist nachvollziehbarer Verbraucherschutz.

Ob aber mit einem Werbe- und Verkaufsverbot Verbrauchern geholfen ist? Mohn und ihre Kollegen in dem vzbv sollten sich die Frage stellen, wer die Verbraucher, die sie schützen wollen, eigentlich sind. Es handelt sich dabei nämlich zu einem Großteil um Anleger, die jetzt schon in Kryptowährungen investiert haben.

Sich jenen anzuschließen, die Werbe- und Verkaufsverbote fordern, schützt diese Verbraucher nicht, sondern schadet ihnen. Wenn es tatsächlich um einen Verbraucherschutz gehen würde, sollte der Fokus auf Aufklärung, geordnete Prozesse und einer sinnvollen Regulierung von ICOs liegen.

BTC-ECHO

Über Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp GieseDr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

Ähnliche Artikel

Twitter-CEO Jack Dorsey äußert sich erstmals zum Giveaway-Scam

Twitters CEO Jack Dorsey äußert sich zum ersten Mal zum Giveaway-Scam. Täglich fallen unzählige Leute auf die Masche herein. Zuvor meldeten sich schon Elon Musk, Vitalik Buterin und John McAfee zu dem Thema. Ein Problem wächst über die Kryptoszene hinaus. Anzeige Die Betrugsmasche gehört mittlerweile zum Alltag der Kryptoszene in allen sozialen Medien, vorrangig auf […]

Goldman Sachs: Wie krypto-affin ist der neue CEO David Solomon?

Bei Goldman Sachs gab es einen Wechsel an der Führungsspitze. David Salomon wird Lloyd Blankfein ablösen, der den Chefposten seit 2006 inne hatte. Salomon, der bislang als COO fungierte, gilt Kryptowährungen gegenüber als aufgeschlossen. Anzeige Die Gerüchte über einen Führungswechsel bei dem US-amerikanischen Bankenriesen haben sich bestätigt: Gestern gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt, […]

Ben and Jerry’s: CO2-neutrales Eis und die Blockchain

Wie nutzt man die Blockchain-Technologie nachhaltig? Auf diese Frage gibt es mittlerweile mehrere Antworten. Eine Ben-and-Jerry’s-Filiale in London und die Poseidon Foundation haben gemeinsam eine Lösung durchgesetzt. Eine Ben-and-Jerry’s-Filiale in London kooperiert mit der Poseidon Foundation. Der Speiseeishersteller nutzt die Stellar-Blockchain im Sinne der Umwelt. Kunden haben nun die Möglichkeit, einen extra Betrag in Höhe […]

Litecoin-Gründer Charlie Lee äußert sich zur TokenPay-Partnerschaft

In der letzten Woche erwarb die Litecoin-Foundation 9,9 Prozent der Anteile der in Deutschland ansässigen WEG Bank. Der Deal war Teil einer breiter angelegten Partnerschaft mit der TokenPay Swiss AG. Nun meldet sich Litecoin-Gründer Charlie Lee zu Wort und gibt Einblicke in die Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen. Anzeige Vergangene Woche berichtete BTC-ECHO von der […]