Israelische Behörden schalten auf Turbo: Finanzaufsicht will FinTech-Lizenzen im Eilverfahren vergeben

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Die israelische Finanzmarktaufsicht CMA will Marktzulassungen für FinTech-Unternehmen im Eilverfahren erteilen. Damit zielt die Behörde darauf, den Wettbewerb im Land anzukurbeln und die gesamte Branche zu fördern. Besonders die israelische Krypto-Industrie steckt derzeit noch in den Kinderschuhen.

Für Schlagzeilen sorgt Israels IT-Sektor hierzulande selten. Zwischen den USA auf der einen und Ostasien auf der anderen Seite hat sich das Land jedoch längst unter die Weltmarktführer im Software-Bereich gemischt. Die israelische Tech-Branche boomt. Zwar ist die Zahl der Blockchain- und Krypto-Unternehmen im Mittleren Osten dieser Tage gering. Interesse aus der Szene besteht dennoch. Derzeit türmen sich die Lizenzanträge bei den zuständigen Behörden.

Um Zulassungen künftig schneller erteilen zu können, will die israelische Finanzmarkt- und Versicherungsaufsicht CMA nun ihr Lizenzsystem umstellen und setzt dabei auf Eilverfahren. Wie die israelische Tech-Plattform Calcalist berichtet, habe die Behörde den Schritt am Montag, dem 19. August, in einer offiziellen Pressemitteilung angekündigt.

Laut dem Bericht sollen derzeit über 2.000 ausstehende Lizenzanträge von FinTech- und Blockchain-Unternehmen auf dem Schreibtisch der CMA liegen. Einer ersten Prüfung der Behörden zufolge würden zur Stunde jedoch bereits dutzende Start-ups und Firmen die nötigen Auflagen erfüllen. Nach Ansicht der Finanzaufsicht könnten diese unmittelbar ihren Segen bekommen.


Nun sollen spezialisierte Teams die Blockchain- und FinTech-Unternehmen einzeln unter die Lupe nehmen und damit für eine schnelle Marktzulassung sorgen.

Technologische Innovation und die Beziehungen mit der Industrie sind die Grundprinzipien, die [unsere] Behörden in ihrer Arbeit anleitet. [Die FTA] setzt sich für die Regulierung und Zulassung des FinTech-Sektors, darunter […] Peer-to-Peer-Plattformen, digitale Wallets, blockchainbasierte FinTech-Unternehmen sowie andere Bezahlsysteme, ein,

fasst CMA-Leiter Moshe Barakat Mission und Antrieb seiner Behörde zusammen.

Zukunftsmarkt FinTech: Behörde will Wettbewerb ankurbeln

Wie es in dem Bericht weiter heißt, wolle man mit dem Eilverfahren vor allem den Wettbewerb innerhalb der israelischen FinTech-Branche ankurbeln. Damit steht der CMA-Vorstoß im Rahmen einer großangelegten Anstrengung, FinTech-Unternehmen ins Land zu locken.

Auch nachdem das Finanzministerium bereits 2017 für Unternehmen eine sogenannte „Regulatory Sandbox“ eingerichtet und ihnen damit die Tür geöffnet hatte, steckt besonders die streng regulierte israelische Blockchain- und Krypto-Industrie weiterhin in den Kinderschuhen. Stimmen aus der Branche beklagen vorherrschende Vorbehalte und Skepsis vonseiten der Banken. Laut dem Calcalist-Bericht gäbe es für viele Start-ups im Land kaum einen Markt.

Damit sich dies ändert, ist die Finanzaufsicht CMA erst kürzlich dem Globalen Innovationsnetzwerk GFIN beigetreten. Gemeinsam mit 30 weltweiten Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sowie internationalen Organisationen, zu denen sowohl der Internationale Währungsfonds (IWF) als auch die Weltbank gehören, will sich die Behörde nun dafür einsetzen, Branchenwissen auszutauschen und so innovative Technologielösungen zu fördern.


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